Die Vögel des Glücks ...

... sind wieder unterwegs.

Die Kraniche machen sich auf den Weg ins Winterquartier.

Die Rastzahlen in den deutschen Hauptrastgebieten der Kraniche, in der Region Darß-Zingster Boddenkette, aber auch in der Diepholzer Moorniederung sind in den vergangenen Wochen stark gestiegen. So wurden beispielsweise bei der vorletzten Zählung im Diepholzer Moor (17.09-19.09.2022) 2.114 Kraniche gezählt, nur zwei Wochen später (02.10-04.10.2022) ist der Rastbestand bereits auf 11.755 Tiere gestiegen.

© K. RiekschnitzRastende Kraniche in der Diepholzer Moorniederung

Bis etwa Mitte November hat man gute Chancen die Kraniche auch über Paderborn zu sehen. Häufig handelt es sich dann um Tiere, die in Schweden, Norwegen oder Mecklenburg-Vorpommern gebrütet haben und mit Zwischenstopps auf dem Darß und der Diepholzer Moorniederung über Nordrhein-Westfalen hinweg Richtung Süden nach Frankreich und Spanien fliegen.

Besonders Hochdruckwetterlagen und Rückenwind begünstigen das Zuggeschehen. Durch die trompetenden "kruh"-Rufe machen die Vögel auf sich aufmerksam und sind durch ihre V- oder Linien-Flugformation gut zu erkennen.

© K. RiekschnitzKraniche im Anflug

In seltenen Fällen rasten die Kraniche auch in NRW, dabei bevorzugen sie offene Moor- und Heidelandschaften und großräumige Bördelandschaften. Als Schlafplätze nutzen sie am liebsten störungsarme Flachwasserbereiche von Stillgewässern oder unzugängliche Feuchtgebiete in Sumpf- und Moorgebieten. Seit wenigen Jahren brütet der scheue Vogel auch wieder vereinzelt in NRW.


© pixabayOrigami-Kranich

Aber warum eigentlich Vögel des Glücks?

Die Faszination des Menschen für den Kranich reicht lange zurück.
Schon in der griechischen Mythologie war er ein Symbol der Wachsamkeit und Klugheit. Bei den Ägyptern galt er als Sonnenvogel. Im Kaiserreich China stand er für ein langes Leben und Weißheit. Im japanischen Volksglauben ist der Kranich ein Symbol des Glücks der Langlebigkeit. Wer 1.000 Origami-Kraniche faltet, dem erfüllen die Götter einen Wunsch. Daher wird dort zu besonderen Anlässen wie Hochzeiten oder Geburtstagen noch heute gerne ein gefalteter Papierkranich überreicht. Die Bezeichnung als "Vogel des Glücks" statt vermutlich daher, dass die Vögel als Vorboten des Frühlings gelten, einer Jahreszeit in der Wärme, Licht und Nahrungsfülle wieder Einkehr halten.


© K. RiekschnitzKranich im Flug