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Hochschule & Bildung

Theologische Fakultät

Theologische Fakultät
Theologische Fakultät Paderborn

Geschichte

Die Theologische Fakultät Paderborn ist die älteste Hochschuleinrichtung Westfalens. Sie wurde am 10. September 1614 von Fürstbischof Dietrich IV. von Fürstenberg gegründet und als Universität mit Philosophischer und Theologischer Fakultät von Papst Paul V. durch Bre-ve "In supereminenti" vom 2. April 1615, von Kaiser Matthias II. durch Diplom vom 14. Dezember 1615 bestätigt und mit dem Promotionsrecht für beide Fakultäten privilegiert. Die am 18. Oktober 1818 durch den König von Preußen verfügte Aufhebung ist nicht ausgeführt und durch Allerhöchsten Erlaß am 16. April 1836 ausdrücklich zurückgenommen worden. Seit dem 16. März 1917 trug die Hochschule die Bezeichnung "Philosophisch-Theologische Akademie". Papst Paul VI. gab der Hochschule durch Dekret vom 11. Juni 1966 den Rechtsstatus einer Theologischen Fakultät und bestätigte ihre Rechte, die akademischen Grade zu verleihen. Die darauf bezügliche Urkunde des Kultusministeriums des Landes Nordrhein-Westfalen datiert vom 14. Oktober 1966.

Die Theologische Fakultät Paderborn bietet ein wissenschaftliches Studium der Katholischen Theologie und Philosophie und engagiert sich in der Forschung im Bereich der einzelnen theologischen und philosophischen Disziplinen. Die Theologische Fakultät Paderborn verfügt über fünfzehn Lehrstühle, darunter zwei philosophische Professuren. Neben dem zehnsemestrigen Diplomstudiengang sind die Erlangung des Lizentiats und des Doktorats sowie die Habilitation in katholischer Theologie möglich.

Angegliedert an die Theologische Fakultät Paderborn sind das international renommierte Johann-Adam-Möhler-Institut für Ökumenik und die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek. Die Professoren der Theologischen Fakultät Paderborn sind Herausgeber der 1908 begründeten Zeitschrift Theologie und Glaube und der Monographienreihe Paderborner Theologische Studien. Mit der Einrichtung der Josef-Pieper-Arbeitsstelle (JPA) verfügt die Fakultät seit dem WS 2008/2009 über einen besonderen Studien- und Forschungsschwerpunkt.

Die Theologische Fakultät Paderborn bietet aufgrund ihrer breiten Ausstattung mit Lehrstühlen sowie durch eine intensive Betreuung der Studierenden hervorragende Studien­bedingungen. Die Studierenden kommen aus ganz Deutschland. Die Berufsziele sind unterschiedlich: das geistliche Amt in einem Bistum oder Orden, eine Tätigkeit als Diplom-Theologe/Diplom-Theologin im kirchlichen Bereich, schulische und soziale Dienste, aber auch außerkirchliche Tätigkeitsfelder.

Verfassung

Das derzeitig geltende Statut der Theologischen Fakultät datiert vom 14. November 1987. Der Erzbischof von Paderborn ist Magnus Cancellarius der Fakultät. Die Fakultät hat das Recht der Selbstverwaltung. Unter der Vigilanz des Magnus Cancellarius berät und entscheidet die Fakultätskonferenz alle wichtigen Fragen nach Maßgabe der Statuten der Fakultät und des geltenden Hochschulrechts. Mitglieder dieser Fakultätskonferenz sind die ordentlichen und außerordentlichen Professoren, Lehrstuhlvertreter, je ein Vertreter der Lehrbeauftragten und der Wissenschaftlichen Mitarbeiter sowie vier Vertreter der Studierendenschaft. Den Vorsitz führt jeweils der amtierende Rektor, der aus der Mitte der ordentlichen und außerordentlichen Professoren von der Fakultätskonferenz gewählt wird.

Träger

Der Unterhaltsträger der Fakultät war seit Aufhebung der Gesellschaft Jesu der aus dem ehemaligen Jesuitenvermögen vom Fürstbischof Wilhelm Anton von Asseburg gebildete Fonds "Universitätshaus", später "Paderborner Studienfonds" genannt, dessen Defizit nach dem Erlaß des Fürstbischofs vom 8. Oktober 1775 vom Fonds "Haus Büren" zu tragen ist. Nachdem durch Inflationsverluste die Einkünfte des "Paderborner Studienfonds" bedeu-tungslos geworden waren, wurde die durch Circumscriptionsbulle "De salute animarum" vom 16. Juli 1821 begründete staatliche Dotation im Preußen-Konkordat vom 14. Juni 1929 neu festgesetzt. Träger der Fakultät ist der Erzbischöfliche Stuhl zu Paderborn.


Zur Theologischen Fakultät Paderborn gehört die Erzbischöfliche Akademische Bibliothek Paderborn. Ihr Bücherbestand beläuft sich auf mehr als 300.000 Bände. Zum Bestand gehören außerdem 750 Inkunabeln, 1.100 Handschriften und 3.300 Originalurkunden des 12. bis 18. Jahrhunderts. Die besonderen Sammelgebiete der Bibliothek sind Katholische Theologie, Geschichte der Diözese Paderborn, Westfalia und Hagiographie.