Neubau der Stadtverwaltung

Der Neubau der Stadtverwaltung soll zeitnah starten.

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Aktuelles

März 2019: Breite Mehrheit stimmt dafür

Der Neubau der Paderborner Stadtverwaltung Am Abdinghof wird jetzt zeitnah angegangen, da ein zulässiges Bürgerbegehren nicht mehr zu erwarten sei. Das beschloss der Paderborner Rat mit den Stimmen von CDU und SPD am Donnerstagabend bei seiner Sitzung in der Paderborner Universität. Die AG Stadtverwaltung solle sich nunmehr zeitnah mit der Konkretisierung der Pläne des Siegerentwurfs aus dem Architektenwettbewerb beschäftigen. 
Bürgermeister Michael Dreier machte in der Sitzung deutlich, dass die Frist für ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss zum Neubau der Paderborner Stadtverwaltung Am Abdinghof vom 15.11.2018 nach seiner Auffassung und nach Auffassung des Kreises Paderborn als Rechtsaufsicht abgelaufen sei.

Der endgültige Beschluss aus dem November 2018 sei ein Schlusspunkt einer Diskussion um die zukünftige Unterbringung der Stadtverwaltung, die seit vielen Jahren geführt wurde. Während dieser langjährigen Überlegungen seien alle relevanten Fakten und Belange in diversen Projektgruppen auch in wirtschaftlicher Hinsicht überprüft worden.
Die nach der Gemeindeordnung für ein Bürgerbegehren erforderlichen Unterstützungsunterschriften würden üblicherweise auf den Unterschriftenlisten geleistet, so Dreier. Um der gesetzlich festgelegten Schriftform Genüge zu tun, dürften die Unterstützungsunterschriften nur auf solchen Listen geleistet werden, auf denen die zur Entscheidung zu bringende Frage, die Begründung und die vertretungsberechtigten Personen aufgeführt sind (§ 26 Abs. 2 S. 1 GO NRW) und die Kostenschätzung der Verwaltung angegeben wurde (§ 26 Abs. 2 S. 6 GO NRW). Die Unterschriften, die auf Unterschriftenlisten ohne die vom Gesetz angeforderten Angaben stehen, könnten bei der Zählung nicht berücksichtigt werden, so Michael Dreier.

Die Initiatoren des Projekts seien trotz mehrfacher schriftlicher und mündlicher Nachfrage aber bis heute nicht bereit gewesen, ihr Bürgerbegehren soweit zu konkretisieren, dass eine plausible Schätzung der Kosten der geforderten Maßnahme möglich wäre. Die Initiatoren wendeten sich gegen den Siegerentwurf, das weitere Schicksal des Gebäudeteils C/Ca bleibe aber völlig offen.

Dreier machte deutlich, dass ein dringender Raumbedarf der Paderborner Stadtverwaltung bestehe, da die aktuell in Nutzung befindlichen Standorte bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet seien, was eine zeitnahe Realisierung des Projektes fordere. Zudem verursache eine weitere Verschiebung der Baumaßnahmen auch eine weitere Kostensteigerung für die Gesamtmaßnahme. Auch gebe es vertragliche Grundlagen zwischen der Stadt Paderborn und dem Büro des Wettbewerbsgewinners, die sich aber nicht für einen länger andauernden zeitlich unbestimmten Rahmen sicherstellen ließen.

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Februar 2019: Neubau Stadtverwaltung Thema im Rat

