Das Sander Bruch

Das Sander Bruch, eine landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, bildet den Übergang zwischen den beiden Naturräumen Senne und Lippeniederung.

© Stadt PaderbornLage - Sander Bruch

Das Sander Bruch, eine landwirtschaftlich geprägte Kulturlandschaft, bildet den Übergang zwischen den beiden Naturräumen Senne und Lippeniederung. Wie das Wort „Bruch“ im Namen andeutet, stehen Boden und Vegetation in diesem Gebiet unter dem dauernden Einfluss des hoch anstehenden Grundwassers. Bedingt durch den örtlichen Wasserreichtum war die Landwirtschaft seit jeher starken Einschränkungen unterworfen und die Landschaft erhielt dadurch ihr charakteristisches Gepräge. Mit den noch vorhandenen anmoorigen Bereichen, den Kleingewässern und Gräben stellt das Sander Bruch einen bevorzugten Lebensraum für Amphibien und Libellen dar.

Das Sander Bruch heute

© Stadt PaderbornGrünland im Sander Bruch

Die Landschaft nördlich der Lippe zwischen Sande, Ostenland und Klausheide vermittelt heute weitgehend den Eindruck einer parkähnlichen Landschaft.

In Teilen dominieren intensiv genutzte Ackerflächen. Das Gebiet ist aber durch Feldholzinseln, Hecken, Hofgehölz, Bachläufe und Gräben mit Unterwuchs noch relativ reich strukturiert. Die Kernbereiche sind lediglich durch vergleichsweise kleine Straßen erschlossen, durch den motorisierten Verkehr noch wenig beeinträchtigt und relativ ruhig.

Um die traditionellen Siedlungsschwerpunkte herum haben sich z.T. Gürtel von neuen Wohnsiedlungen und Gewerbebetrieben angesiedelt.                                   

Das heute bestehende Strukturmosaik von Grünland, Gehölzen, Acker- und Siedlungsflächen sowie Still- und Fließgewässern spiegelt auch die frühere Landnutzung der Menschen im Sander Bruch wider.

Die Entwicklung des Sander Bruches

Das Gebiet nördlich und südlich der Lippe wurde bereits sehr früh vom Menschen besiedelt. Ursprünglich vorhandene Wälder wurden durch Abholzung, Brandrodung und Viehverbiss fast völlig beseitigt. In der Folge entstanden unterschiedliche bäuerliche Kulturlandschaftstypen.

© NZO-GmbHHeidebauerntum

1837 war im Gebiet noch das Heidebauerntum ausgeprägt. Das Landschaftsbild dominierten die ausgedehnten Heidebereiche, die von unregelmäßig zugeschnittenen Grünparzellen und aufgewehten Sanddünen durchzogen waren. Um die Sieglungsschwerpunkte herum existierten größere Ackerflächen. Gehölze waren kaum noch vorhanden.Zu dieser Zeit wurde z.B. noch das Birkhuhn, ein charakteristischer Heide- und Moorbewohner, im Sander Bruch gejagt.


© NZO-GmbHGrünlandbauerntum

1954 waren im Bereich des Sander Bruches nur noch vereinzelt Heidereste vorhanden. Als sog. Ödland wurden diese kaum mehr genutzt. Durch umfassende Kultivierungsmaßnahmen, die v.a. die Einrichtung von kontrollierten Be- und Entwässerungsmöglichkeiten (Boker Kanal) zum Inhalt hatten, waren die Anteile von Acker und Grünland an der landwirtschaftlichen Nutzfläche bedeutend gesteigert worden. Der Anteil von Gehölzen war durch die Entwicklung von Kiefernforsten in früheren Heide- und Dünenbereichen ebenfalls erhöht worden. Die Kulturlandschaft des Grünlandbauerntums war entstanden. Ein typischer Besiedler solcher Landschaften ist der Große Brachvogel, der im Sander Bruch seit den zwanziger Jahren des letzten Jahrhunderts gebrütet hat.

Bestandsaufnahmen von Amphibien und Libellen

© Stadt PaderbornKünstlich angelegtes Amphibiengewässer im Sander Bruch

Im Jahr 1992 wurde der Amphibien- und Libellenbestand im Norden Paderborns einschließlich des Sander Bruches untersucht. Aktuellere Bestandsaufnahmen liegen derzeit leider nicht vor.

Besonders bemerkenswert waren die Funde von den in NRW gefährdeten Arten Kammolch, Knoblauchkröte, Gebänderte Prachtlibelle, Pokal-Azurjungfer und Westliche Keiljungfer.                                Vierfleck-Libelle

Genaue Angaben zum damaligen Bestand, und den damals in Erwägung gezogenen weiteren Schutzmaßnahmen finden Sie in der Broschüre „Das Sander Bruch als Lebensraum für Amphibien und Libellen“ der Stadt Paderborn aus dem Jahr 1996. Der genaue aktuelle Entwicklungsstand ist nicht bekannt, da seit 1992 keine neuen Bestandsaufnahmen im Sander Bruch angefertigt wurden.

Download Broschüre

Weitergehende Informationen über das Sander Bruch finden Sie in folgender Broschüre: