„ZWISCHEN FLUT UND ERLEBNIS“

9. TAGUNG INNENSTADT WIDMETE SICH DEM THEMA „WASSER IN DER STADT“
KOMMUNAL- UND BAU-MINISTERIN INA SCHARRENBACH: „WICHTIGER MOSAIK-STEIN FÜR LEBENSWERTERE STÄDTE“

© Stadt PaderbornIm Rahmen der Exkursion durch das Paderquellgebiet erfuhren die Teilnehmer viel Wissenswertes über das Gebiet an sich, aber auch über die bereits laufenden Umbaumaßnahmen im Mittleren Paderquellgebiet. Dr. Frank Becker, Leitung des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen erklärte zum Beispiel wie die Pläne zur Gestaltung des ehemaligen Kehl-Schwarze Geländes aussehen (Bild).

Montag, 16. April 2018 | Stadt Paderborn - Münster. Etwa 230 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben in Paderborn die 9. Tagung Innenstadt des Netzwerk Innenstadt NRW besucht. Die Veranstaltung unter dem Titel „Wasser in der Stadt – zwischen Flut und Erlebnis“ leistete in diesem Jahr einen Beitrag zum Europäischen Kulturerbejahr (ECHY 2018). Eröffnet wurde die Tagung seitens der zuständigen Ministerin für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen, Ina Scharrenbach.
In ihren „Leitgedanken zur Stadtentwicklungspolitik in Nordrhein-Westfalen“ kündigte die Ministerin eine neue Landesinitiative „Zukunft.Innenstadt.Nordrhein-Westfalen“ an. Die wird von Partnern der kommunalen Familie, des Handels, der Wohnungswirtschaft, der Baukultur sowie vom Netzwerk Innenstadt und der Arbeitsgemeinschaft Historische Stadt- und Ortskerne getragen. Unter dieser Dachmarke soll die Weiterentwicklung von Innenstädten, Stadtkernen und Ortszentren über die folgenden Jahre begleitet und fachlich qualifiziert werden. „Mir ist wichtig, die Kommunen bei der andauernden Transformation ihrer Zentren durch zielgerechte Städtebau- und Wohnungspolitik zu unterstützen“, sagte die Ministerin. Außerdem griff sie das Thema der Tagung auf. „Im Sinne einer nachhaltigen Stadtentwicklung ist auch eine integrierte Betrachtungsweise des Themenfeldes Wasser erforderlich“, so Scharrenbach. Dies sei „ein wichtiger von zahlreichen Mosaiksteinen auf dem Weg zu lebenswerteren Städten in unserem Land“.
Im Anschluss stellte Prof. Dr.-Ing. Mathias Uhl (FH Münster) den historischen Wandel der Ressource Wasser dar. Im weiteren Fokus standen zwei Themenfelder, die tiefergehend beleuchtet und diskutiert wur-den: zunehmende Hochwasserereignisse in Innenstädten einerseits, die potenziell urbane Erlebnisqualität von Wasser andererseits. Zum ersten Thema äußerten sich am Vormittag u. a. Prof. Dr.-Ing. Heiko Sieker (Hoppegarten), Berthold Reloe (Tiefbauamt Stadt Münster) sowie der niederländische Landschaftsarchitekt Mathieu Schouten. Während sich Prof. Dr. Sieker der wassersensitiven Stadtplanung widmete, beleuchtete Berthold Reloe die Folgen des Jahrhunderthochwassers 2014 für die Stadt Münster. Mathieu Schouten stellte in einem vielbe-achteten Vortrag die Maßnahmen vor, mit denen Nimwegen der steten Hochwassergefahr durch die Waal begegnet. Zunehmende Starkregen- und Hochwasserereignisse machten integrierte Wassermanagementkon-zepte und eine wasserorientierte Stadtplanung erforderlich, so die Experten übereinstimmend. In den Innen-städten seien künftig sowohl bei Stadterneuerung wie Stadtumbau Maßnahmen zur Starkregenvorsorge, zum präventiven Hochwasserschutz und zum Hochwasserrisikomanagement zu berücksichtigen.
Am Nachmittag standen die gestalterischen Chancen des Wassers für Innenstädte im Mittelpunkt. Nach einer Einführung von Dr.-Ing. Katrin Korth (Korth StadtRaumStrategien, Lichtenau) äußerten sich dazu u. a. Claudia Warnecke (Technische Beigeordnete Stadt Paderborn) sowie Siegfried Pflum (Fachdienstleiter Stadtplanung Stadt Hann. Münden). Plätze mit Wasser, Uferpromenaden und Wasserspielplätze, so der Tenor, zeichnen sich durch einen hohen Freizeitwert aus und seien willkommene Naherholungs- und Auf-enthaltsräume. Wasserflächen wirken im Sommer kühlend und beeinflussten somit das Stadtklima positiv. Bei der Gestaltung urbaner Stadträume mit Wasserarchitektur müssten zudem die Regenwassernutzung sowie die Energie-, Kälte- und Wärmegewinnung in den Fokus rücken.
Um „Wasser in der Stadt von Morgen“ ging es im abschließenden Beitrag von Dieter Grau, Geschäftsführer der Ramboll Studio Dreiseitl GmbH in Überlingen. Grau blickte dabei über nationalen und auch europäi-schen Tellerrand hinaus und beleuchtete internationale Ansätze.
Die Tagung hatte bereits am Vortag begonnen. Nachdem der renommierte niederländische Stadtsoziologe Drs. Hans P.G. Hoorn aus Maastricht die Unverzichtbarkeit von Wasser für die Lebensqualität in europäi-schen Städten herausgestellt hatte, konnten sich die Tagungsteilnehmer auf vier Exkursionen vor Ort über die Thematik informieren.
Auf der Tour nach Rheda-Wiedenbrück und Lippstadt waren Hochwasserschutz, Renaturierung und Gestaltung an Ems und Lippe zu begutachten. Auf der zweiten Tour standen der Hochwasserschutz und die Renaturierung der Bega in Lemgo sowie die Entwicklung der historischen Altstadt mit der Salze in Bad Salzuflen im Vordergrund. Die Tour nach Bad Karlshafen und zum Weser-Skywalk befasste sich mit der Weser und den gestalterischen wie funktionalen Möglichkeiten des Wassers. Tour 4 schließlich erkundete das Paderquellgebiet in Paderborn.
Mehr Informationen und Impressionen zur Tagung unter: www.innenstadt-nrw.de

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