Die Heinz-Nixdorf-Aue

Die Heinz-Nixdorf-Aue stellt eine Restfläche der ehemals weitläufigen Paderwiesen dar.

Im Gegensatz zu den Tallewiesen und den Lothewiesen, die auch heute noch bewirtschaftet werden, wurde hier die Nutzung nach Beendigung der Bewässerungstätigkeit vollkommen eingestellt. Dadurch konnte im Verlauf der Jahrzehnte über natürliche Sukzessionsvorgänge eine gewässerauentypische Landschaft zurückkehren, in der Schilfbestände, Röhrichte Weidengebüsche, bruchwaldartige Gehölzbestände und Hochstaudenfluren einander abwechseln.                                                                      

© Stadt PaderbornBlick in die Heinz-Nixdorf-Aue mit dem alten Haupteinlasswehr

Charakteristische Pflanzenarten dieses Feuchtgebietes sind z.B. die Wasserschwertlilie, der Blutweiderich, der Breitblättrige Rohrkolben, die Gemeine Waldsimse und die Engelwurz. Entlang der alten Flößgräben und in offenen Bereichen konnten sich stellenweise Vertreter extensiv genutzter Feuchtwiesen wie die Sumpfdotterblume, das Sumpfvergißmeinicht oder die Sumpfkratzdiestel behaupten.

Den eigentlichen Wert der Heinz-Nixdorf-Aue im Sinne des Naturschutzes macht jedoch ihre Bedeutung als Lebensraum für Vögel aus. Dabei bilden die Besiedler von Schilf- und Röhrichtbeständen sowie Hochstaudenfluren eindeutig den Schwerpunkt. Zu den Vogelarten dieser Habitate gehören u.a. Sumpfrohrsänger, Teichrohrsänger, Rohrammer und Feldschwril. Hinzu kommen Vögel, die an dichte, strukturreiche Gebüsche gebunden sind, z.B. die Mönchsgrasmücke, der Zaunkönig oder die störanfällige Nachtigall. Höhepunkte des Vogelbestandes der Heinz-Nixdorf-Aue stellen so seltene Arten wie der Schlagschwirl, die Beutelmeise oder der mit der Nachtigall verwandte Sprosser dar. Sie tauchen dort seit einigen Jahren zumindest als Nahrungsgäste regelmäßig auf.

© Stadt PaderbornWeidenblüte in der Heinz-Nixdorf-Aue

Neben ihrer hohen ökologischen Wertigkeit besitzt die Heinz-Nixdorf-Aue eine wichtige Funktion als kernstadtnahe Grünfläche. Diese beiden Eigenschaften führen zwangsläufig zu Konflikten zwischen Naturschutz und Naherholung. Die Vermüllung des Geländes, das Betreten der Aue abseits der Wege und damit verbunden eine Beunruhigung der Vögel während des Brutgeschäfts, insbesondere auch durch freilaufende Hunde, sind nur einige der nachhaltigsten Beeinträchtigungen, mit denen sich die Verantwortlichen auseinandersetzten müssen.

Die Stadt Paderborn bemüht sich daher in Zusammenarbeit mit den aktiven Umweltverbänden durch lenkende Maßnahmen bzw. durch Öffentlichkeitsarbeit, Biotop- und Artenschutz sowie Naturerleben in Einklang zu bringen.