Stachelige Schönheiten im Naturkundemuseum

Neue Ausstellung ab 18. Oktober

© Georg Oleschinski, Universität BonnSeeigel - stachelige Schönheit

Freitag, 11. Oktober 2019 | Stadt Paderborn - Eine neue Schau im Naturkundemuseum im Schlosspark zeigt ab Freitag, 18. Oktober, hunderte Seeigel-Exemplare aus der Sammlung von Dr. Volker Thiel.
Es gibt ganz verschiedene Möglichkeiten, mit Seeigeln in Berührung zu kommen. Beim Baden kann man auf sie treten. Eine Verletzung durch die Stacheln von Seeigeln äußert sich akut in starken Schmerzen. Der Urlaub ist dann erstmal vorbei. Seeigel kann man aber tatsächlich auch essen! Man löffelt sie in der Regel direkt aus ihrer Schale. Wer Seeigeln anders begegnen mag, für den lohnt der Besuch im Naturkundemuseum, das man im Schlosspark in Schloß Neuhaus findet. Hier kann man die Schönheit dieser meist im Verborgenen lebenden stacheligen Tiere erleben.
Die Ausstellung zeigt Seeigel der heute noch lebenden Arten aus allen Weltmeeren sowie Millionen Jahre alte Fossilien. Die vorzüglich aufbereitete Schau ist für den Laien ebenso interessant wie für den Experten. „Die Ausstellung soll nicht nur Wissen vermitteln, sondern vor allem zur Faszination anregen. Das ist über die Ästhetik dieser Tiere gut möglich“, so Dr. Sven Mecke, Leiter des Naturkundemuseums.
Möglich wurde die Schau durch die Sammeltätigkeit des Arztes Dr. Volker Thiel. Zum ersten Mal mit Seeigeln in Berührung kam Dr. Thiel als 20-Jähriger bei Exkursionen auf einen Kalktrockenrasen in der Eifel. Hier fand er fossile Seeigel, die an diesem Standort vor rund 350 Millionen Jahren in einem Korallenriff lebten. Irgendwann traf er die Entscheidung, sich tiefgreifender mit Seeigel zu beschäftigen, was dazu führte, dass er eine Sammlung von etwa 40.000 fossilen Exemplaren und weiteren 5000 noch heute lebenden Seeigeln anhäufte. Diese vermachte er jüngst dem Bonner Goldfuß-Museum. Mit einem Kleinlaster wurde ein Teil von Dr. Thiels Sammlung für die aktuelle Sonderausstellung „Seeigel – stachelige Schönheiten“ nun ans Naturkundemuseum Paderborn verfrachtet.
Von den Erdpolen bis zum Äquator, im Flachwasser und in der Tiefsee: Seeigel gibt es fast überall. Man findet sie in Größen von wenigen Millimetern bis zu etwa 30 Zentimetern Durchmesser. Eine Besonderheit der Seeigel ist ihr Kauapparat, der als „Laterne des Aristoteles“ bezeichnet wird, weil ihn der altgriechische Philosoph als erstes beschrieben hat. „In der Ausstellung sind mit einem 3-D-Drucker erstellte Großmodelle dieses Kieferapparates zu sehen“, erklärt Dr. Mecke. „Mithilfe des Kiefers bohren sich einige Arten sogar in Gesteine.“ Das Skelett der Seeigel umschließt ihren Körper fast vollkommen. Sein modularer Aufbau aus vieleckigen Platten ist schon frühzeitig eine Inspiration für Künstler und Architekten gewesen. „Auch diesen Sachverhalt greifen wir in der aktuellen Ausstellung auf.“ Highlights dieser Sonderausstellung sind bizarre Seeigel aus den Tropen und der Tiefsee, Seeigel die Brutpflege betreiben und Fossilien aus der Region.
Die Eröffnung dieser bemerkenswerten Ausstellung findet am Freitag, 18. Oktober, um 19 Uhr statt. Zu sehen ist die Schau bis 12. Januar 2020.
Eine öffentliche Führung wird am Mittwoch, 23.10.2019, um 18 Uhr angeboten.

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