Historisches Museum im Marstall
Historisches Museum im Marstall

1257 - 2007

750 Jahre Schloss Neuhaus
Im Jahr 1257, vor 750 Jahren, gab Papst Alexander IV. dem Paderborner Bischof Simon I. das Recht zur Anlage von Burgen und Befestigungen.

Im Folgenden lässt Orts- und Kreisheimatpfleger Michael Pavlicic die Geschichte des Schlosses Revue passieren.

Mit dem Jahre 1222 begann der Streit zwischen der selbstbewussten und starken Paderborner Bürgerschaft und ihrem Landesherren Bischof Bernhard III. (1204-1223). Die Rivalitäten zwischen Stadt und Landesherren spitzten sich unter Bischof Simon I. zur Lippe (1247-1277) zu, so dass dieser beim Papst das Burgenbaurecht erwirkte und nach erfolgter Genehmigung im Jahre 1257 in der Nähe seines alten, bereits im Jahre 1036 urkundlich erwähnten Haupthofes Neuhaus mit dem Bau einer Burganlage begann.

Erste bischöfliche Urkunden wurden auf dem Schloss im Jahre 1275 ausgestellt. Der heutige Schlossbau besteht aus insgesamt fünf Baukörpern, die zwischen 1370 und 1591-97 entstanden sind. Bischof Heinrich von Spiegel (1361-1380) errichtete einen gotischen Wohnraum, das so genannte Haus Spiegel. Unter Erich von Braunschweig (1508-1532) entstand um 1525 das zum Marktplatz gelegene Haus Braunschweig. Der aus Tübingen stammende Baumeister Jörg Unkair hat mit der Ausführung dieses Gebäudes einen Baustil nach Nordwestdeutschland gebracht, der heute als »Weserrenaissance« außerordentliche Bedeutung genießt. Das Haus Braunschweig ist der erste Bau dieser neuen Stilrichtung in unserer Region. Die Baulücke zwischen den Häusern Spiegel und Braunschweig schloss um 1534 Bischof Hermann II. Ein weiterer Bauabschnitt, angelehnt an das Haus Braunschweig, zur Lippe hin, entstand unter Rembert von Kerssenbrock (1547-1568), und zwar um 1560. Der für die katholische Reform des Fürstbistums besonders wichtige Landesherr und Bischof Dietrich IV. von Fürstenberg (1585-1618) vollendete die geplante Vierflügelanlage des Schlosses mit der Erbauung des großen Hauses Fürstenberg und der Hinzufügung der vier Außentürme bis zum Jahre 1597. Bedeutende Bischöfe machten das Schloss zu einem kulturellen Mittelpunkt in ganz Westfalen und darüber hinaus. Genannt seien hier vor allem Ferdinand von Fürstenberg (1661-1683) und Clemens August von Bayern (1719-1761); letzterer ließ am Schloss größere Umbauten vornehmen.

Nach der Säkularisation wurde das Schlossgebäude zuerst von den Preußen genutzt (1803-1806). In der Zeit der französischen Fremdherrschaft innerhalb des so genannten Königreichs Westfalen diente das Schloss als Zuchthaus (1806/07-1813/14).

Nach der erneuten Besitzergreifung des Landes Paderborn durch Preußen errichtete man ab 1820 eine Garnison im gesamten Schlossareal. Unter den verschiedenen hier stationierten Einheiten sind die 8. Husaren besonders hervorzuheben, die von 1851-1918 im Schloss beheimatet waren. Nach dem verlorenen 1. Weltkrieg (1914-1918) wurde das Kavallerie-Regiment Nr. 15 (15er Reiter) gebildet. Dieses führte die Garnisonstradition bis zum Zusammenbruch 1945 weiter.

Nach 1945 kamen das Schloss und der gesamte Schlosspark unter britische Militärverwaltung. Im Jahre 1964 erwarb die Gemeinde Schloß Neuhaus das Schlossgebäude, sowie den oberen Teil der Schlosshalbinsel (Freilichtbühne) zum Kaufpreis von DM 72.737 vom Bundesvermögensamt.

Nachdem man sich für die Errichtung einer Realschule entschieden hatte, begann die kontinuierliche Renovierung der Innenräume. Die alte Garnisonskirche der evangelischen Gemeinde im ehemaligen Rittersaal wurde ebenso zu Schulräumen umfunktioniert wie die alte bischöfliche Hofkapelle im Hause »Köln«. Nach erfolgter Gesamtrenovierung präsentiert sich das Neuhäuser Schloss wie nie zuvor als dominierender Mittelpunkt des Ortes.

Die Baugenehmigung zum Schloss:

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Die Publikation zum Schlossjubiläum: Studien und Quellen zur Geschichte von Stadt und Schloss Neuhaus, Band 2 [mehr]

Schlossforschung Aktuell
Die Erforschung der Geschichte des Schlosses und seiner Nebengebäude geht kontinuierlich weiter und wird in einem separaten Ausstellungsbereich präsentiert.
Die Entdeckung eines untergegangenen Marstalls des Schlosses Neuhaus.
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Die vielfältigen Themen der 750-jährigen Geschichte des Schlosse Neuhaus spiegeln sich auch im Programm der Vortragsveranstaltungen des Historischen Museums im Marstall wider.