Eröffnung der Ausstellung "Get Dressed!"

Das große Projekt der fünf städtischen Museen in Paderborn startet am 16. August

© Stadt PaderbornAm 16. August starten die fünf städtischen Museen das Ausstellungs-Projekt: „Get dressed! Das Kleid in Geschichte, Kunst und Natur“, das aus verschiedenen Perspektiven einen Blick auf Geschichte und Bedeutung unserer Kleidung wirft. Hier sind einige Werke aus der Foto-Ausstellung der bekannten Fotografin Herlinde Koelbl "Kleider machen Leute" im Stadtmuseum zu sehen.

Donnerstag, 13. August 2020 | Stadt Paderborn - Das Kleid in Geschichte, Kunst und Natur ist ab dem 16. August Thema in den fünf städtischen Museen in Paderborn. „Get dressed!“ lautet der Titel des Großprojektes, das Ausstellungen, Workshops, Führungen, Vorträge und auch Angebote für Familien, Kinder und Schulen umfasst. „Es ist das erste Mal, dass die städtischen Museen in diesem Umfang gemeinsam ein Thema erarbeitet haben,“ sagt Dr. Andrea Brockmann, Leiterin der Abteilung Museen und Galerien der Stadt Paderborn, die mit ihren Kollegen das Projekt seit einem Jahr vorbereitet hat. „Kleidung ist ein grundlegendes Thema, das uns von der Geburt bis zum Tod begleitet. Wir greifen dieses vielseitige Phänomen auf und zeigen das Kleid als Statussymbol, als Ausdruck der Identität, als Verpackung, Tarnung, oder als künstlerisches Material.“ Dieses Spektrum ist in den verschiedenen Ausstellungen zu erleben.

Die Ausstellung „Standesgemäß“ im Residenzmuseum blickt in die Geschichte der Kleidungskultur. Prächtige Kleider, schicke Uniformen, einfache Röcke – die Kleidung zeigte im Barockzeitalter die soziale Stellung der Person an – ihren Stand. Die Porträtgemälde der Sammlung Fürstenberg geben heute einen sinnfälligen Einblick in die Welt des Adels aber auch des Bürgertums und der ländlichen Gesellschaft. Diese zeigt Pieter Brueghel der Jüngere (1564 – 1637). In leuchtenden Farben sind die Schürzen der Frauen gemalt, die von der Kirmes zurück in ihr Dorf kehren. Sicherlich ein Höhepunkt der Ausstellung.

Zu „Get dressed!“ zeigt das Stadtmuseum die Ausstellung „Kleider machen Leute“ der international renommierten Fotografin Herlinde Koelbl. Die Münchner Fotografin hat sich über viele Jahre lang dem Thema „Kleidung“ gewidmet. Sie hat Menschen in Deutschland und aus acht weiteren Ländern in ihrer offiziellen Berufskleidung und privat portraitiert. Herlinde Koelbl geht es um die Verwandlung und die Blendung durch „Uniformen“, es geht ihr um den öffentlichen und privaten Menschen. Es sind optisch erstaunliche Metamorphosen, die in ihren überwiegend großformatigen Fotografien deutlich werden: Mit der formellen Kleidung verändert sich die Körpersprache, Uniformen und Berufskleidungen lassen den Menschen imposanter und selbstbewusster erscheinen – ohne hingegen wirken die Dargestellten manchmal alltäglich oder verlieren sogar ihre Ausstrahlung. „Seit den 1980er Jahren komponiert Herlinde Koelbl in großen Zyklen künstlerische Interpretationen kultureller, gesellschaftlicher und philosophischer Themen, und wir freuen uns, ihre Bilder zu unserem Projekt in Paderborn zeigen zu dürfen“, so Markus Runte, Kurator der Ausstellung.

In der Städtischen Galerie in der Reithalle ist unter dem Titel „anziehend. Kunst-Kleider und textile Objekte“ eine Auswahl von 67 Werken zu sehen, die Kleidung als Motiv, Material oder gesellschaftlichen Dresscode aufnimmt. Von der folkloristischen Bluse im Werk „Frau im Lehnstuhl“ von Pablo Picasso, über den Filzanzug von Joseph Beuys, bis zu den gewitzten Arbeiten von Axel Lieber oder Guda Koster reichen die Positionen. Ulrike Kessl hat 7 m hohe Rocksäulen in die Galerie gebaut, die Künstlerin Roshanak Zangeneh thematisiert in ihrer Fotoserie die Kleiderordnungen für Frauen im Iran, Rosemarie Trockels Videoarbeit zeigt das Auflösen eines Strickpullovers und die großformatige Malerei von Markus Willeke lässt geisterhafte Wesen in Anoraks entstehen. Insgesamt sind 19 Künstlerinnen und Künstler an der Ausstellung beteiligt.

