Entscheidung im Wettbewerb „Abdinghof Paderborn“

Mit der Entscheidung der Jury für den Entwurf des Münsteraner Architekturbüros behet bondzio lin architekten gemeinsam mit der Planergruppe aus Oberhausen endet der Wettbewerb zur Neugestaltung des Standortes "Abdinghof".



Am Donnerstag, 19.04.2018, tagte das unabhängige Preisgericht zum Wettbewerb um den Rathausneubau der Stadt Paderborn. Aus den neun eingereichten Arbeiten der 2. Wettbewerbsphase wurden drei Preisträger und zwei Anerkennungen gekürt, welche sich sowohl aus regionalen Vertretern der Architekten/Landschaftsarchitekten (Paderborn, Soest, Münster) als auch weiter entfernten Büros (Berlin) zusammensetzen. Die Stadt Paderborn hat beschlossen, die Unterbringung der Stadtverwaltung neu zu organisieren. Neben einem Verwaltungsbereich „Am Hoppenhof“ soll ein Neubau „Am Abdinghof“ in Verbindung mit den dort vorhandenen Bestandsgebäuden das breite Angebot der Stadt aufnehmen. Um den besten Entwurf für die Unterbringung der 11.500 m² Geschossfläche zu finden, wurde ein offener Wettbewerb ausgelobt.

© behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen1. Preis „behet bondzio lin architekten“ und „Planergruppe Oberhausen“

In einer ganztägigen Sitzung wählten Vertreter der Stadt Paderborn und der Politik mit der Unterstützung von insgesamt acht externen Architekten die prämierten Arbeiten aus. Die Preisgerichtssitzung bildete den krönenden Abschluss des bereits seit September 2017 laufenden Wettbewerbsverfahrens. Die fast einstimmige Entscheidung für den 1. Preis zeigt deutlich, wie sehr die Arbeit der Arbeitsgemeinschaft aus dem Architekturbüro „behet bondzio lin architekten GmbH & Co.KG“ aus Münster gemeinsam mit dem Landschaftsarchitekten „Planergruppe GmbH Oberhausen“ aus Oberhausen überzeugen konnte.

So heißt es auch im Beurteilungstext: „Die Verfasser überraschen durch eine städtebaulich ungewöhnliche und geschickt Antwort: Höhenstaffelung sowie Vor- und Rücksprünge nehmen die angrenzenden Traufhöhen auf, betonen die Eingangssituation, lösen das Bauvolumen geschickt auf und stellen eine selbstbewusste Geste zum Marienplatz dar.“ Die Arbeit des 1. Preisträgers kann neben den städtebaulichen Aspekten vor allem auch durch ihre offene Innenraumgestaltung und die flexibel Nutzbaren Grundrissflächen überzeugen.

© behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen1. Preis: Grundrisse

Der 2. Preis wurde an eine lokale Bürogemeinschaft vergeben: „Matern Architekten BDA mit Haug Schmidtler Architekten“ aus Paderborn mit dem Landschaftsarchitekten „helleckes landschaftsarchitektur“ aus Karlsruhe.

© Matern Architekten, Haug Schmidtler Architekten und helleckes landschaftsarchitektur2. Preis: "Matern Architekten", "Haug Schmidtler Architekten“ und „helleckes landschaftsarchitektur“

Die einstimmige Auszeichnung des Entwurfs durch das Preisgericht als 2. Preis wird im Beurteilungstext wie folgt begründet: „Der Entwurfsverfasser entwickelt einen klar strukturierten, großmaßstäblichen und städtischen Baukörper, der den Straßenraum klärend nachzeichnet und schließt. Eine rhythmisch gegliederte Lochfassade und das Mansarddach mit seinen strukturierenden Gauben geben dem Gebäude ein ansprechendes und ortstypisches Gesicht zum angrenzenden Stadtraum.“

Der 3. Preis zeigt, dass das Projekt durchaus auch im deutschlandweiten Raum auf Interesse gestoßen ist. Dieser wurde an den Architekten „BOLWIN / WULF Architekten Partnerschaft mbB“ mit dem Landschaftsarchitekten „POLA Landschaftsarchitekten“, beide aus Berlin, vergeben.

© BOLWIN/WULF Architekten Partnerschaft und POLA Landschaftsarchitekten3. Preis: „BOLWIN/WULF Architekten Partnerschaft“ und „POLA Landschaftsarchitekten“

Der Entwurf zeigt einen in der Höhe gestaffelten Baukörper, der in der Jury vor allem durch seine Aufnahme der historischen Grenze der Immunitätsmauer und die erfolgte Teilung des Baukörpers in zwei Abschnitte an eben dieser Stelle auf besonderes Interesse gestoßen ist.

Neben den drei Preisen wurden zwei Anerkennungen vergeben für Arbeiten, die sich in bestimmten Aspekten besonders auszeichnen: Die Büros „Grüttner Architekten“ mit dem Freiraumplaner „B.S.L. Landschaftsarchitekten“ aus Soest konnten genauso wie das Team aus „Ellertmann.Piehl.Schmitz Architekten“ aus Münster mit dem Landschaftsarchitekten Thomas Düllberg aus Werne in einzelnen Bereichen ihrer Entwürfe besonders überzeugen.

© Ellertmann.Piehl.Schmitz Architekten und Thomas DüllbergAnerkennung: „Ellertmann.Piehl.Schmitz Architekten“ und "Thomas Düllberg"

Bereits im September 2017 wurde der Wettbewerb im Amtsblatt der Europäischen Union bekanntgemacht und somit als Offener Wettbewerb für alle Interessierten Teams aus Architekten und Landschaftsarchitekten gestartet. Bis November 2017 gingen insgesamt elf Arbeiten ein, die in einer ersten Preisgerichtssitzung kurz vor Weihnachten bewertet wurden. Neun Teilnehmer wurden im Januar zur Teilnahme an der zweiten Wettbewerbsphase aufgefordert und reichten ihre Entwürfe bis März 2018 ein. Die Jurysitzung in der vergangenen Woche bildet jedoch noch nicht den Abschluss des Vergabeverfahrens. In einem sich nun anschließenden Verhandlungsverfahren werden die drei Preisträger aufgefordert, konkrete Angebote auch in Bezug auf Honorar und den Umgang mit Anforderungen an Kosten, Termine und Qualitäten abzugeben. Diese Angebote werden in einem Verhandlungstermin mit den Bietern diskutiert, um möglichst bis Ende Juni eine Entscheidung für einen Bestbieter und somit den zu beauftragenden Architekten und Landschaftsarchitekten zu fällen. Alle Wettbewerbsarbeiten werden noch bis zum 11. Mai 2018 im Einwohnermeldeamt der Stadt Paderborn präsentiert.

© Grüttner Architekten und B.S.L. LandschaftsarchitektenAnerkennung: „Grüttner Architekten“ und „B.S.L. Landschaftsarchitekten“