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Stadt & Landschaft

Wie soll die Stadtverwaltung in Zukunft aussehen?

Es ist ein Dauerbrenner in der kommunalpolitischen Diskussion. Brauchen wir in Paderborn eine neue Stadtverwaltung oder erfüllen die bestehenden Gebäude auch in den nächsten Jahrzehnten durchaus die steigenden Anforderungen?

Nachdem bereits im Jahr 2003 intensiv die Errichtung eines Neubaus der Stadtverwaltung auf dem städtischen Grundstück an der Florianstraße diskutiert worden ist, hat die Standortentwicklung der Stadtverwaltung nochmals an Brisanz gewonnen.

Im Rahmen eines Brandschutzgutachtens wurde im Jahr 2010 festgestellt, dass die Gebäudeteile C und Ca der Dienstgebäude Am Abdinghof erhebliche Mängel aufweisen. Diese sind nicht oder nur unter erheblichem finanziellem Aufwand zu beheben, so dass am 10.09.2010 die Räumung der Gebäudeteile entschieden wurde. Notwendige Flächen für die Unterbringung der städtischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden in den ehemaligen Betriebsgebäuden der Fa. Orga am Hoppenhof angemietet.

Seitdem beschäftigt sich die Stadt Paderborn mit einer Neukonzeption der Verwaltungsstandorte. Dieser Prozess wird intern durch eine Projektgruppe begleitet, weiterhin arbeitet eine Arbeitsgruppe mit 12 Mitgliedern der Fraktionen des Paderborner Stadtrates intensiv an der Frage der räumlichen Unterbringung.

Trotz des erheblichen Handlungsdrucks liegt ein besonderes Augenmerk auf der organisatorisch besten, aber auch wirtschaftlichsten Lösung, so dass die Fa. Lahmeyer Rhein Main mit einem Gutachten zur Bewertung verschiedener Entwicklungsalternativen beauftragt worden ist. Auf Grundlage der Informationen dieses Gutachtens sowie der Erarbeitungen der beteiligten städtischen Fachämter wurde durch die Arbeitsgruppe Stadtverwaltung ein Konzept erarbeitet, welches Gegenstand des Ratsbeschlusses vom 28.06.2012 war.

Im Ergebnis soll der bisherige Standort des technischen Rathauses an der Pontanusstraße aufgegeben  werden und die Verwaltung an den Standorten Florianstraße und Am Abdinghof konzentriert werden. Dabei sollen Baumaßnahmen auf den Grundstücken der heutigen Gebäudeteile C und Ca sowie das unbebaute Grundstück an der Florianstraße in einem Verhandlungsverfahren am Markt abgefragt werden und im Rahmen öffentlichen-privaten Partnerschaft (ÖPP-Modell) für städtische Zwecke nutzbar werden.

Aktuelle Entwicklung:

Im Rahmen des Ratsbeschlusses vom 27.09.2012 wurde die durch die interne Projektgruppe sowie durch die politisch besetzte Arbeitsgruppe Stadtverwaltung erarbeitete Bieterinformation für den Teilnahmewettbewerb befürwortet. Mit Veröffentlichung im EU-Amtsblatt am 05.10.2012 wurde damit der Teilnahmewettbewerb zeitgerecht begonnen und der verbindliche Einstieg in das oben beschriebene Verfahren durchgeführt.

In der Zwischenzeit wurde der Bieterwettbewerb im Verfahren "Standortentwicklung Stadtverwaltung Paderborn" beendet, es haben sich 7 Wettbewerber auf die Teilnahme am Verhandlungsverfahren beworben. Von diesen 7 Bietern wurden 5 für die weitere Erarbeitung durch die Stadt Paderborn zugelassen. Der Bieterauswahl wurde auch durch den Rat der Stadt Paderborn zugestimmt.

Die interne Projektgruppe "Standortentwicklung" arbeitet seitdem an der Vergabeunterlage, die möglichen Auftragnehmern als Grundlage für deren Planungen zur Verfügung gestellt werden soll. Die Übersendung der Vergabeunterlage bedeutet gleichzeitig den Einstieg in den 2. Verfahrensteil, das Verhandlungsverfahren.

Eine neue Entwicklung hat sich dadurch ergeben, dass in der Zwischenzeit durch die britische Regierung die Abzugspläne der britischen Streitkräfte aus Deutschland - und damit auch aus Paderborn - konkretisiert wurden. Demnach ist bereits ab dem Jahr 2017 mit einem Abzug der Streitkräfte zu rechnen, der Kasernenstandort an der Elsener Straße (Alanbrooke Barracks) wird bereits 2016 geräumt. Ursprünglich wurde mitgeteilt, dass mit einem Abzug der britischen Stationierungsstreitkräfte nicht vor dem Jahr 2020 zu rechnen sei.

Für das Projekt Standortentwicklung ergibt sich somit ein neuer Sachverhalt, der vor Eintritt in das verbindliche Verhandlungsverfahren zunächst geprüft werden muss, nämlich die Nutzung der Alanbrooke-Kaserne für Verwaltungszwecke.

Auf dem Grundstück befinden sich verschiedene Gebäude, die derzeit zu unterschiedlichen Zwecken, u. a. als Mannschaftsunterkunft, genutzt werden. Im Rahmen der Umnutzung der dort bestehenden Gebäude ist zu berücksichtigen, dass die Fassaden sowie Teile der Treppenhäuser unter Denkmalschutz stehen. Weiterhin vorhanden sind neu errichtete Einrichtungen wie z. B. eine Sporthalle sowie eine Kantine.

In der Sitzung der Arbeitsgruppe Stadtverwaltung vom 08.03.2013 wurde beschlossen, vor Eintritt in das verbindliche Vergabeverfahren bezüglich der Standorte Marienplatz und Abdinghof die Nutzung der Gebäude der Alanbrooke Kaserne für die Stadtverwaltung Paderborn zu prüfen. Hierzu wurde der städt. Eigenbetrieb Gebäudemanagement Paderborn mit einer technischen Machbarkeitsstudie beauftragt. Gleichzeitig sollen Gespräche zur Beurteilung der Wirtschaftlichkeit einer solchen Lösung aufgenommen werden. Diese sind mit der jetzigen Eigentümerin des Grundstückes, der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA), sowie mit dem Land Nordrhein-Westfalen als Fördergeber für eine mögliche Sanierung zu führen.

Mit ersten Ergebnissen wird Mitte des Monats Mai 2013 gerechnet.

Aufgrund der neuen Entwicklungen im Verfahren wurde am 20.03.2013 eine Informationsveranstaltung durchgeführt, bei der die Vertreter der Stadt Paderborn einschließlich des Konversionsbeauftragten sowie die in das Verfahren eingebundenen externen Berater über den aktuellen Sachstand informiert haben.

Die dort vorgestellten Präsentationen können Sie über diesen Link aufrufen: [mehr]