Im Kunstmuseum wirbeln in der Installation „Tour en l`air“ von Ursula Neugebauer, Professorin an der Universität der Künste Berlin, rote Kleider von Elektromotoren gesteuert durch den Raum. Sie wirken wie grazile Körper, aber es sind nur Hüllen, anziehend und erotisch in Materialität und Farbe, aber keine Menschen. Dennoch erfüllt die Bewegung den Raum mit Leben. Der Pferdestall der ehemaligen Residenz der Paderborner Bischöfe wird zum Ballsaal. Im Spannungsfeld von Körper, Kleid und Hüllenphänomen werden nebenan ergänzend Designs und künstlerische Arbeiten von Studierenden des Fachs Textil der Universität Paderborn gezeigt.

Auch das Naturkundemuseum widmet sich dem Thema Kleidung. Schlangen „fahren aus ihrer Haut“ und wechseln ihr Schuppenkleid, die Mode des Igelfischs kommt ziemlich „aufgeblasen daher“ und tropische Schmetterlinge setzen auf einen bunten Mix an Farben in einem Kostüm. Auch Tiere haben Moderegeln. Die Besucher*innen begeben sich in der Sonderausstellung „Kleid der Tiere – Geniale Verpackungen der Natur“ auf eine modische Safari, frei nach dem Motto „Schuppen, Federn, Fell: Kleider machen Tiere.“ Auf ihrer Expedition durch die Ausstellung treffen sie auf rund 100 Exponate. Viele davon stammen aus dem Magazin des Paderborner Museums, einige wurden von der Zoologischen Sammlung der Universität Marburg, dem Naturkundemuseum in Kassel und einem lokalen Tierpräparator entliehen. „Zu den Protagonisten dieser Sonderausstellung gehören unter anderem Großkatzen, wie Leopard und Löwe, die auf einem Catwalk posieren sowie eine erst in diesem Jahr entdeckte Waranart mit einem getupften Schuppenkleid“, erläutert der Zoologe und Kurator der Ausstellung, Dr. Sven Mecke.

Zwar kann aufgrund der Corona-Pandemie keine zentrale Eröffnungsveranstaltung stattfinden, aber am Eröffnungswochenende wird dennoch ein abwechslungsreiches Programm geboten:

Am Samstag, 15. August, ist das Stadtmuseum von 17 bis 22 Uhr geöffnet und das Publikum kann einen ersten Blick auf die Ausstellung „Kleider machen Leute“ mit Fotografien der Künstlerin Herlinde Koelbl werfen. Eine Fotobox lädt zu Selbstportraits zum Thema „Kleider machen Leute ein“. Der Eintritt bis 22 Uhr ist frei.

Am Sonntag, 16. August, gibt es in der Museumslandschaft von Schloß Neuhaus und im Stadtmuseum einen Tag der offenen Tür. Bei freiem Eintritt können Sie die Museen und die Sonderausstellungen von 10 bis 18 Uhr besuchen und mit den anwesenden Kurator*innen ins Gespräch kommen.

Im Residenzmuseum und im Innenhof des Schlosses tritt um 11 und um 13 Uhr das Ensemble TanzBau auf. Dr. Silke Köhn und Dr. Andreas Neuwöhner führen um 11:30, 13:30 und 15:30 Uhr durch die Ausstellung.

Im Naturkundemuseum werden um 11, 15 und 16:30 Uhr Kurzführungen von Dr. Sven Mecke angeboten. Der Zoologe wirft einen Blick auf die geniale „Hülle der Tiere“. Diese kann weich sein, wie das Fell des Gepards, aber auch solide und hart, wie der Panzer der Schildkröte.

Im Stadtmuseum führt Markus Runte um 17 Uhr durch die Ausstellung.

Die Anmeldung zu den Führungen persönlich vor Ort ist erforderlich, da coronabedingt die Teilnehmer*innenzahl auf 9 Personen begrenzt ist.

Im Innenhof des Marstalls wird das Künstlerpaar Guda Koster und Frans van Tartwijk um 14 und um 16 Uhr eine Performance mit ihren living sculptures aufführen. Ausgehend von der Städtischen Galerie in der Reithalle erscheinen Stoffskulpturen, die mit ihrem tierischen Muster eine Verbindung zum Kleid der Tiere schaffen.
Im Museumsquartier verwöhnt ein Coffee-Bike mit leckeren Kaffeespezialitäten.

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