Feuerwehr Paderborn mit Fahrzeugen
Feuerwehr Paderborn

Jeder Tag ist ein Rauchmeldertag, nicht nur für die Feuerwehr

00:44 Uhr: Andreasstraße, Kellerbrand Zum og. Zeitpunkt wurde ein Kellerbrand an der Andreasstraße gemeldet. Neben den zwei Hilfeleistungslöschfahrzeugen der beiden hauptamtlichen Wachen, einer Drehleiter (Fw Nord) und einem Rettungswagen wurde auch die Freiwillige Feuerwehr Einheit Stadtheide sowie ein Kommandowagen des Beamten vom Einsatzführungsdienst (BvE) alarmiert.

Bei Eintreffen der ersten Einsatzkräfte um 00:52 Uhr drang dichter Rauch aus den Kellerfenstern einer dreigeschossigen Wohnanlage mit neun Wohneinheiten. Ein Teil der Hausbewohner hatten noch vor Eintreffen der Feuerwehr bereits das Haus durch den völlig verrauchten Treppenraum verlassen. Aufgrund der Lage wurden vom Einsatzleiter der Feuerwehr sofort ein Notarzteinsatzfahrzeug, ein weiterer Rettungs-wagen, die Freiwilligen Feuerwehreinheiten Stadtmitte und Marienloh, der Feuerwehrbus, ein Rüstwagen und ein Wechselladerfahrzeug mit dem Abrollbehälter Atemschutz nachalarmiert.

Eine 51jährige Hausbewohnerin erlitt beim Verlassen des Hauses eine Rauchgasvergiftung. Nach einer rettungsdienstlichen Erstversorgung vor Ort wurde die Frau mit einem Rettungswagen, in Begleitung des Notarztes, zum Krankenhaus transportiert.
Als Erstmaßnahme wurde das Gebäude von der Feuerwehr und Polizei nach weiteren Personen abgesucht und weiter geräumt. Noch während des Aufbaus des ersten Löschangriffs kam es im Keller zu einer Rauchgasdurchzündung. Die Flammen schlugen mehrere Meter aus einer Kelleröffnung heraus. Dem vorgehenden Atemschutztrupp gelang es rd. 20 Minuten nach dem Eintreffen der Feuerwehr das Feuer im Innenangriff mit einem Hohlstrahlrohr wieder unter Kontrolle zu bringen.

Insgesamt 10 Hausbewohner mussten das Haus für die Dauer der Einsatzmaßnahmen verlassen. Neun von ihnen wurden im Bus der Feuerwehr vorübergehend betreut.

Parallel zur Brandbekämpfung wurden umfangreiche Lüftungsmaßnahmen im völlig verrauchten Treppenraum erforderlich. Aufgrund einer fehlenden Abluftöffnung im Treppenraum musste ein elektrisches Be- und Entlüftungsgerät eingesetzt werden, mit dem man den Brandrauch aus dem Treppenraum absaugen konnte. Zwei weitere Hochleistungslüfter der Feuerwehr wurden zum Entrauchen des Kellers und der Wohnungen eingesetzt, in die Brandrauch über offen stehende Fenster und Türen eingedrungen war. Insgesamt mussten sieben Atemschutztrupps für die Brandbekämpfung und Entrauchung des Gebäudes eingesetzt werden.
Im Keller hatten dort gelagerte Einrichtungsgegenstände und ein Regal gebrannt. Aufgrund der thermischen Schädigung der Elektroinstallation wurde auch der Bereitschaftsdienst der Fa. E-ON hinzugezogen, der den gesamten Keller aus Sicherheitsgründen stromlos schaltete. Nach Abschluss der Löschmaßnahmen konnten der Treppenraum und die angrenzenden Wohnungen nach und nach belüftet werden. Nach dem Freimessen der Wohnungen mit Mehrfachgasmessgeräten der Feuerwehr konnten die unverletzten Bewohner wieder in ihre Wohnungen zurückkehren. Nach rd. drei Stunden konnten die Einsatzmaßnahmen der Feuerwehr insgesamt abgeschlossen werden.

Für die Dauer des Einsatzes wurden die Wache Süd von derFreiwilligen Feuerwehreinheit Wewer besetzt. 54 Einsatzkräfte, 48 Brandschutz und 6 Rettungsdienst, waren zur Durchführung der Einsatzmaßnahmen vor Ort erforderlich. Die Polizei hat ihre Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen. Der Sachschaden beträgt nach ersten Schätzungen mind. 5.000,-- €.

Ein Hinweis der Feuerwehr am Tag des Rauchmelders: Ein installierter Rauchmelder hätte sicherlich viel früher zum Bemerken des Brandes geführt. Mit einem Rauchmelder hätte man die Bewohner rechtzeitiger warnen können und ggf. hätte man auch die Rauchgasvergiftung einer Bewohnerin verhindern können. Jeder Tag ist ein Rauchmeldertag, nicht nur für die Feuerwehr!

Ralf Schmitz - Leiter der Feuerwehr Paderborn