Amphibienschutz in Paderborn

Helferinnen und Helfer für die Betreuung der Schutzzäune gesucht

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Gefährliche Wege für Frösche, Kröten und Molche

Wenn der Frühling naht, beginnt die alljährliche Amphibienwanderung: zahlreiche Frösche, Kröten und Molche machen sich jetzt auf den Weg zu ihren Laichgewässern. Dabei müssen sie häufig Straßen überqueren, was in zunehmend zersiedelten Lebensräumen zu einer lebensbedrohlichen Herausforderung wird. Bei noch kühlen Temperaturen im späten Winter und frühen Frühjahr bewegen sich Amphibien als wechselwarme Tiere nur langsam und geraten so besonders leicht unter die Räder. Dies führt jedes Jahr zu hohen Verlusten – auch auf Straßen mit vergleichsweise geringem Verkehrsaufkommen.

Amphibien – vielfach bedroht

Amphibien sind innerhalb der Wirbeltiere die am stärksten vom Rückgang der Artenvielfalt betroffene Tiergruppe: Von den 18 in Nordrhein-Westfalen vorkommenden heimischen Amphibienarten gelten zehn als mindestens gefährdet, darunter vier als stark gefährdet und zwei als vom Aussterben bedroht. Ursachen sind unter anderem der Verlust und die Zerschneidung von Lebensräumen durch Siedlungs- und Straßenbau, die Trockenlegung von Gewässern, die Zerstörung von Ufervegetation sowie eine intensive Landwirtschaft mit hohem Pestizideinsatz. Eine zentrale Rolle spielt die Gefährdung durch den Straßenverkehr. Weitere Einflussfaktoren sind der Klimawandel mit längeren Trockenperioden und veränderten Temperaturverläufen, eingeschleppte Krankheiten sowie gebietsfremde Prädatoren wie der Waschbär.

Amphibien erfüllen wichtige Funktionen in unseren Ökosystemen: Sie tragen zur natürlichen Regulierung von Insekten- und Kleintierbeständen bei und sind zugleich selbst eine bedeutende Nahrungsquelle für viele andere Tierarten. Durch ihre amphibische Lebensweise – mit Lebensphasen an Land und im Wasser – sind sie unverzichtbare Akteure in verschiedenen Nahrungsnetzen. Der Erhalt eines stabilen Amphibienbestands leistet daher einen wichtigen Beitrag zum Schutz der biologischen Vielfalt und zur Stabilität natürlicher Ökosysteme.

Was jede und jeder tun kann

Wer über einen Garten oder ein Grundstück verfügt, kann durch das Anlegen von Laichgewässern, das Fördern von Landlebensräumen wie naturnahen „wilden Ecken“ sowie durch den Verzicht auf Pestizide einen wichtigen Beitrag zum Amphibienschutz leisten. Auch Schächte und Gullys auf dem eigenen Grundstück sollten abgesichert werden, da sie für Amphibien oft tödliche Fallen darstellen. Zahlreiche Tipps und ausführliche Anleitungen hierzu bieten unter anderem Naturschutzverbände.

Melden Sie uns außerdem Gefährdungsstellen für Amphibien im öffentlichen Raum und geben Sie uns Hinweise zu Wanderrouten, die bislang noch nicht durch Schutzmaßnahmen gesichert sind. Für den saisonalen Amphibienschutz an Straßen sucht die Stadt Paderborn zudem ständig ehrenamtliche Unterstützer und Unterstützerinnen.

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Schutz durch Amphibienzäune – jetzt aktiv werden

Um den Wanderungen der Amphibien in den vom Menschen veränderten Lebensräumen Rechnung zu tragen und die Tiere vor dem Straßenverkehr zu schützen, richtet die Stadt Paderborn in Kooperation mit der Biologischen Station Kreis Paderborn – Senne e.V. wieder Amphibienschutzzäune an wichtigen Wanderrouten ein. Standorte der Schutzzäune sind unter anderem:

  • Diebesweg
  • Hermann-Löns-Straße
  • Thunemühle
  • Sander-Bruch-Straße
  • Altensenner Straße 

Neu in 2026 ist ein zusätzlicher Schutzzaun am:

  • Habichtsee

Die Betreuung der Schutzzäune erfolgt überwiegend durch engagierte Ehrenamtliche in Zusammenarbeit mit der Biologischen Station und dem BUND – dafür sagen wir herzlichen Dank. Damit diese wichtige Arbeit weiterhin zuverlässig geleistet werden kann, suchen wir zusätzliche freiwillige Unterstützerinnen und Unterstützer.

Zu den Aufgaben gehören:

  • das frühmorgendliche Kontrollieren der Fangeimer
  • das sichere Umsetzen der gesammelten Amphibien auf die andere Straßenseite 

Das sollten Sie mitbringen:

  • keine Vorkenntnisse erforderlich
  • eine fachliche Einweisung wird selbstverständlich angeboten
  • Zeitaufwand: in der Regel ca. 30 Minuten, je nach Witterung, Wanderaktivität und Länge des Zaunabschnitts
  • Mithilfe auch an einzelnen Tagen möglich

Mitmachen beim Amphibienschutz

Wenn Sie Interesse haben, sich aktiv für den Amphibienschutz in Paderborn zu engagieren, freuen wir uns sehr über Ihre Unterstützung. Bei Fragen zur Maßnahme oder zur ehrenamtlichen Mitarbeit melden Sie sich gerne unverbindlich unter naturpaderbornde.