Günther und Ramelow werben für unverkrampften Umgang von CDU und Linken

12.06.2019 Ministerpräsidenten streben aber kein Bündnis der beiden Parteien an

© Bernd Von Jutrczenka, dpa/AFP/ArchivDie Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Thüringen, Daniel Günther (CDU) und Bodo Ramelow (Linke), plädieren angesichts unklarer Mehrheitsverhältnisse für einen entspannteren Umgang ihrer Parteien miteinander.
Die Ministerpräsidenten von Schleswig-Holstein und Thüringen, Daniel Günther (CDU) und Bodo Ramelow (Linke), plädieren angesichts unklarer Mehrheitsverhältnisse für einen entspannteren Umgang ihrer Parteien miteinander. "Die Zeit der Ausgrenzung ist vorbei", sagte Günther dem Magazin "Spiegel". Er wünsche sich natürlich, dass der Thüringer CDU-Chef Mike Mohring als Sieger bei der Landtagswahl durchs Ziel geht.
Und klar sei auch, dass Ramelow "in vielen Fällen völlig entgegengesetzte politische Ansichten vertritt". Doch akzeptiere er diese Unterschiede, sagte Günther in dem am Mittwoch veröffentlichten gemeinsamen Interview.
Ramelow sagte: "Wir müssen in Deutschland neue Politikmodelle im Rahmen der parlamentarischen Demokratie erproben." So gebe es in der Bundesrepublik eine "seltsame Scheu vor Minderheitsregierungen". Man müsse sie nicht anstreben, sei aber "gut beraten, sie nicht nur als Risiko, sondern auch als politische Chance zu sehen". Wechselnde Mehrheiten erhöhten die Möglichkeit, zu neuen Ideen zu kommen, jenseits traditioneller Parteilinien.
Beide Ministerpräsidenten streben keine formalen Regierungsbündnisse zwischen CDU und Linkspartei an. "Es gibt keine politischen Schnittmengen zwischen CDU und Linken", sagte Günther. Daher halte er nichts von solchen Gedankenspielen. Es gehe "um vernünftige Lösungen jenseits von Koalitionen". Ramelow betonte, bei Sachthemen rede er natürlich mit Christdemokraten. "Aber ich strebe keine Koalition mit der CDU an."
Nach jüngsten Meinungsumfragen hat Ramelows derzeitiges Regierungsbündnis mit SPD und Grünen keine Mehrheit mehr. In Thüringen wird am 28. Oktober in neuer Landtag gewählt.

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