Die Frist für ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss zum Neubau der Paderborner Stadtverwaltung Am Abdinghof vom 15.11.2018 ist nach Auffassung der Verwaltung und des Kreises Paderborn als Rechtsaufsicht abgelaufen. "Ich schlage dem Rat für seine Sitzung am 7. März vor, den Ratsbeschluss vom 15.11.2018 zur Realisierung des Projektes, das Gegenstand des städtebaulichen Wettbewerbs "Abdinghof Paderborn" war (Neubau der Gebäudeteile C/Ca und Plätze), nunmehr zeitnah umzusetzen". Diesen Beschlussvorschlag unterbreitet Bürgermeister Michael Dreier dem Rat für seine Sitzung am 7. März in der Paderborner Universität.
Der endgültige Beschluss aus dem November 2018 sei ein Schlusspunkt einer Diskussion um die zukünftige Unterbringung der Stadtverwaltung, die seit vielen Jahren geführt wurde. Während dieser langjährigen Überlegungen seien alle relevanten Fakten und Belange in diversen Projektgruppen auch in wirtschaftlicher Hinsicht überprüft worden, heißt es in der Vorlage.
Bezüglich des Bürgerbegehrens wird in der Begründung für die Forderung der Umsetzung des Projekts festgestellt, dass die Mitteilung, ein solches Bürgerbegehren durchführen zu wollen und die anschließende Sammlung von Unterschriften keine rechtliche Sperrwirkung für den Rat entfalte. Darüber hinaus sei die dreimonatige Frist für ein Bürgerbegehren gegen den Ratsbeschluss vom 15.11.2018 nach Auffassung der Verwaltung und der Aufsichtsbehörde abgelaufen.
Die nach der Gemeindeordnung für ein Bürgerbegehren erforderlichen Unterstützungsunterschriften werden üblicherweise auf den Unterschriftenlisten geleistet. Um der gesetzlich festgelegten Schriftform Genüge zu tun, dürfen die Unterstützungsunterschriften nur auf solchen Listen geleistet werden, auf denen die zur Entscheidung zu bringende Frage, die Begründung und die vertretungsberechtigten Personen aufgeführt sind (§ 26 Abs. 2 S. 1 GO NRW) und die Kostenschätzung der Verwaltung angegeben wurde (§ 26 Abs. 2 S. 6 GO NRW). Die Unterschriften, die auf Unterschriftenlisten ohne die vom Gesetz angeforderten Angaben stehen, können bei der Zählung nicht berücksichtigt werden, wird in der Vorlage mitgeteilt.
Weiterhin wird dargelegt, dass die Initiatoren des Projekts trotz mehrfacher schriftlicher und mündlicher Nachfrage aber bis heute nicht bereit waren, ihr Bürgerbegehren soweit zu konkretisieren, dass eine plausible Schätzung der Kosten der geforderten Maßnahme möglich wäre. Somit wenden sie sich gegen den Siegerentwurf, das weitere Schicksal des Gebäudeteils C/Ca bleibe aber völlig offen.
Zusätzlich bestehe ein dringender Raumbedarf, da die aktuell in Nutzung befindlichen Standorte bis an ihre Kapazitätsgrenzen ausgelastet seien, was eine zeitnahe Realisierung des Projektes fordere. Zudem verursache eine weitere Verschiebung der Baumaßnahmen auch eine weitere Kostensteigerung für die Gesamtmaßnahme. Auch gebe es vertragliche Grundlagen zwischen der Stadt Paderborn und dem Büro des Wettbewerbsgewinners, die sich aber nicht für einen länger andauernden zeitlich unbestimmten Rahmen sicherstellen ließen.

© Stadt PaderbornStellten die Beschlussvorlage zur Unterbringung der Paderborner Stadtverwaltung Am Abdinghof für den Rat am 7. März vor: Sören Lühr, Betriebsleiter des Gebäudemanagements der Stadt Paderborn, Bürgermeister Michael Dreier, Cornelia Burmann, Leiterin des Rechtsamtes der Stadt Paderborn, und Monika Bürger, Leiterin des Haupt- und Personalamtes der Stadt Paderborn.

November 2018: Paderborner Rat stimmte mit deutlicher Mehrheit zu

Mit den Stimmen von CDU, SPD und Linksfraktion stimmte der Paderborner Rat am Donnerstagabend,  15. November, dem Neubau und der Sanierung der Paderborner Stadtverwaltung zu. Zuvor wurde ein Ratsbürgerentscheid zu diesem Thema, den FBI, FDP, Für Paderborn und LKR beantragt hatten und der die Zustimmung von Bündnis 90/Die Grünen fand, abgelehnt.

