Historisches Museum im Marstall
Historisches Museum im Marstall

Garnisionsgeschichte

Neuhaus hat seit der Herrschaft der Fürstbischöfe eine lange Tradition als Garnison. Die ersten Soldaten dienten dem jeweiligen Fürstbischof als Ordnungs- und Polizeikräfte. Darüber hinaus mussten Einheiten im Falle eines Krieges an den Kaiser bzw. an das Reich abgegeben werden. Als Reserve zum Schutz des heimatlichen Territoriums stand der sogenannte Landesausschuss (Landmiliz) zur Verfügung.
Im weiteren Verlauf des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die Garnison zu einem bedeutenden Faktor für Wirtschaft und Gesellschaft in Neuhaus und Paderborn. Restaurants, Kneipen und Tanzlokale schossen wie Pilze aus dem Boden. Kleine Wirtschaftsbetriebe und Landwirte erhielten Aufträge vom Militär und mussten daraufhin mehr Mitarbeiter anstellen. Die Straßenbahn als Nahverkehrsmittel wurde u.a. für die Soldaten eingerichtet.
Auch nach dem 2. Weltkrieg sollte Neuhaus als Militärstandort nicht völlig verloren gehen. Bemühungen, eine Bundeswehrfachschule auf Dauer im Schloss einzurichten, scheiterten. Stattdessen zogen britische Einheiten der Rheinarmee in den alten Kasernenkomplex ein.