Plastik in der Biotonne

Der Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb Paderborn (ASP) hat im Rahmen der bundesweiten Umweltkampagne #wirfuerbio bereits einiges unternommen, um die Qualität des gesammelten Bioabfalls zu verbessern. So gab es bereits Plakataktionen, Radio- und Kinospots sowie verschiedene Zeitungsberichte.

ASP analysiert

© ASPIm Laufe der nächsten Monate werden im Stadtteil Elsen Sichtkontrollen der Biotonnen durchgeführt um die Qualität der Bioabfälle zu verbessern.

Obwohl Verbesserungen eingetreten sind und sich die Störstoffanteile in der Biotonne für eine Großstadt vergleichsweise im unteren Bereich befinden, ist insbesondere bei Kunststofftüten noch deutliches Verbesserungspotential vorhanden. ASP-Leiter Reinhard Nolte: „Leider stellen wir immer noch fest, dass Plastiktüten in der Biotonne landen. Die Tüten stören den Vergärungs- und Kompostierungsprozess und finden sich anschließend im Kompost wieder. Ein hochwertiges Produkt kann so nicht entstehen. Weiterhin laufen wir Gefahr, dass Chargen aufgrund des hohen Störstoffgehaltes vom Kompostwerk abgewiesen werden und als teurer Restmüll entsorgt werden muss.“ Die getrennte Sammlung der Bioabfälle ist ein wichtiger Baustein nachhaltiger Kreislaufwirtschaft, die sich zudem auszahlt - schon seit vielen Jahren gehören die Entsorgungsgebühren in Paderborn zu den günstigsten in NRW. Damit dies auch so bleiben kann, möchte der ASP die Bürger*innen nun nochmals durch weitere Maßnahmen über die richtige Sortierung der Bioabfälle aufklären.

Im Laufe der nächsten Monate werden im Rahmen eines Pilotprojektes im Stadtteil Elsen Sichtkontrollen der Biotonnen durchgeführt. Dr. Dietmar Regener, stellvertretender ASP-Betriebsleiter, erläutert das Vorgehen: „Es werden Mitarbeiter*innen vor der Abfuhr der Biotonnen durch die Straßen gehen, in jede Tonne hineinschauen und die Qualität prüfen. Mittels farbiger Tonnenanhänger bekommen die Bürger*innen auch direkt eine Rückmeldung zum jeweiligen Sortierverhalten“. In einer ersten Phase werden grüne und gelbe Tonnenanhänger verteilt. „Uns ist es wichtig, diejenigen, bei denen es schon sehr gut läuft, zu loben und grüne Anhänger zu verteilen“, betont Regener. Wer einen gelben Anhänger an seiner Tonne findet, hat zu viele Störstoffe in seiner Tonne. Die gelbe Karte ist eine Verwarnung, sie beinhaltet aber gleichzeitig wertvolle Tipps zur richtigen Sortierung und Handlungsanweisungen für die zweite Kontrollphase. In dieser werden dann nur noch grüne und rote Karten vergeben, wobei die Tonnen, die mit einer roten Karte gekennzeichnet wurden, nicht geleert werden. „Man kann das mit einer gelb-roten-Karte aus dem Fußball vergleichen: einmal gelb ist ok, bei einer zweiten gelben Karte spielt man nicht mehr mit“, erläutert Regener. Die nicht geleerten Biotonnen müssen dann als Restabfall kostenpflichtig entsorgt werden.
„Wir hoffen auf einen deutlichen Effekt durch die direkte Rückmeldung an die Bürger*innen“, führt ASP-Leiter Nolte weiter aus und betont „Es geht uns nicht darum die Bürger*innen zu sanktionieren. Wir möchten vielmehr Aufklärungsarbeit leisten und herausstellen, warum saubere Abfalltrennung ein wichtiger Beitrag für den Klimaschutz ist und für stabile Entsorgungsgebühren sorgt. Aus anderen Kommunen wissen wir, dass sich durch diese Maßnahmen der Störstoffanteil relevant verringert hat. Das wünsche ich mir auch für Paderborn“, schließt Nolte.

Am Donnerstag, den 23. Juni startet die erste Phase des Pilotprojektes, dann werden zwei Mitarbeiter*innen in einigen Straßen im Stadtteil Elsen die ersten Biotonnen in Augenschein nehmen.

Gemeinsam mit dem Abfallverwertungs- und Entsorgungsbetrieb Kreis Paderborn (A.V.E.) werden auch Tonnenkontrollen im übrigen Stadt- und Kreisgebiet geplant, welche voraussichtlich ab Herbst 2022 starten werden.