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Grundlagen Lärm

Was ist Lärm?

Geräusche entstehen durch Schwingungen und breiten sich in der Luft als Schallwellen aus. Werden Schalleindrücke als störend oder belästigend empfunden oder schädigen sogar die Gesundheit, spricht man nicht mehr
von Schall sondern von Lärm. Damit wird Lärm nicht als physikalische Größe sondern von seiner Wirkung her betrachtet.

Lärm wird sehr subjektiv wahrgenommen.

Jeder Mensch empfindet Geräusche unterschiedlich, den einen stören sie nicht oder nur wenig, den anderen nerven sie. Manche Personen mögen laute Musik andere regen sich darüber auf.

Lärm ist also unerwünschter Schall.


Was ist ein Dezibel dB(A)?

Unser Hörbereich beginnt mit der Hörschwelle, also das leiseste Schallereignis, das von einem durchschnittlichen Menschen gerade gehört werden kann.

Der Hörbereich endet normalerweise dann, wenn es beginnt, weh zu tun, also
an der Schmerzgrenze. Beziffert man die Hörschwelle mit der Zahl "1" wäre
der Wert an der Schmerzschwelle 1013-mal größer.

Die Zehner-Logarithmen dieser Verhältniszahlen werden als Bel bezeichnet, nach Alexander Graham Bell, dem Erfinder des Telefons.

Um in der Praxis eine größere Zahl von Nachkommastellen zu vermeiden,
wird das Bel nochmals in Zehnerschritte untergliedert, die man dann Dezibel (Zehntel-Bel), kurz dB, nennt.

Die auf unser Gehör wirkende Schallergebnisse werden mit Zahlenwerten demenstprechend zwischen 0 und 130 angegeben.

Das menschliche Ohr reagiert auf hohe Frequenzen - also auf hohe Töne empfindlicher als auf niedrige. Die sogenannte A-Bewertung berücksichtigt dieses Empfinden und "filtert" den Schalldruckpegel, d. h. die Geräusche werden frequenzabhängig betrachtet.

Der so gewichtete Schalldruckpegel wird in dB (A) angegeben.

Umgebungslärm wird grundsätzlich in A-bewerteten Schallpegeln angegeben, deren Einheit das Dezibel(A) bzw. das dB(A) ist.


Wird Lärm gemessen oder berechnet?

Lärm kann gemessen oder berechnet werden.

Bei Straßen- und Schienenlärm bildet die Berechnung von Lärmimmissionen die wesentliche Grundlage für die Lärmvorsorge und die Lärmsanierung sowie den Anspruch auf Lärmminderungsmaßnahmen.

Lärmmessungen unterliegen Witterungseinflüssen z. B. Wind, Temperatur und Schwankungen der Verkehrsbelastung.

Auch können weder zukünftige noch vergangene Schallereignisse gemessen werden.

Um all diese Einflüsse zu berücksichtigen, müssten Messungen über einen sehr langen Zeitraum erfolgen. Deshalb werden zur Beurteilung des Verkehrslärms ausschließlich Rechenverfahren vorgeschrieben.

Eine Lärmberechnung wird nach der 16. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (Verkehrslärmschutzverordnung -
16. BImSchV) ausdrücklich eine Lärmberechnung gefordert.

In der Verordnung sind auch die Berechnungsgrundlagen zu finden. Die Berechnungsverfahren sind so konzipiert, dass in der Regel die Ergebnisse von Vergleichsmessungen unter denen der Berechnung liegen.

Es ist demnach gerechtfertigt, Vertrauen in die Berechnung zu haben und vorsichtig mit Messergebnissen umzugehen.


Wie nimmt man Lärm wahr?

Geräuschpegelminderungen ab 1 bis 2 dB(A) können frequenzabhängig vom
Menschen wahrgenommen werden.

Die Zu-oder Abnahme eines Geräuschpegels um 3 dB(A) wird allgemein
als Untergrenze einer gut wahrnehmbaren Geräusch-Veränderung gesehen.

Eine Geräuschpegelminderung oder Steigerung um 10dB(A) wird subejektiv
als Halbierung oder Verdoppelung des Lärmeindruckes empfunden.

Bezogen auf den Straßenverkehrslärm würde eine Verdoppelung oder Halbierung der Kfz-Menge eine Pegelveränderung um 3 dB(A) bedeuten.

Eine Verzehnfachung der Kfz-Menge würde einer Pegel-Veränderung von
10 dB(A) bedeuten.

Schallpegel werden logarithmisch berechnet, bei der Ermittlung der Schallwerte gelten besondere Rechenregeln.

Die folgenden Grafik veranschaulicht die Schallpegelberechnung bei Kfz-Lärm und deren Wahrnehmung für den Menschen.

1 dB :  gerade noch hörbarer Unterschied im Lautheitsempfinden zweier
            Geräusche

3 dB:  Halbierung oder Verdoppelung der Schallenergie. Unterschied gut
           wahrnehmbar (abhängig von dem Frequenzbereich)

10 dB: Halbierung oder Verdoppelung des subjektiven Lärmeindruckes
            (abhängig vom Frequenzbereich)


Lärm kann krank machen!

Umgebungslärm,  ist eines der größten Umweltprobleme in Europa.
In Deutschland sehen sich über 60 % der Menschen durch Lärm, vor allem durch Verkehrslärm, belästigt, davon sogar mehr als zehn Prozent stark oder äußerst stark (Umweltbundesamt 2008).

Lärm hat nicht nur auf das Gehör Auswirkungen. Lärm ist ein Stressfaktor und kann die Gesundheit gefährden.

Ab einer dauerhaften Lärmbelastung von 65 dB(A) tags und 55 dB(A) nachts zeigen  Forschungsergebnisse, dass es vermehrt zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen  kommen kann.


Pegelrechnung

Geräuschpegel in der Umwelt

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