Jahrgangsübergreifend Lernen in der Schuleingangsphase

In der Schuleingangsphase lernen die Kinder jahrgangsübergreifend.

Seit August 2013 werden an der KGS Marienloh die Jahrgangsstufen 1 und 2 jahrgangsübergreifend unterrichtet. In vier Klassen (blau, grün, rot und gelb) lernen jeweils Erst- und Zweitklässler gemeinsam. Die Jahrgänge 3 und 4 werden danach wieder in getrennten Klassen unterrichtet.

Chancen des jahrgangsübergreifenden Lernens

Soziale Erfahrungen ermöglichen:

Jedes Kind ist zuerst ein "Kleiner" und darf Hilfe annehmen und wird danach zum "Großen", der nun Hilfe und Erfahrungen weitergeben kann. Dieser Rollenwechsel zwischen „Hilfe annehmen“ und „Hilfe geben“ ist durch die jährlich wechselnde Zusammensetzung der Gruppe gegeben. So haben die Kinder außerdem Freunde in der 1. Klasse aber auch in der 3. Klasse, weil sie mit ihnen gemeinsam gelernt haben. Es entsteht ein größeres Beziehungsgeflecht der Kinder untereinander und damit ein verringertes Konfliktpotenzial in der gesamten Schulgemeinschaft.


Altersmischung des Kindergartens fortführen:

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist oft mit Trennungsängsten und Unsicherheiten verbunden. In einer jahrgangsübergreifenden Klasse treffen die Kinder ehemalige Kindergartenfreunde in ihrer Klasse wieder, die sich im Schulalltag schon auskennen. Auch für Eltern ist dies eine Hilfe, wenn erfahrene Eltern aus dem 2. Jahrgang in der Klasse mit vertreten sind.

Rituale und Unterrichtsmaterialien sind zu Schulbeginn den Zweitklässlern schon bekannt. Dadurch wird der Schulanfang für Erstklässler entlastet.


Heterogenität annehmen und nutzen:

Auch in jahrgangsbezogenen Klassen existiert ein sehr heterogenes Leistungsspektrum, da die Unterschiede in der Entwicklung der Kinder bis zu drei Jahre betragen.

In jahrgangsübergreifenden Klassen wird diese Heterogenität noch verstärkt, aber auch konstruktiv genutzt: Kinder unterstützen sich beim Lernen gegenseitig, da keine einheitlichen Anforderungen, sondern individuelle Lernprozesse und Fortschritte im Zentrum stehen. 


Selbstständiges, eigenverantwortliches Lernen:

Schule muss heute auf ein lebenslanges Lernen vorbereiten. Dabei werden Methoden der Aneignung von Wissen immer wichtiger. Die Materialien der JüL-Klassen sind zu weiten Teilen selbsterklärend und differenziert aufbereitet, so dass Kinder eigenständig daran arbeiten können. 


Individuelles Lernen ermöglichen:

Schon lange ist bekannt, dass nicht alle Kinder zur gleichen Zeit die gleichen Lernziele erreichen können. Jedes Kind hat seine individuelle Lerngeschwindigkeit. In einem jahrgangsübergreifenden Unterricht lässt sich die individuelle Förderung besonders gut umsetzen, weil jedes Kind auf seinem Lernstand arbeitet und es ganz normal ist, dass jeder an unterschiedlichen Inhalten arbeitet, die im Augenblick seinem Lernstand entsprechen. Dabei werden die Kinder dort abgeholt, wo sie stehen. Verschiedene Diagnosen zu Beginn des Schuljahres ermöglichen es den Lehrerinnen, das Unterrichtsmaterial auf die individuellen Ausgangssituationen der Kinder anzupassen.

Vorteile der individuellen Verweildauer in der Schuleingangsphase (SEP) nutzen:

Die Schuleingangsphase umfasst die 1. und 2. Klasse. Sie kann in einem, zwei oder auch drei Jahren durchlaufen werden. Die Regeldauer sind 2 Jahre (ein Jahr für den Stoff der 1. Klasse plus ein Jahr für den Stoff der 2. Klasse).

Schnell lernende Kinder können ein Schuljahr überspringen und wechseln bereits nach einem Jahr in die 3. Klasse. Andere brauchen für die Schuleingangsphase drei Jahre. Für beide bedeutet ein Rücktritt bzw. das Überspringen immer einen Wechsel der Lerngruppe und der Lehrperson. Im jahrgangsübergreifenden Unterricht bleibt für die betroffenen Kinder (egal, ob Rücktritt oder Überspringen), ein Teil der Lerngruppe bestehen und zumindest beim Rücktritt auch die Lehrperson.