Feuerwehr Paderborn mit Fahrzeugen
Feuerwehr Paderborn

Straße 'An der Talle' zwischenzeitlich voll gesperrt

Die Feuerwehr Paderborn wurde gegen 10:21 Uhr über die automatische Brandmeldeanlage zu einem Unternehmen An der Talle alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte wurde vom Unternehmen ein Realbrand gemeldet. Der betroffene Produktionsbereich wurde vollständig geräumt. Alle Mitarbeiter konnten sich unverletzt in Sicherheit bringen.

In einem unterirdischen Kabelkanal, der sich über den gesamten Hallenkomplex (mehrere 100 Meter) ausdehnte, war es in einem Teilbereich zu einem Brand der Stromkabel gekommen.

Vor Beginn der Löschmaßnahmen musste zunächst der Strom in den betroffenen Bereichen abgeschaltet werden. Herkömmliche Löschversuche mit Löschwasser brachten nicht den gewünschten Erfolg. Der Einsatz der Angriffstrupps in dem Kabelkanal war aus Sicherheitsgründen nicht möglich. In Absprache mit Firmenvertretern wurde dann an mehreren Stellen der Kabelkanal geöffnet, unter dem Einsatz von zwei Schaumrohren, mit Löschschaum geflutet. Hierdurch konnte das Feuer schnell gelöscht und eine weitere Ausbreitung verhindert werden.

Bereits im Verlauf der Löscharbeiten wurden die Einsatzkräfte auf den auftretenden Gasgeruch aufmerksam gemacht. Mit dem Einsatz von Gasmessgeräten konnte dann im Außenbereich der Produktionshallen im Bereich der Kanalisation ein hochexplosives Gas/Luftgemisch nachgewiesen werden.

Sofort wurden zwei der angrenzenden Bürohäuser evakuiert und alle Mitarbeiter in Sicherheit gebracht. Der Gasversorger EON wurde zur Einsatzstelle alarmiert und weitere Kräfte der Feuerwehr nachgefordert. Die weitere Gaszufuhr im betroffenen Hallenbereich wurde sofort gestoppt. Nach Eintreffen der EON wurde in Zusammenarbeit mit Firmenvertretern die Lage besprochen und weitere Maßnahmen eingeleitet.

Durch umfangreiche Messungen konnten dann eine Ausbreitung des hochexplosiven Gas/Luftgemisches auf dem Firmengelände nachgewiesen werden. Parallel wurde von der Firma ein Tiefbauunternehmen beauftragt um eine eventuell betroffene Gasleitung frei zu legen.

Da zunächst auch eine Gasleckage außerhalb des Firmengeländes nicht ausgeschlossen werden konnte, wurde zwischenzeitlich die Straße An der Talle durch die Polizei im betroffenen Teilbereich komplett gesperrt. Im Verlauf der Messungen konnte dann der mögliche Ort einer vermuteten Leckage eingegrenzt werden.

Die mittlerweile eingetroffen Bagger begannen damit, die Fahrbahndecke zu öffnen und die Gasleitung freizulegen. Schnell konnte dann im Nahbereich zur Brandstelle ein Leck in der Gasleitung festgestellt werden. Bereits während der Baggerarbeiten ging die gemessene Gaskonzentration langsam aber kontinuierlich zurück.

Nachdem die Hallen und Bürobereiche wieder frei gemessen werden konnten wurde der Einsatz der Feuerwehr nach ca. 4,5 Stunden beendet. Die Feuerwehr war mit 5 Löschfahrzeugen, einer Drehleiter, den Abrollbehältern Atemschutz und Sonderlöschmittel, dem Einsatzleitwagen 2, zwei Kommandowagen, einem Rettungswagen, einem Notarzteinsatzfahrzeug und insgesamt 40 Feuerwehrmännern (SB) im Einsatz.

Richard Kühling - Feuerwehr Paderborn