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Ritalin gegen ADHS: Wo die wilden Kerle wohnen
FAZ vom 13.02.2012: "Ritalin ist eine Pille gegen eine erfundene Krankheit, gegen die Krankheit, ein schwieriger Junge zu sein. Immer mehr Jungs bekommen die Diagnose. Die Pille macht sie glatt, gefügig, still und abhängig.
Jeder zehnte Junge in Deutschland ist krank. Zu wild, zu laut. Er testet ständig seine Grenzen. Er kann in der Schule nicht stillsitzen, ist ungeduldig, kann sich nicht konzentrieren, er wird wütend und aggressiv. Er stört. Er provoziert, obwohl er es nicht will, er fühlt isch missverstanden. Er bekommt schlchte Noten. Er ist schwierig und anstrengend für Eltern und Lehrer, so schwieirg, dass er irgendwann beim Kinderarzt sitzt und die Diagnose bekommt: ADHS, Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom. Dann ist der Junge nicht mehr schwierig, sondern krank."
Straßenlärm ist kein Kinderspiel
Jedes sechste Kind in Deutschland wohnt an einer stark befahrenen Straße, ergab eine Umfrage des Umweltbundesamtes (UBA). Bei fast zwei Dritteln der 1.048 untersuchten Mädchen und Jungen zwischen acht und vierzehn Jahren liegt das Kinderzimmer sogar zur Straße hin. Schlimme Folge: Die Kinder dieser Gruppe hatte bereits einen leicht erhöhten Blutdruck. "Lärm ist also nicht nur ein Stressfaktor für Erwachsenen, sondern auch für Kinder", erklärt Thomas Holzmann, Vizepräsident des UBA.
(Apotheken Umschau vom 15.10.2009)
Kinder tollen zu wenig im Freien
Bei Motorikübungen schneiden Kinder und Jugendliche heute im Schnitt deutlich schlechter ab als noch vor 30 Jahren. Schon einfache Balanceübungen werden für sie zur sportlichen Herausforderung. Mehr als 80% der Vier- bis Siebenjährigen schaffen es beispielsweise nicht, eine Minute lang auf einem Bein zu stehen. Vielen fällt sogar das Radfahren schwer. Der Grund für mangelnde Beweglichkeit und fehlenden Gleichgewichtssinn: Junge Menschen tauschen immer seltener ihre Haus- gegen Sportschuhe ein. "Die körperliche Aktivität bleibt heutzutage oft auf der Strecke", warnt Frank Grunwald, Gesundheitsexperte beim Deutschen Ring. "Jedes vierte Kind zwischen drei und zehn Jahren ist nicht regelmäßig sportlich aktiv, jedes achte macht überhaupt keinen Sport." Vor allem in Großstädten wird der natürliche Bewegungsdrang der Kinder durch fehlende Spielmöglichkeiten an der frischen Luft ausgebremst. Doch auch Eltern tragen dazu bei, wenn sie ihrem Nachwuchs falsches Verhalten vorleben. Statt ihre Kinder frühzeitig für das Toben und Spielen im Freien zu begeistern, setzen einige Erwachsene ihre Sprösslinge aus Angst vor Gefahren lieber vor den Fernsehapparat oder Computer.
(ACE Lenkrad vom 15.11.2009)
