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Malerei im öffentlichen Raum

*1949 in Herford, lebt in Düsseldorf und Kassel

Horst Gläsker: "Der Grande Splash", Kunsthalle Düsseldorf, 1998
Horst Gläsker: "Der Grande Splash", Kunsthalle Düsseldorf, 1998

Arbeitsweise

Horst Gläsker ist Maler und er bleibt es. Zufallsprinzip und akribische Genauigkeit in der Ausgestaltung, gestische Malerei und Nahzeichnung: Horst Gläsker war Meisterschüler bei K.O. Götz - und der gestischen Malerei ist er treu geblieben. Das Überschreiten der Größendimensionen insbesondere in Architekturkontexten macht ihn zu einem Einzelgänger unter den Malern im öffentlichen Raum. »Der Grande Splash« im Großen Saal der Kunsthalle Düsseldorf hat beispielsweise einen Durchmesser von sieben Metern. Ein weiteres Merkmal seiner Arbeiten ist die Leichtigkeit, die er der Malerei gibt: seine leuchtenden Form- und Farbstrudel ziehen den Betrachter in den Raum hinein, lassen ihn in der Farbe schweben und binden ihn dort in einen philosophischen Dialog ein. Individuelle Mythologie, Anklänge an die Tradition der Groteske, die Suche nach dem »Anderen« - Horst Gläskers künstlerische Interventionen führen den Betrachter in eine Welt, die sich neben der Alltagslogik aufbaut. Wesentlich für sein Vorgehen ist der spezifische Zugriff auf Vorgefundenes. Gläsker betreibt Spurensuche, geht dabei möglichen und wirklichen Mythologien nach, deckt Geschichten auf und bringt verborgene Träume ans Licht. »In meiner Kunst geht es mir um den Belebungsakt, um das Lebendig-Werden-Lassen einer Form. Diese steht immer im Bezug zum Raum, zur Zeit und somit zum Rhythmus des Lebendigen.«, beschreibt Gläsker seine Arbeitsweise, die er auch als »Pinseltanz« versteht. Ein Schlüssel zum Verständnis seiner Kunst liegt im Wechselspiel der Gegensatzpaare. An den Wänden seines Ateliers notiert Gläsker Begriffspaare, die »sich brauchen, um verstanden zu werden«: Wahnsinn - Vernunft, Freiheit - Ordnung, Ekstase - System, Raum - Zeit, Explosion - Kontrapunkt. Es ist die mittelalterliche Tradition der verkehrten Welt, die in der die Rückseite des Sichtbaren - im Grotesken - das Gegenstück zur Lebenswelt vermutet. Dieser erweiterte Blick gibt den Farbwelten von Horst Gläsker jene Transparenz und Undurchdringlichkeit, die das Weiterdenken in philosophischen Dimensionen befördert.

Biografie/ Preise/ Ausstellungen

1973-78
Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie, Meisterschüler C.O. Götz

1980
Erste Museumsausstellung, Von der Heydt-Museum, Wuppertal

1983/ 88
Gastprofessor an der Kunstakademie Münster

1984
"Himmelsgewässer", Lichtbildinstallation in der Düsseldorfer Kunsthalle

1990
Aktionen "Lebende Bilder", Aufführungen im Theater "Gasteig",
München und im Düsseldorfer Schauspielhaus
Galerie des Landes NRW, Brüssel
Einzelausstellung Gustav-Lübke-Museum, Hamm

1992
"Pavillon der vier Elemente", Kunsthalle Recklinghausen

1994
Internationalen Biennale der Papierkunst, Museum Düren

1995
Gastprofessor an der Hochschule für Bildende Künste, Braunschweig

1996
Auftrag für das CentrO, Oberhausen, "Der Tag" und "Die Nacht"
(Säulenbemalung) in Zusammenarbeit mit den Architekten RKW
Rhode, Kellermann, Wawrowsky
Gastatelier in der Villa Romana, Florenz

1997
Gesamtgestaltung von zwei Kirchenräumen (für Männer u. Frauen)
im Neubau der JVA Justizvollzugsanstalt Gelsenkirchen
Präsentation im Kunstmuseum Düsseldorf.
Einzelausstellung, Rhein-Main-Hallen, Wiesbaden

1998
"Der Grande Splash" und "Byzantinische Rauten". Zwei Wandbilder im
großen Saal der Kunsthalle Düsseldorf
Professur für künstlerische Praxis an die Kunsthochschule Kassel

1999
Wandmalerei "Sonnenweg" in der Paracelsusklinik Marl, in
Zusammenarbeit mit dem Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl.

2000
Einzelausstellung, Galerie Löhrl, Mönchengladbach

2003
Pinseltanzperformance und Ausstellung in der Galerie Hans Mayer,
Düsseldorf