Tatort Paderborn
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Videoinstallationen

*1966 in Emden (D), lebt in Berlin

Robert Scheipner, »blackout«, Kunstkäfig Atelierstipendium der Sutter-Gruppe in Essen, 2001
Robert Scheipner, »blackout«, Kunstkäfig Atelierstipendium der Sutter-Gruppe in Essen, 2001

Arbeitsweise

Robert Scheipner entwickelt überwiegend ortsspezifische Installationen, die das Technische mit dem Poetischen und das Erfinderische mit dem Reflexiven verbinden. Er arbeitete schon mit selbstentwickelten Animations-apparaten und begehbaren Binnenarchitekturen (»kino konkret«), aber auch mit Vehikeln und Robotern, die auf spezifische Weise mit dem Medium Video verbunden sind. Für den »Kunstkäfig« in Essen entwickelte Robert Scheipner die Installation »blackout«. Hierbei handelte es sich um einen großen zylindrischen Hohlkörper mit zwei einander gegenüberliegenden Eingängen. Die Grundidee dieser kinematischen Architektur bestand darin, einen begehbaren skulpturalen Raumkörper zu schaffen, der mit einer fortlaufenden Bewegung seinen Innenraum zum Betrachten und Betreten öffnet und sich anschließend wieder mit den Insassen verschließt. Allein in der 10-sekundlichen Phase des Verschlossenseins geschieht etwas im Innenraum, was ausschließlich derjenige erfährt, der sich dort einschließen lässt: Angelockt durch einen zarten singenden Klang öffnet sich dem Besucher ein sehr heller, beleuchteter, leerer Raum. Ein- und Ausgang sind 155 cm breit und einander gegenüberliegend. Frische Luft von einem Ventilator weht durch den Raum. Beim langsamen Schließen der Türen ändert sich die Lichtsituation im Inneren zuerst gar nicht. Kaum aber haben sich die Türen geschlossen, verlöscht das Licht und auch der schwebende Klang verstummt. Der Besucher steht für zehn Sekunden in absoluter Dunkelheit bis sich die Türen wieder langsam öffnen. Wahrnehmung und Wahrnehmungsverschiebung, Licht und die Abwesenheit von Licht sowie der Faktor Zeit spielen hierbei eine wesentliche Rolle. Aus Situationen von Licht und Dunkelheit, Offenheit und Abgeschlossenheit schafft der Künstler Erfahrungsräume, die den Betrachter mit den Grundformen der Wahrnehmung konfrontieren, den Gegenstand neu kontextualisieren und auch das Umfeld der jeweiligen Intervention in neuem Licht erscheinen lassen.

Biografie/ Preise/ Ausstellungen

1989-1996
Studium Kommunikationsdesign, Uni GHS Essen

1993-1996
Mitarbeiter der Ausstellungsgesellschaft für zeitgenössische Kunst,
Zollverein

1996
kino konkret - Diplom

1997
eklipse, eine begehbare kinematische Plastik im Zentrum des
Gasometers im Rahmen der Ausstellung 'Der Traum vom Sehen',

1999-2001
Kunstkäfig Atelierstipendium der Sutter-Gruppe in Essen

2001
aPOLLO, Skulpturen-Biennale Münsterland

2001
Sphärenlabor, 8. Triennale der Kleinplastik, Fellbach

2001-2002
Stipendium Künstlerdorf Schöppingen

2002
nodus, Verbotene Stadt, Kokerei Hansa, Dortmund

2005
Berwick Gymnasium Art Gallery Fellowship, British Art Council

2005
Urbane Realitäten, Focus Istanbul, Martin Gropius Bau, Berlin

2005
Double Border, Berwick upon Tweed

2006
banausics,  Plane Space, New York City

2007/2008
Berliner Senats Stipendium, Art Center Pasadena, Los Angeles