Letzte öffentliche Führung im Kunstmuseum

Ausstellung „Aufbruch 1919 – 100 Jahre Sezession in Berlin und Dresden“ endet bald

© Stadt PaderbornDie Lithographie "Der Zeitungsträger" von Georg Scholz.

Dienstag, 14. Januar 2020 | Stadt Paderborn - Das Kunstmuseum im Marstall in Paderborn Schloß-Neuhaus zeigt noch bis zum 26. Januar die Ausstellung „Aufbruch 1919 – 100 Jahre Sezession in Berlin und Dresden“. In der letzten öffentlichen Führung am Freitag, 17. Januar, um 16.30 Uhr führt der Kurator Roland Knirr durch die Schau mit mehr als 100 Gemälden, Aquarellen und Grafiken der Berliner und Dresdner Künstlergruppen der 20er-Jahre. Der Eintritt inklusive Führung kostet 5 Euro.

Neben dem Bauhaus und der Weimarer Republik feiern auch die Sezessionen von 1919 ihr 100. Jubiläum. Als Reaktion auf den Ersten Weltkrieg und inmitten der revolutionären Umbrüche setzten die Novembergruppe in Berlin und die Dresdner Sezession 1919 mit Künstlern wie Otto Dix, Conrad Felixmüller und Peter August Böckstiegel eigene Akzente, um sich von den Konventionen des Deutschen Kaiserreiches zu befreien. Ihre Hoffnung: durch künstlerische Innovationskraft mehr Freiheit und Gerechtigkeit in Kunst und Gesellschaft zu erreichen.

Die städtische Kunstsammlung Paderborn besitzt bereits seit den 70er-Jahren Graphiken der Dresdner Sezession um 1920. In der Gegenüberstellung mit Werken der Berliner Novembergruppe erhalten diese neue Möglichkeiten der Wertschätzung. Es wird in der Ausstellung erfahrbar, welch unterschiedliche Akzente Künstler der Dresdner und der Berliner Avantgarde setzten. Die regional unterschiedlichen Charakteristika werden deutlich im facettenreichen Spektrum, das von der Kunst des Expressionismus über Dada bis hin zur Kunst der Neuen Sachlichkeit reicht. In Werken von Conrad Felixmüller und Fritz Stuckenberg lässt sich eine chronologische Entwicklung beobachten, die bei Felixmüller vom Spätexpressionismus hin zur Kunst der Neuen Sachlichkeit reicht und die Fritz Stuckenbergs Weg zur Abstraktion nachvollziehen lässt.

Die Dresdner Sezession ist unter anderem durch Werke von Otto Dix, Conrad Felixmüller, Max Busyn, Otto Griebel, Eric Johansson, Wilhelm Lachnit, Eugen Hoffmann und Christoph Voll repräsentiert, während die Novembergruppe in Berlin durch Gemälde und Grafiken von Fritz Stuckenberg, Heinrich Ehmsen, George Grosz, Georg Scholz, Heinrich Campendonk, Karl Völker, Johannes Itten, Lyonel Feininger und Wassily Kandinsky sowie Kurt Schwitters in all ihrer stilistischen Vielfalt vertreten ist.

Alle Künstler der Sezession in Berlin wie in Dresden reflektierten die Kriegsgeschehnisse und revolutionären Umbrüche um 1919. In ihren Kunstwerken spiegelt sich deren Persönlichkeit als Ausdruck unterschiedlicher Haltungen zum gesellschaftlich-kulturellen Wandel der Zeit.

Die Paderborner Ausstellung zeigt viele Artefakte aus städtischem Besitz ergänzt durch Leihwerke aus verschiedenen Museen sowie einer Privatsammlung und vermittelt so Positionen der Avantgarde-Kunst der jungen Weimarer Republik; ihr Credo ist es, den Anspruch auf gesellschaftliche Relevanz der Kunstwerke wie deren ästhetische Vielfalt in gleichem Maße zu veranschaulichen.

Zur Ausstellung ist ein umfangreicher Katalog mit mehr als 100 Abbildungen der Exponate erschienen.

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