Damit soll der Siegerentwurf des Hochbaulich-Freiraumplanerischen Wettbewerbs Abdinghof umgesetzt werden. Den mit 45.000 Euro dotierten 1. Preis erhielt die behet bondzio lin architekten GmbH & Co.KG aus Münster mit der Planergruppe GmbH Oberhausen. Die Architekten überzeugten das Preisgericht mit einem modernen und zukunftsfähigen Entwurf, der sich auf überzeugende Weise mit den hohen städtebaulichen, freiraumplanerischen, architektonischen und funktionalen Ansprüchen des Areals und des Gebäudekomplexes auseinandersetzt. Dieses Projekt beinhaltet den Abriss des Gebäudes über den Arkaden am Abdinghof sowie des Gebäudes zum Marienplatz hin, deren vollständige Neukonzeption inklusive eines umfangreichen Bürgerservice-Angebotes und inklusive der Neugestaltung der dazugehörigen Plätze (Marienplatz, Franz-Stock-Platz sowie des derzeitigen Parkplatzes Am Abdinghof). Daneben sollen die Gebäude oberhalb des derzeitigen Abdinghof-Parkplatzes sowie zur Abdinghofkirche hin saniert werden, diese Maßnahme war allerdings nicht Bestandteil des Wettbewerbs. Mit einer Fertigstellung des Komplexes im Herzen der Stadt wird im Jahre 2024 gerechnet.

„Wir wollen mit der Umsetzung dieser anspruchsvollen Planung den nächsten großen Schritt zur Entwicklung eines neuen Quartiers im Herzen der Stadt machen“, sieht Bürgermeister Michael Dreier große Chancen für eine deutliche Aufwertung dieses Bereiches. Der Standort der Stadtverwaltung sei durch seine Nähe zu prägnanten historischen Orten, wie dem westlichen Paderquellgebiet als Gartendenkmal, der Abdinghofkirche und dem Rathaus, eine spannende Herausforderung für den Städtebau. Zudem stelle das neue Quartier mit den Plätzen Marienplatz, Vorplatz Am Abdinghof und dem Franz-Stock-Platz als eingetragenes Denkmal einen Lückenschluss zu den neugestalteten Königsplätzen, dem Dom- und Marktplatz und dem Paderquellgebiet dar. „Wir werden der Innenstadt an dieser Stelle ein neues Gesicht geben“, ist sich Michael Dreier sicher.

Doch nicht nur außen soll die Planung überzeugen, sondern insbesondere auch durch die Nutzung als ein moderner Bürgerservice, der im Zeitalter der Digitalisierung Verwaltungsdienstleistungen für die Bürgerinnen und Bürger optimal zur Verfügung stellen soll. „Der Bürgerservice mit einem zentralen Eingang vom Marienplatz soll das Herz der neuen Verwaltung sein, in dem mehr als bisher vieles gebündelt wird, was wir anbieten, und in dem man so auf kurzem Wege gleich neben der Haupteinkaufsstraße problemlos in die Verwaltung findet“, so der Bürgermeister, der dadurch die Paderborner Stadtverwaltung noch bürgerfreundlicher und serviceorientierter machen möchte.
Die Bruttokosten für die Realisierung der gesamten Baumaßnahme werden nach jetzigem Stand insgesamt etwa 69,5 Millionen Euro betragen. Dabei entfallen unter anderem auf den Neubau des Bürgerservice 44,5 Millionen Euro, die Abrisskosten 1,1 Millionen Euro, die Sanierung der Gebäude oberhalb des derzeitigen Abdinghof-Parkplatzes und des Gebäudes zur Abdinghofkirche hin 13 Millionen sowie für die Umgestaltung des Marienplatzes 2,7 Millionen Euro, des Franz-Stock-Platzes 1,6 Millionen und des derzeitigen Parkplatzes Am Abdinghof 2,3 Millionen Euro.
Um für diese Baumaßnahmen entsprechende Förderungen vom Land zu bekommen, sind sie Hauptbestandteil des Integrierten Stadtentwicklungskonzeptes Innenstadt (ISEK) mit oberster Priorität.

