Zukunftsmeile
Wirtschaft & Standort

76. Paderborner Firmenforum

Erfolgreiches Firmenforum bei der Seele-Stiftung

Ca. 60 Unternehmerinnen und Unternehmer waren am 11.03.15 der Einladung zum 76. Paderborner Firmenforum in die Heike Seele Stiftung im Benhauser Feld gefolgt, um Interessantes und Wissenswertes zum Thema Service für die Wirtschaft zu erfahren.

Gleich nach der Begrüßung durch den Moderator des Paderborner Firmenforums, Herrn Dr. Hans-Joachim Herbermann, schlug dieser spontan vor, sich doch erst einmal das beeindruckend hergerichtete Außengelände durch einen kleinen Rundgang anzuschauen. Die Gäste schlossen sich diesem Vorschlag gerne an und unter Führung von Frau Seele wurde das Angebot für die Kinder präsentiert. In der Natur Kita trifft man auf Schritt und Tritt auf vierbeinige Mitbewohner, 2 Zwergesel, 2 Zwergziegen, 10 Hasen -und Meerschweinchen und die Kitahunde Emma und Lukas sorgen bei den Kindern für Empathie Training und Verantwortung. Für Kinder aller Altersstufen bietet das 8000 qm große abenteuerliche Waldgelände bei jedem Wetter kreative Spielideen und viel Bewegung. Zwischen Gartenarbeit im Nutzgarten und der Lagerfeuerstelle haben auch Schulkinder keine Langeweile. Ein eigener Ponyhof am Feldrand wird ab dem 01.04. Reittherapie anbieten.

Anschließend stellten die Stifterin - Frau Seele - und Herr Schröder - Geschäftsführer - die Grundidee, die Historie und den aktuellen Stand des außergewöhnlichen Kindergartens dar. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf war von Anfang an die Basis für Betriebliche Kinderbetreuung, die ein Schwerpunkt der Seele-Stiftung ist. Eltern finden hier echte Partner für ihre Familienplanung, die bei der optimalen Verknüpfung von privatem und beruflichem Engagement helfen. 68 Mitarbeiter, davon ab Sommer 7 Lehrer und 8 OGS-Betreuer, sowie 42 Erzieher, aber auch Hauswirtschaftskräfte, Tierbeauftragte, Hausmeister und etliche ehrenamtliche Helfer  sorgen für die rund 200  kleinen und großen Kinder, die in den unterschiedlichen Einrichtungen der Stiftung unter einem Dach, wie in einem kleinen Dorf, inklusiv und systemisch leben und lernen. Die Träger stellten dabei sowohl den pädagogischen Ansatz als auch die arbeitgeber-/ arbeitnehmerfreundlichen Rahmenbedingungen in den Mittelpunkt. Durch einen Zuschuss der Betriebe können die Mitarbeiter kostenlos auf viele Zusatzleistungen, insbesondere die langen Randzeiten zugreifen, die ein flexibles Arbeitsmodell möglich machen. In der Zeit von 6.00-7.30 Uhr oder von 17.00-21.00 Uhr oder auch am Samstag können diese Betreuungszeiten für ein gelungenes Familienmanagement abgerufen werden.

Im Fokus von Michael Thiele von der Fortbildungsakademie der Wirtschaft stand das Thema betriebliche Inklusion. Gemeinsam mit seiner Kollegin, Frau Budde, präsentierte er den Service des arbeitgeberorientierten Projekts "Wirtschaft inklusiv" für die Unternehmen, die sich unentgeltlich zu dieser Thematik beraten lassen können. Fragen, wie z. B. solche zur Ausgleichsabgabe und zur Vorbeugung des Fachkräftemangels, wurden angesprochen. Neben der Selbstverständlichkeit, auch Menschen mit Beeinträchtigungen entsprechend ihren Fähigkeiten im Unternehmen einzusetzen, verdeutlichte Herr Thiele, in welchen Kostendimensionen sich Unternehmen bei der Ausgleichsabgabe bewegen können. Häufig, so berichtete Herr Thiele, stellte er in seinen Beratungsgesprächen fest, dass die Betriebe  über die Möglichkeiten, entsprechend des Inklusionskonzeptes Arbeitskräfte einzustellen, noch Informationsbedarf haben und oft dankbar für die persönliche Beratung vor Ort sind.

Das Aufgabenspektrum der Bundesagentur für Arbeit ist hinlänglich bekannt, die Dienstleistung -speziell des Arbeitsgeberservices - wahrscheinlich nur wenigen. Thomas Fromme verdeutlichte aus der Vielfalt des Portfolios anhand von zwei Beispielen, wo Unternehmen diesen Service für sich in welchen Bereichen nutzen können. So kann ein Zuschuss zu den Weiterbildungskosten und ggf. auch zum Arbeitsentgelt für die Qualifizierung von Geringqualifizierten und beschäftigte ältere Arbeitnehmerinnen/ Arbeitnehmer in Unternehmen gewährt werden. Darüber hinaus veranschaulichte Herr Fromme den Prozess der modularisierten Qualifizierungsberatung. Auf der Grundlage eines kooperativen Beratungsprozesses wird das Ziel verfolgt, den Fachkräftebedarf zu sichern. Dies geschieht durch eine systematische, vorausschauende Weiterbildung der Mitarbeitenden des Unternehmens. Die Agentur sieht unter dem Aspekt der Kundenbindung, die Steigerung der Zufriedenheit des Kunden "Unternehmen" durch eine ganzheitliche Beratung.

Mittlerweile in "fast aller Munde" ist das Thema Crowdfunding. Heiner Buitkamp von der Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Stadt Paderborn skizzierte anhand des Projektes "Padercrowd", was sich hinter diesem Finanzierungsinstrument -insbesondere für Gründungsvorhaben- verbirgt. Auf den Punkt gebracht, man hat eine gute Idee, die Finanzierung fehlt, man versucht daher viele Menschen für diese Idee zu begeistern, die auch bereit sind, zur Unterstützung einen finanziellen Beitrag zu leisten. Als Gegenleistung kann ein materieller aber auch immaterieller Beitrag vereinbart werden. Der Reiz besteht darin, dass mit einer Vielzahl von kleinen Geldbeträgen, die Umsetzung guter, kreativer, innovativer Ideen möglich gemacht werden kann.

Mit dem Hinweis auf die kommenden Gastgeber - zu ihnen zählen die Commerzbank im Juni, das Autohaus Volvo Markötter im September und die Firma HDO im November - beendete der Moderator die Diskussion mit einem herzlichen Dank an den Gastgeber, die Vortragenden und die anwesenden Gäste für ihr Kommen, die rege Diskussionsbeteiligung und bat alle zur leiblichen Stärkung an das Buffet.

Bei Interesse an weiteren Informationen zu den präsentierten Themen (siehe Downloads Vorträge), kann man sich direkt an die Referenten/-in wenden.