Feuerwehr Paderborn mit Fahrzeugen
Feuerwehr Paderborn

150 Einsatzkräfte trainieren den Ablauf einer Großschadenslage

In kurzer Zeit wird von den Helfern eine 2.000 m² große Zeltstadt errichtet, die in kürzester Zeit eine Behandlung für 100 Verletzte sicherstellt und völlig autark arbeitet. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann
Großbildansicht In kurzer Zeit wird von den Helfern eine 2.000 m² große Zeltstadt errichtet, die in kürzester Zeit eine Behandlung für 100 Verletzte sicherstellt und völlig autark arbeitet. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann

Paderborn (dh). Am Sonntagmorgen trafen sich Hilfsorganisationen (ASB,DRK, JUH und MHD), Notfallseelsorger, Notärzte, Technisches Hilfswerk und die Paderborner Feuerwehr auf der Feuer- und Rettungswache Süd um gemeinsam zum Stadion zu fahren. Trotz Herbstlibori mit bestem Wetter übten rund 150 Helfer mit 30 Fahrzeugen die Abläufe innerhalb eines sogenannten Behandlungsplatzes (BHP), der für größere Schadenfälle vorgehalten wird. Um die Abläufe realistisch zu gestalten wurden Verletztendarsteller eingesetzt, die täuschend echt geschminkt waren.

Leicht- bis Schwerverletzte werden in Kategorien eingeteilt und in Zelten behandelt. Hier: Rot (Lebensgefährliche Verletzungen) und Gelb (Schwerverletzte). © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann
Großbildansicht Leicht- bis Schwerverletzte werden in Kategorien eingeteilt und in Zelten behandelt. Hier: Rot (Lebensgefährliche Verletzungen) und Gelb (Schwerverletzte). © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann

Unter der Einsatzleitung von Oberbrandrat Ralf Schmitz, Leiter der Paderborner Feuerwehr, wurden Organisations- und Logistikabläufe trainiert. "Ziel dieser Übung ist es, Abläufe in den einzelnen Bereichen des Behandlungsplatzes zu optimieren und zu festigen.", berichtet Schmitz und machte deutlich, dass regelmäßige Übungen stattfinden müssen um eine schnelle und sichere Einsatzbereitschaft zu gewährleisten.

Der Behandlungsplatz ist ausgelegt für die Versorgung von bis zu 100 verletzten Personen. Das notwendige Personal wird von den Hilfsorganisationen, dem Technischen Hilfswerk und der Feuerwehr Paderborn gestellt. Hinzu kommen Notärzte und Notfallseelsorger.  

Lebensgefährlich verletzt: Notärzte und Rettungsassistenten behandeln eine schwere Bauchverletzung. Bereichsarzt für Schwerverletzte Dr. Garritzmann (re) behält den Überblick. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann
Großbildansicht Lebensgefährlich verletzt: Notärzte und Rettungsassistenten behandeln eine schwere Bauchverletzung. Bereichsarzt für Schwerverletzte Dr. Garritzmann (re) behält den Überblick. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann

Der vollständig aufgebaute Behandlungsplatz benötigt eine Fläche von ca. 2.000 Quadratmetern. Alle betroffenen Personen werden zunächst am Eingang des Platzes von Notärzten gesichtet und in Kategorien (leicht- bis schwerverletzt) eingeteilt, bevor die Verletzten in großen Zelten behandelt und für einen Transport in ein Krankenhaus vorbereitet werden. Hierfür werden medizintechnische Geräte sowie Medikamente und Material in ausreichender Menge vorgehalten. Das medizinische Personal wird von mehreren Notfallseelsorgern unterstützt, die sich um Betroffene kümmern.

Die reibungslose Zusammenarbeit der verschiedenen Organisationen ist enorm wichtig. "Die hohe vorhandene Motivation der Helfer hat zum guten Gelingen der Ablaufübung beigetragen. Die Zusammenarbeit hat hervorragend funktioniert.", so Marc Hammerstein, Sachgebietsleiter Rettungsdienst der Feuerwehr Paderborn, am Ende des Übungstages. "In Teilbereichen konnte ein Optimierungsbedarf festgestellt werden, den es nun zu verbessern gilt." zieht Hammerstein, der den BHP50-Verband führte, ein positives Resümee der Übung.

Notfallseelsorger unterstützen die Einsatzkräfte und kümmern sich um betroffene Personen. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann
Großbildansicht Notfallseelsorger unterstützen die Einsatzkräfte und kümmern sich um betroffene Personen. © Feuerwehr Paderborn - Marc Köppelmann

Bei einem Alarm hat die Behandlungsplatz-Bereitschaft eine Vorlaufzeit von maximal einer Stunde. Dann müssen sich alle Einsatzkräfte mit Fahrzeugen und Geräten auf der Feuerwache Süd gesammelt haben und einsatzbereit sein. "Mit regelmäßigen Übungen des Ablaufes kann diese Zeit verkürzt werden und die Helfer sind schneller am Einsatzort", ist sich Hammerstein sicher.

Der Behandlungsplatz ist bei der Fussballweltmeisterschaft 2006 in Gelsenkirchen und der Frauenfussball WM 2011 in Bochum als Bereitschaft vor Ort eingesetzt worden. Zu einem realen Einsatz wurde die BHP-Bereitschaft, vor wenigen Monaten, nach Rheda-Wiedenbrück alarmiert. Dort war in einer Firma Ammoniak ausgetreten und verletzte eine große Anzahl von Personen.

Dennis Happe - Feuerwehr Paderborn