Der jetzige Entscheidung für den Neubau und die Sanierung der Stadtverwaltung Am Abdinghof hat eine lange Geschichte. Diskutiert worden war 2011 die Unterbringung der Stadtverwaltung an der Florianstraße. Diese Variante hat 79,5 Millionen Euro gekostet, eine Tiefgarage für 13 Millionen Euro eingerechnet. Wenn man Preissteigerungen von zwei Prozent pro Jahr seit 2011 unterstellt, kommt man heute auf Kosten von 92 Millionen. 2014 waren Standortalternativen in der Alanbrooke-Kaserne zusammen mit Teilen der Stadtverwaltung Am Abdinghof (Bereich zur Abdinghofkirche und zum Parkplatz) mit hochgerechneten Kosten von 86,5 Millionen Euro diskutiert worden. Die jetzt geplante Unterbringung der Paderborner Stadtverwaltung Am Abdinghof und am Hoppenhof würde insgesamt 87 Millionen Euro betragen. Das sind die zum Zeitpunkt der geplanten Fertigstellung im Jahre 2024 hochgerechneten Kosten.


April 2018: 1. Preis für den Entwurf von „behet bondzio lin architekten“

Am Donnerstag, 19.04.2018, tagte das unabhängige Preisgericht zum Wettbewerb um den Rathausneubau der Stadt Paderborn. Aus den neun eingereichten Arbeiten der 2. Wettbewerbsphase wurden drei Preisträger und zwei Anerkennungen gekürt, welche sich sowohl aus regionalen Vertretern der Architekten/Landschaftsarchitekten (Paderborn, Soest, Münster) als auch weiter entfernten Büros (Berlin) zusammensetzen. Die Stadt Paderborn hat beschlossen, die Unterbringung der Stadtverwaltung neu zu organisieren. Neben einem Verwaltungsbereich „Am Hoppenhof“ soll ein Neubau „Am Abdinghof“ in Verbindung mit den dort vorhandenen Bestandsgebäuden das breite Angebot der Stadt aufnehmen. Um den besten Entwurf für die Unterbringung der 11.500 m² Geschossfläche zu finden, wurde ein offener Wettbewerb ausgelobt.

© behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen1. Preis „behet bondzio lin architekten“ und „Planergruppe Oberhausen“

In einer ganztägigen Sitzung wählten Vertreter der Stadt Paderborn und der Politik mit der Unterstützung von insgesamt acht externen Architekten die prämierten Arbeiten aus. Die Preisgerichtssitzung bildete den krönenden Abschluss des bereits seit September 2017 laufenden Wettbewerbsverfahrens. Die fast einstimmige Entscheidung für den 1. Preis zeigt deutlich, wie sehr die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft aus dem Architekturbüro „behet bondzio lin architekten GmbH & Co.KG“ aus Münster gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten „Planergruppe GmbH Oberhausen“ aus Oberhausen überzeugen konnte.

So heißt es auch im Beurteilungstext: „Die Verfasser überraschen durch eine städtebaulich ungewöhnliche und geschickt Antwort: Höhenstaffelung sowie Vor- und Rücksprünge nehmen die angrenzenden Traufhöhen auf, betonen die Eingangssituation, lösen das Bauvolumen geschickt auf und stellen eine selbstbewusste Geste zum Marienplatz dar.“ Die Arbeit des 1. Preisträgers kann neben den städtebaulichen Aspekten vor allem auch durch ihre offene Innenraumgestaltung und die flexibel Nutzbaren Grundrissflächen überzeugen.

© behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen1. Preis: Grundrisse