Ausstellungen

Ausstellungsreihe "Intermezzo"

© Stadt Paderborn

Intermezzo#2 - Künstlerinnen

In der Ausstellungsreihe Intermezzo zeigt das Kunstmuseum im Marstall seit dem Jahr 2020 in unregelmäßigen Abständen Werke aus der städtischen Kunstsammlung. Die Ausstellung haben wechselnde Schwerpunkte. Die aktuelle Ausstellung Intermezzo #2 umfasst Werke von Künstlerinnen: Anna Almodt, Ella Bergmann-Michel, Eve Claire, Dorothy Fratt, Gitta van Heumen-Lucas, Hannah Höch, Seet van Hout, Brigitte Keller, Käthe Kollwitz, Luise Lohse- Wächtler, Ingrid Moll-Horstmann, Clara Vogedes. Als Gastkünstlerinnen aus Paderborn und dem Paderborner Land wurden eingeladen: Mona Schäfer, Christine Steuernagel, Nicci Tudorf und Dagmar Venus.

Die Geschichte der Künstlerin ist von der des Künstlers grundlegend verschieden, was sich neben der traditionellen, geschlechtsspezifischen Rollenverteilung vor allem durch die unterschiedlichen künstlerischen Ausbildungswege erklärt. Während Künstler seit Jahrhunderten an Kunstakademien eine professionelle und umfassende Ausbildung erhalten konnten, blieben für Frauen die Akademien in Deutschland, von wenigen Ausnahmen abgesehen, bis in das 20. Jahrhundert verschlossen. Erst 1919 – durch die Weimarer Verfassung und die darin festgelegte Gleichstellung von Mann und Frau – änderte sich diese Situation: Die Akademien nahmen nun auch Frauen auf.

Und heute? Laut „Frauen in Kultur und Medien“, einer soziologischen Studie des Deutschen Kulturrats aus dem Jahr 2016, waren 55 Prozent der Studierenden der Bildenden Kunst weiblich, der Anteil der Frauen bei den Lehrenden lag allerdings nur bei 37 Prozent und weniger als fünf Prozent der Kunsthochschulen werden von einer Frau geleitet. Darüber hinaus verdienen weibliche Selbstständige im Bereich Bildende Kunst, die in der Künstlersozialkasse versichert sind, im Durchschnitt 27 Prozent weniger als ihre männlichen Kollegen. In einem Blogbeitrag des Lenbach-Hauses in München heißt es, dass nur ein Viertel der in deutschen Galerien ausgestellten Werke von einer Künstlerin stammen, in deutschen Kunstmuseen liegt ihr Anteil sogar nur bei geschätzten 10 bis 15 Prozent. Die städtische Kunstsammlung Paderborn besitzt Werke von Künstlerinnen. Ihr Anteil: 6 Prozent!

Frauen den Stellenwert in der Kunst und -geschichte einzuräumen, der ihnen gebührt, ihr Wirken sichtbar zu machen und gleichberechtigt zu dem ihrer männlichen Kollegen zu verstehen, ist der erste Schritt auf dem Weg zu einer Kunst, die jenseits von Geschlechterzuweisungen beurteilt wird. 


© Ella Bergmann-MichelLa ronde abstrait, 1931
© Hannah HöchLinolschnitt Straße in Berlin, 1912
© Seet van HoutGarden of Istanbul, 2012