Vorschau
Hier finden Sie eine Übersicht der kommenden Ausstellungen im Kunstmuseum
Tanya Poole: The Eyes and the Guide
18.04 - 30.08.2026
Eröffnung: Freitag, 17.04.2026, um 19 Uhr
In der kommenden Ausstellung „The Eyes and the Guide“ im Kunstmuseum im Marstall entfaltet sich das vielschichtige Werk der Künstlerin Tanya Poole (*1971). Gezeigt werden ausgewählte Arbeiten aus verschiedenen Werkzyklen, die Pooles kontinuierliche Auseinandersetzung mit den Beziehungen zwischen Menschen, Orten und Wissen sichtbar machen. Ihre Malerei und Zeichnung entstehen aus intensiver Recherche und einer persönlichen Nähe zu den Menschen, Tieren und Landschaften, die sie umgeben. Im Zentrum steht dabei stets das Interesse an Zwischenräumen – dort, wo Wissenschaft und Intuition, Beobachtung und Empfindung ineinandergreifen.
Ein besonderer Schwerpunkt der Ausstellung liegt auf der neuesten Serie „Tetard“, die hier erstmals präsentiert wird. Entstanden in der Umgebung ihres heutigen Wohnortes in Frankreich, widmet sich Poole der Symbiose von Pflanzen an sogenannten Kopfbäumen, insbesondere Weiden. Detailreiche Darstellungen von Flechten- und Moosstrukturen machen die erstaunliche Vielfalt des Lebens auf kleinstem Raum sichtbar. Der stetige Kreislauf von Wachstum, Verfall und Erneuerung in der Natur wird dabei ebenso poetisch wie präzise erfahrbar. Auch Werke aus „The Whispering Spring“ (2018), die in enger Zusammenarbeit mit Biologinnen und Forscherinnen entstanden sind, verweisen auf Pooles langjähriges Interesse an der Beziehung zwischen Mensch und Natur.
Mit ihren großformatigen Tuschezeichnungen verbindet Tanya Poole präzise Beobachtung mit Empathie und Respekt vor der Fragilität des Lebens. Die Ausstellung lädt dazu ein, innezuhalten, genau hinzusehen und jene leisen Verbindungen wahrzunehmen, die zwischen den Dingen bestehen.
Mechanik des Lebens. Ella Bergmann-Michel & Robert Michel
26.09.2026 – 31.01.2027
Die Ausstellung Mechanik des Lebens widmet sich den Arbeiten von Ella Bergmann-Michel und Robert Michel – zwei zentralen, eigenständigen Positionen der Klassischen Moderne, die sowohl künstlerisch als auch biografisch eng miteinander verbunden waren. Geboren in Paderborn, begann Ella Bergmann-Michel 1915 ihr Studium in Weimar, wo sie Robert Michel kennenlernte. Aus ihrer Begegnung entwickelte sich eine lebenslange Arbeitsgemeinschaft, die von intensivem Austausch geprägt war, ohne die individuelle künstlerische Handschrift der beiden aufzulösen.
Beide Künstler*innen bewegten sich im Umfeld des Bauhauses und der avantgardistischen Strömungen ihrer Zeit. Während Robert Michel sich in Malerei, Grafik und Typografie mit Fragen von Konstruktion, Rhythmus und Abstraktion auseinandersetzte, entwickelte Ella Bergmann-Michel eine experimentelle Praxis als Malerin, Fotografin und Dokumentarfilmerin. Mit ihren Collagen zählt sie zu den Pionierinnen der Klassischen Moderne, beeinflusst von Dadaismus und Surrealismus.
Der Titel Mechanik des Lebens verweist auf ein zentrales gemeinsames Interesse: die Analyse moderner Lebenswirklichkeiten. Industrie, Technik, Arbeit und soziale Prozesse werden in ihren Werken nicht nur formal untersucht, sondern auch kritisch reflektiert. Besonders Ella Bergmann-Michels fotografische und filmische Arbeiten richten den Blick auf den Alltag der arbeitenden Bevölkerung, während Robert Michel mit klaren Strukturen und konstruktiven Bildlösungen die Dynamik der Moderne sichtbar macht.
Die Ausstellung entsteht in enger Auseinandersetzung mit der eigenen Sammlung und zeigt ausgewählte Werke beider Künstler*innen im Dialog. In Paderborn, dem Geburtsort Ella Bergmann-Michels, eröffnet Mechanik des Lebens eine neue Perspektive auf ein künstlerisches Paar, dessen Arbeiten bis heute durch ihre Aktualität, Präzision und gesellschaftliche Relevanz überzeugen.
