Umweltfreunde unterwegs

Am Mittwochvormittag, 4. September, überreichte der Betriebsleiter des ASP Paderborn, Reinhard Nolte gemeinsam mit dem ersten stellvertretenden Bürgermeister Dietrich Honervogt den Erstklässlern der Stephanus-Grundschule neue Warnwesten.

Sicherer Schulweg dank neuer Warnwesten

© Stadt PaderbornDie Erstklässler der Stephanusschule probieren gleich die neuen Warnwesten an.

Unter dem Motto „Umweltfreunde unterwegs“ sollen die Schulkinder mit den Warnwesten sicher zur Schule und wieder nach Hause kommen. Bei dem fröhlichen Ereignis waren auch die Leiterin der Stephanus-Grundschule Andrea Woitschek, die Schulverwaltungs- und Sportamtsleiterin Christel Rhode, die Jun.-Prof. Dr. Miriam Kehne von der Universität Paderborn sowie Ingrid Sandbothe und Stefan Döring von der Kreispolizeibehörde Paderborn mit dabei.

Für dieses Schuljahr werden die Warnwesten für die Erstklässler vom ASP, Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn beschafft und verteilt. „Auch beim ASP wird Sicherheit im Straßenverkehr großgeschrieben. Besonders morgens vor Schulbeginn ist von den Fahrzeugbesatzungen erhöhte Aufmerksamkeit gefordert. Auffällige Warnwesten bedeuten zusätzliche Sicherheit vor allem in der dunklen Jahreszeit“, erklärt Reinhard Nolte, Betriebsleiter des ASP Paderborn.

Gemeinsam mit der Schulleiterin Andrea Woitschek und dem ersten stellvertretenden Bürgermeister Dietrich Honervogt hat Frau Rhode, Leiterin des Schulverwaltungs- und Sportamtes Paderborn, die Zusammenarbeit mit dem ASP Paderborn koordiniert. „Etwa 1350 Erstklässler erhalten in den nächsten Tagen ihre neuen Warnwesten vom ASP“, sagt Christel Rhode.
Ziel der Warnwesten-Aktion ist es, die Kinder sichtbar für den Schulweg zu machen und somit für mehr Sicherheit zu sorgen. Gleichzeitig geht es darum, den Bringverkehr an den Schulen zu minimieren.

Als Leiterin der Stephanus-Grundschule hat die Sicherheit der Kinder für Andrea Woitschek höchste Priorität: „Auch, wenn der Schulweg nicht im Verantwortungsbereich der Schule liegt, ist es uns ein großes Anliegen, dass die Kinder sicher zur Schule kommen. Gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen von der Polizei unternehmen wir daher viel im Bereich der Verkehrserziehung. Die Warnwesten sind dabei ein gutes Hilfsmittel und ich bin sehr dankbar, dass der ASP uns die Westen zur Verfügung stellt“, so die Schulleiterin.

Die Polizei unterstützt die Warnwesten-Aktion ebenfalls und spricht sich insbesondere für weniger Verkehr an den Schulen aus: „Der allmorgendliche Bringverkehr an den Schulen stellt ein erhöhtes Verkehrsrisiko dar. Viele Verkehrsunfälle passieren tatsächlich auf den Straßen und Parkplätzen an den Schulen“, erklärt Ingrid Sandbothe von der Kreispolizeibehörde Paderborn.

Auch die Bewegungsförderung spielt bei der Warnwesten-Aktion eine zentrale Rolle. Eltern und Kinder sollen dazu angeregt werden, den Schulweg vermehrt zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu bewältigen. Durch einen täglichen Spaziergang zur Schule kann die ganzheitliche Gesundheit der Kinder maßgeblich unterstützt werden.

„Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto direkt vor die Schule und es kommt zu einem erhöhten Verkehrsaufkommen. Der Walking Bus ist zum Beispiel eine hervorragende Maßnahme, um dies zu verringern und gleichzeitig die Bewegung und damit auch die Gesundheit der Kinder zu fördern. Mit den neuen Warnwesten wollen wir nicht nur den Kindern, sondern auch den fürsorglichen Eltern ein Gefühl von Sicherheit vermitteln“, sagt Dietrich Honervogt.

© Stadt Paderborn

Der sogenannte „Walking Bus“ wurde bereits im Jahr 2005 für einen sicheren und gesunden Schulweg eingeführt. Dabei handelt es sich um einen virtuellen Bus, in dem Kinder als „Passagiere“ in Begleitung von Erwachsenen als „Busfahrer“ den Schulweg zu Fuß beschreiten.

Die Polizei entwickelt im Vorfeld eine risikoarme „Busstrecke“ mit festen Walking Bus-Haltestellen. Die beteiligten Erwachsenen sind als „Busfahrer“ dafür verantwortlich, dass der Walking Bus die Haltestellen pünktlich erreicht und somit alle Kinder sicher an der Schule ankommen.

Das Besondere am Walking Bus ist nicht nur das zentrale Ziel der Bewegungsförderung, sondern auch die Förderung des sozial-kommunikativen Verhaltens der Kinder. Bei der Ankunft in der Schule haben die Kinder im Walking Bus bereits ihren ersten Gesprächsbedarf gestillt. Sowohl Forschungsergebnisse der Universität Paderborn, als auch Aussagen von Lehrkräften weisen auf höhere Aufmerksamkeits- und Konzentrationsleistungen der Walking Bus-Kinder in den ersten Schulstunden hin.

„Ich freue mich, dass der Walking Bus seit dem Startschuss im Jahr 2005 an der Grundschule in Dahl, an vielen Grundschulen in Paderborn noch aktiv ist und nun nach knapp 15 Jahren wieder Aufwind erfährt. Gerade in einer Zeit der zunehmenden körperlichen Inaktivität ist es besonders wichtig, eine regelmäßige Bewegung in den Alltag der Kinder zu integrieren“, so Jun.-Prof. Dr. Miriam Kehne vom Department Sport und Gesundheit der Universität Paderborn.

Seit 2006 gibt es den Walking Bus auch an der Stephanus-Grundschule in Paderborn. Freiwillige Eltern organisieren den Walking Bus und die Schule übernimmt dabei eine unterstützende Rolle: „Der Walking Bus wird von freiwilligen Eltern organisiert und funktioniert an unserer Schule sehr gut. Etwa ein Drittel unserer Kinder kommt auf diesem Wege morgens zur Schule. Da sich die Eltern mit der Begleitung abwechseln, sparen sie sich auf diese Weise auch eine Menge Zeit“, sagt Andrea Woitschek.

Für alle Walking Bus-Kinder ist eine Warnweste verpflichtend. Grundsätzlich sollten jedoch alle Kinder ihre neue Warnweste auf dem Weg zur Schule tragen, egal ob sie mit dem Walking Bus, mit dem Fahrrad oder doch mit dem Auto ankommen: Selbst kurze Wege vom Parkplatz bis in das Schulgebäude sind in den neuen Warnwesten des ASP Paderborn sicherer. Die Kinder der Stephanus-Grundschule freuen sich jedenfalls über ihre neuen Warnwesten und tragen sie mit Stolz.