Ausstellung "Radierkunst der Gegenwart - Drei Temperamente"

Erste öffentliche Führung am Freitag

© Rolf EscherRolf Escher - Italienisches Theater

Mittwoch, 05. Dezember 2018 | Stadt Paderborn - Seit Samstag, 1. Dezember, ist die Ausstellung “Radierkunst der Gegenwart - Drei Temperamente - ROLF ESCHER, JOCHEN GEILEN, FRIEDEMANN HAHN“ im Kunstmuseum im Marstall in Paderborn-Schloß Neuhaus geöffnet. Eine erste öffentliche Führung dazu wird am Freitag, 7. Dezember, um 16.30 Uhr angeboten.
Mit Rolf Escher, Jochen Geilen und Friedemann Hahn präsentiert die Ausstellung im Kunstmuseum im Marstall drei Positionen zeitgenössischer Grafik, die in ihrer Vielfalt das Spektrum aktueller Kunst im Medium der Radierung und des Kupferstichs widerspiegelt. Die Radierungen von Rolf Escher bestechen durch ihren Detailreichtum. Seine mitunter großformatigen Blätter spüren menschlichem Handeln an kulturell bedeutenden Stätten in Europa nach. Bisweilen werden Tiere zu Akteuren, erobern den menschenleeren Raum – Cafés, Bibliotheken, Bahnhöfe – und verleihen den Werken so eine surreale Dimension. Rolf Escher kreiert in seinen Grafiken ein Spannungsfeld zwischen dem Wirklichen und dem Möglichen. Der Betrachter ist eingeladen, die vom Künstler ausgewählten Bühnen zu betreten und mit Hilfe seiner Fantasie selbst zum Akteur zu werden. Die vergangene Kultur manifestiert sich in den Dingen, die dem Betrachter scheinbar leblos vor Augen gestellt sind. Das Alte in Form historischer Relikte ist noch durch seine Spuren existent, das Neue muss erst verwirklicht werden – in dieser Zwischenzeit befinden sich die Szenerien Rolf Eschers und fordern den Betrachter zu aktiver Teilhabe. Einer der wenigen zeitgenössischen Künstler, die den Kupferstich aufwändig pflegen, ist Jochen Geilen. Der gebürtige Sauerländer stellt in seinen Stichen, die er auch zu Collagen kombiniert, die Lebenswirklichkeit aus seiner Sicht dar, mal ironisch-distanziert, mal existenziell-bewegend. Jochen Geilen verleiht der traditionell auf technische Brillanz ausgerichteten Technik des Kupferstichs durch Kombination und durch dezente farbliche Akzentuierung eine neue Ausdrucksqualität, die den heutigen Betrachter anspricht und über den Bereich des Ästhetischen hinaus zum Nachdenken anregt. In diesem kreativen Prozess gewinnt der „ehrwürdige“ Kupferstich Aktualität und neue Kraft.
Das grafische Werk Friedemann Hahns begegnet uns in expressiv-gestischer Weise im Medium der Radierung. Stars der Filmgeschichte oder berühmte Maler wie Grünewald und van Gogh sind ihm Ausgangspunkt für sein Schaffen. Hahn setzt sie in ein Spannungsfeld zwischen kunstgeschichtlicher Bedeutung und ästhetischer Bildwirkung. Die Kunst selbst wird Thema der Kunst Friedemann Hahns und gewinnt damit autonome Geltung. Das Kunstwerk ist nicht mehr von etwas anderem abgeleitet und vermag so die Urkraft des Schaffens als das „Unbekannte in der Kunst“ zu interpretieren.
Die nächste öffentliche Führung findet dann am Sonntag, 13. Januar, um 11 Uhr statt.

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