Fließgewässertypen

Fließgewässertypen dienen der systematischen Einordnung eines Fließgewässers. Das zugeordnete Leitbild ist die Basis für die Bewertung des aktuellen Zustands.

Es läuft nicht? Wenn man ein trocken gefallenes Bachbett sieht, könnte man meinen, dass hier wohl etwas nicht stimmt. Ein trockenes Gerinne ist jedoch in Karstgebieten nicht selten. Diese "Gewässer ohne Wasser" treten natürlich auf. Hier läuft es also doch, zumindest im Sinne eines intakten periodisch wasserführenden Gewässers. Fließgewässer lassen sich allgemein unterschiedlichen Typen zuordnen. Für  das Land NRW wurden diese flächendeckend im "Fließgewässertypenatlas" erfasst. Es liegen zwei unterschiedliche Typenkarten vor: Die LAWA-Fließgewässertypen und die NRW-Fließgewässertypen.

Die LAWA-Fließgewässertypen enthalten Gewässerbeschreibungen, die im Rahmen von Renaturierungen gemäß der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL) zu berücksichtigen sind. Diese Leitbilder stellen nicht den aktuellen IST-Zustand dar, sondern den Zustand, der natürlicherweise bei Ausbleiben einer menschlichen Beeinflussung in einem Gewässertyp einstellen würde.

Die Leitbilder der LAWA-Typen sind Maßstab für die typspezifische Bewertung auf der Basis der biologischen und chemischen Qualitätskomponenten gemäß Wasserrahmenrichtlinie.

Die darüber hinaus definierten NRW-Fließgewässertypen beschreiben eine differenziertere Darstellung der Fließgewässertypen und dienen der Leitbildentwicklung von Fließgewässern vor allem im Rahmen konkreter ökologischer Aufwertungen bzw. Renaturierungen.

Beide Fließgewässertyp-Klassifikationen geben einen übergeordneten Rahmen vor, der bezogen auf jedes einzelne Fließgewässer zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen ist.

Die LAWA-Fließgewässertypen

Im Rahmen der Umsetzung der im Jahr 2000 in Kraft getretenen EG-Wasserrahmenrichtlinie wurde eine für die gesamte Bundesrepublik geltende Fließgewässertypologie mit 25 Typen aufgestellt.

Davon beschreiben vier Typen die Fließgewässer der Alpen und des Alpenvorlandes, acht Typen die Mittelgebirge und neun Typen das Norddeutsche Tiefland. Vier Fließgewässertypen beschreiben ökoregionsunabhängige Fließgewässer.

Die in den Steckbriefen genannten Merkmale und Eigenschaften sind im Sinne eines Leitbildes für die jeweiligen und diesen Typen zugeordneten Fließgewässer im Rahmen der Umsetzung der WRRL herzustellen. Das Leitbild gibt eine kurze morphologische Beschreibung des Gewässers wie z.B. die Talform, die Sohlbreite, das Strömungsbild, Anganben zu Abflussschwankungen und das Gefälle vor, aber auch chemische Parameter wie der pH-Wert. Darüber hinaus gibt der Steckbrief Angaben zu charakteristischen Lebensgemeinschaften in Bezug auf Makrozoobenthos, Fische, Makrophyten und Phytobenthos sowie Phytoplankton. 

In Paderborn kommen vier LAWA-Fließgewässertypen vor, die im Folgenden näher beschreiben werden.

Typ 7 - Grobmaterialreiche, karbonatische Mittelgebirgsbäche

Typ 9.1 - Karbonatische, fein- bis grobmaterialreiche Mittelgebirgsflüsse

Typ 14 - Sandgeprägte Tieflandbäche

Typ 15 - Sand- und lehmgeprägte Tieflandflüsse

Karte der LAWA-Fließgewässertypen

© Stadt PaderbornKarte der LAWA-Fließgewässertypen in Paderborn

Weitere Informationen

Weitere und detallierte Informationen zu den Fließgewässertypen sowie die nicht beschriebenen Typen stehen hier zum Download bereit: Fließgewässertypen NRW (Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen)