bauliche Umsetzung
Das Trockental Barkhauser Straße ist eine der größten naturschutzfachlichen Gestaltungsmaßnahmen der Stadt. Wichtige Informationen rund um die bauliche Umsetzung sind hier zusammengetragen.
Für das neue Trockental mussten insgesamt rund 45.000 Kubikmeter Boden und Fels bewegt werden. Der Aufwand war groß. Aber er hat sich mehrfach gelohnt: Das Tal ist ein riesiger Gewinn für Tiere und Pflanzen! Und der Aushub half bei der Erschließung neuer Baugebiete und der ökologischen Aufwertung der ehemaligen Bodendeponie Atlas II am Monte Scherbelino.
Aufgrund seines großen Umfangs war das Projekt in zwei Bauabschnitte geteilt. Der erste wurde bereits 2016 umgesetzt, der zweite wurde im Oktober 2026 beendet.
2. Bauabschnitt abgeschlossen!
06.10.2026: Mit den letzten kleinen Restarbeiten am neu gesetzten Zaun konnten nun die Arbeiten am im 2. Bauabschnitt des Trockentals abgeschlossen werden. Damit ist auch das Trockental Barkhausen insgesamt abschließend hergestellt. Die wesentlichen Erdarbeiten waren bereits im April 2026 beendet worden, daran schlossen sich noch Zaunbau- und Pflanzarbeiten an.
In naher Zukunft werden sich die heute an den Maßnahmenbereich angrenzenden Äcker in umzäunte Gewerbeflächen mit entsprechenden Hallen und Betriebsflächen gewandelt haben. Zum Teil ist das bereits der Fall. Mit dem Trockental wurde die Grundlage gelegt, um auch zukünftig eine wichtige Biotopverbundachse zwischen der Alme und dem Naturschutzgebiet "Steinbruch Ilse" zu sichern. Zugleich werden sich hier sehr hochwertige Dauerlebensräume für angepassten Arten entwickeln. Im Mittelpunkt stehen diesbezüglich Vögel, Insekten und Reptilien. Der schon vor einigen Jahren hergestellte 1. Bauabschnitt zeigt dies auf eindrucksvolle Weise: ökologische Gebietsentwicklung.
Um das Gebiet als Mosaik verschiedenster trockener und magerer Lebensraumtypen zu entwickeln bzw. zu erhalten, wird in Kürze eine extensive Beweidung mit Schafen und Ziegen beginnen.
Die nachfolgenden Bilder geben einen Eindruck von neu hergestellten sowie den bereits angelegten Flächen.
15.04.2026 - Das Trockental nimmt auch im zweiten Bauabschnitt immer weiter Gestalt an. Der größte Teil der Böschungen ist hergestellt. Aushub ist vor allem noch im Bereich der geplanten Talsohle notwendig. Diese Arbeiten sollen im Laufe der nächsten Wochen fertiggestellt werden. Dann verbleiben noch gestalterische Feinheiten und der Zaunbau.
Schon jetzt ist die große Diversität verschiedener Standorte erkennbar: Festes Felsgestein, lockerer Felsbruch, dünne Bodenauflagen und lehmige Mutterböden wechseln einander ab.
Aus der Luft lässt sich der beste Überblick gewinnen. Schrägluftbilder geben einen guten Überblick über Dimension und Umsetzungsstand des Vorhabens.
25.03.2026 - Die Erdarbeiten im 1. Bauabschnitt sind abgeschlossen. Der Oberboden wurde randlich zu flachen Geländeaufhöhungen zusammengezogen. Entstanden sind steinig-lehmige, nährstoffarme und trockene Standorte. Sie werden schon bald an diese besonderen Bedingungen angepassten Pflanzen als Lebensraum dienen. Totholz- und Steinhaufwerke bilden zusätzliche Strukturen, von denen Reptilien wie die Zauneidechse, Kleinsäuger und Insekten besonders profitieren werden.
Bauzeitlich entstandene Fahrspuren werden in Kürze mit standortgerechten Wildkraut-Mischungen angesät. Auf den Geländeaufhöhungen werden Sträucher und Bäume gepflanzt. Abschließend wird ein Zaun gesetzt, da das Gebiet beweidet werden soll.
Der Aushub aus der Gestaltung des Trockentals wird zur ehemaligen Bodendeponie Atlas am Monte Scherbelino verfahren. Dort werden ebenfalls magere und trockene Lebensräume für angepasste Tier- und Pflanzenarten gestaltet. Auch hier ist später eine extensive Beweidung vorgesehen.
Februar 2026: Die Arbeiten zur Gestaltung des 2. BA schreiten voran. Die Oberboden-Umlagerung ist bereits weitgehend abgeschlossen. Es sind steinig-magere Standorte entstanden, die zukünftig angepassten Tier- und Pflanzenarten hochwertige Lebensräume bieten werden. Sie werden durch flache Geländeaufhöhungen, die in Kürze bepflanzt werden, abgeschirmt.
Die Bodenarbeiten werden von einem Team engagierter Archäologen begleitet. Dabei wurden in der Nähe der Barkhauser Straße unter anderem historische Vorratsgruben entdeckt und freigelegt. Diese werden genau dokumentiert und Funde ausgewertet. So vermehrt die Maßnahme das Wissen über die Siedlungsgeschichte im Paderborner Südwesten.
Januar 2026: Die Umsetzung des zweiten Bauabschnitts hat im Januar 2026 begonnen. Der Bauabschnitt vollendet das Trockental. Er schließt die letzte Lücke zwischen Almetal und Hochfläche.
Der Abschnitt setzt an den Durchlässen der Pamplonastraße an und reicht über die Barkhauser Straße hinweg bis zur Alme.
Auszuheben sind hier rund 15.000 Kubikmeter überwiegend felsiges Material. Das wird im Rahmen anderer Baumaßnahmen weiterverwendet.
1. Bauabschnitt
Der Abschnitt zwischen Pamplonastraße und Steinbruch "Ilse" war der Auftakt für die Gestaltung des Trockentals. Rund 28.000 Kubikmeter Boden und Felsmaterial wurden ausgehoben. Der Fels wurde später für Erschließung des Baugebiets Brukterer Weg verwendet. Im Tal selbst wurde randlich sowie an der Verzweigung im oberen Bereich Bodenmaterial als Sicht- und Schallschutz eingebaut.
Neben flachen Böschungen wurden auch senkrecht stehende Gesteinsbänke herausgearbeitet. Sie sind besonders exponiert. Klüfte und Spalten bieten natürliche Rückzugsräume für Reptilien und Kleinsäuger.
Um Oberflächenwasser schadlos abzuleiten, wurde eine Rohrleitung bis zur Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts an die Niederschlagsentwässerung in der Pamplonastraße angeschlossen.
Der Vorhabenbereich liegt in der Nähe eines mittelalterlichen Siedlungsgebietes. Die Arbeiten wurden daher durch ein Archäologie-Team begleitet. Vorsichtig wurde zunächst nur der Oberboden abgetragen. Darunter kamen zahlreiche archäologische Zeugnisse zutage, darunter Brennöfen und Vorratslager. Alle Befunde wurden sorgfältig wissenschaftlich dokumentiert, bevor der Abtrag weiter gehen konnte.
Mit der Umgestaltung entstanden ausgedehnte felsige Flächen ohne Bodenbedeckung. Sie zeigen seitdem eine phantastische Entwicklung.
