Makrozoobenthos

Die Kleinlebewesen eines Gewässers sind ein sehr guter Indikator sowohl für die Wasserqualität als auch für die Gewässerstruktur. Drei Jahre nach der Umgestaltung wird die Aufwertung des Krebsbaches als Lebensraum immer deutlicher.

typische Kleinlebewesen besiedeln den neuen Krebsbach erstmals

© Dr.Guenter BockwinkelUnblaublich feingliedrig: Larve der Eintagsfliege Baetis rhodani - eine verbreitete Art, die eine gute Wasserqualität anzeigt

Januar 2026 - Genau 27 verschiedene Arten des Makrozoobenthos besiedeln derzeit den umgestalteten Krebsbach-Abschnitt. Das zeigen Untersuchungen aus dem Mai 2025. Im Vorjahr waren es genauso viele gewesen, allerdings gab es Verschiebungen beim Artenspektrum. Insgesamt handelt es sich nach wie vor überwiegend um vergleichsweise verbreitete Arten der Köcherfliegen, Eintagsfliegen, Schnecken und anderen mehr.

Im Jahr 2025 sind unter anderem 7 Käferarten neu hinzugekommen, darunter auch zwei anspruchsvollere, die für sandgeprägte Tieflandbäche typisch sind. Die beiden Arten Agabus didymus und Platambus maculatus benötigen eine dynamische Gewässerentwicklung, auch wenn sie vorrangig in langsam fließenden Bächen anzutreffen sind. Klares Wasser sowie Wasser- und Uferpflanzen sind für sie ebenso notwendig. 


© Dr.Guenter BockwinkelBachflohkrebs Gammarus pulex - mit wenig Ansprüchen und daher häufig in unseren Gewässern

Die Artenzahl ist insgesamt auch im dritten Jahr nach der Umgestaltung noch vergleichsweise gering. So waren beispielsweise in der Paderseeumflut bereits im zweiten Jahr nach der Inbetriebnahme an einzelnen Probestellen bis zu 42 Arten nachgewiesen worden.

Die verhaltene Entwicklung am Krebsbach hat verschiedene Gründe. Zum einen müssen sich im Gebiet erst die notwendigen Strukturen entwickeln. Dazu zählen ganz wesentlich Gehölze, Wasserpflanzen, Totholzeinträge und Beschattung.

Zum anderen spielt das Einzugsgebiet eine entscheidende Rolle. Da  oberhalb der Maßnahme der Bach auf sehr langer Strecke verrohrt ist, fehlt schlicht die Voraussetzung für eine schnelle Neubesiedlung: Kleinlebewesen haben dort kaum eine Überlebenschance.

Vergleichsuntersuchungen oberhalb des Umgestaltungsbereichs (aber noch unterhalb der Verrohrung) zeigten 2025 zudem dort nur 20 Arten, noch einmal 8 weniger als im Vorjahr.

So müssen sich viele Arten ihren Weg erst mühsam von unterhalb liegenden Abschnitten oder sogar anderen Gewässern bahnen. Dies geht bei fliegenden Insekten naturgemäß schneller als bei weniger mobilen Artengruppen wie Schnecken und Egeln. Dass es möglich ist, zeigt aber beispielsweise die Eintagsfliege Baetis vernus, die zwar im Umgestaltungsbereich, nicht jedoch im unveränderten Vergleichsabschnitt nachgewiesen werden konnte.

Die vorliegenden Ergebnisse belegen, auch im Vergleich der beiden Untersuchungsjahre, dass sich insgesamt der ökologische Zustand des Krebsbaches in Folge der Umgestaltung deutlich verbessert hat und diese Entwicklung weiter voranschreitet.

Da auch die Qualität des Wassers selbst gut ist, fehlt es schlicht an Zeit und möglichst ungestörter Entwicklung - dann klappt's auch mit noch mehr Arten auf der Bachsohle!