ORCAs an der Kreuzung Neuhäuser Straße/Fürstenweg

Stadt erläutert Einsatz der neuartigen Sicherheitselemente

© Stadt PaderbornORCAs werden bereits in vielen Ländern wie Dänemark und Großbritannien eingesetzt und sind auch in Deutschland sehr gefragt. Kürzlich wurden sie an der Kreuzung Neuhäuser Straße/Fürstenweg installiert

Montag, 04. Mai 2020 | Stadt Paderborn - Die kürzlich an der Kreuzung Neuhäuser Straße/ Fürstenweg installierten ORCAs erregen die Aufmerksamkeit der Paderbornerinnen und Paderborner. Viele Fragen, aber auch Kritik, sind dazu bei der Stadtverwaltung eingegangen, denn bisher setzte man die kleinen Fahrbahntrenner aus Großbritannien in Deutschland noch nicht ein.

Für die Stadt Paderborn bleiben die ORCAs an oben genannter Kreuzung dennoch eine gute Lösung, um den Konflikt zwischen rechtsabbiegenden KFZ und rechtsabbiegenden Radfahrenden zu minimieren, besonders in Anbetracht der engen Platzverhältnisse. „Wir können verstehen, dass sich manch einer an dieser Kreuzung eine große Lösung gewünscht hätte, bei der die Fahrbahntrenner schon die Spur für die geradeausfahrenden Radfahrenden schützt“, erläutert die Leiterin des Straßen- und Brückenbauamtes Margit Hoischen. Man müsse jedoch auch bedenken, dass nicht nur Radfahrende die Kreuzung sicher passieren müssen, sondern auch große Fahrzeuge wie LKW weiterhin aus dem Fürstenweg rechts in die Neuhäuser Straße abbiegen müssen. Dies wäre nicht mehr möglich, wenn man eine bauliche Trennung schon am Rand der geradeausführenden Spur für Radfahrende montiert hätte, da der Kurvenradius für große Fahrzeuge dann viel zu klein wäre. Daher habe man sich entschieden die Spuren für den Radverkehr in rot zu markieren und die ORCAs am Rande der Spur für rechtsabbiegende Radfahrende zu montieren. Hierdurch verkleinert sich der Kurvenradius für KFZ und LKW auch schon und zwingt diese langsamer zu fahren, wovon alle Radfahrenden im Kreuzungsbereich profitieren. Man habe den Schutz der Radfahrenden keinesfalls aus den Augen verloren, aber man müsse auch die anderen Verkehrsteilnehmer im Blick behalten, die die Kreuzung ebenfalls weiter nutzen müssen, erklärt Hoischen weiter.
In Kürze wird auch noch eine vorgezogene Aufstelltasche für Radfahrende markiert. Diese ermöglicht es den Radfahrenden dann, sich bei Rot vor dem wartenden KFZ-Verkehr aufzustellen und somit direkt im Blickfeld des KFZ-Verkehrs zu sein, was die Sicherheit für Radfahrende zusätzlich erhöht.

In Paderborn hat man sich nach mehrfacher Beratung innerhalb der Unfallkommission zusammen mit dem Ordnungsamt der Stadt Paderborn und der Polizei des Kreises Paderborn für die jetzt umgesetzte Lösung im Kreuzungsbereich entschieden. Auch am Runden Tisch Radverkehr wurde die Lösung mehrfach intensiv diskutiert und beraten. Der Initiative für Radfahrer in Paderborn hat man die jetzt umgesetzte Lösung 2019 vorgestellt. Aus Platzgründen konnte der Wunsch der Initiative für die Kreuzung Neuhäuser Straße/ Fürstenweg aber leider nicht umgesetzt werden. Die baulichen Änderungen müssen auch immer mit der in Deutschland geltenden Straßenverkehrsordnung kompatibel sein. Manche Ideen aus Holland, so schön und praktisch sie auch sein mögen, lassen sich dadurch in Deutschland oft nicht umsetzen.

Die jetzt eingesetzten ORCAs sind gut sichtbar und gut zu erkennen, da sie schwarz-weiß reflektierend auf einer rot eingefärbten Fläche der Fahrbahn, dem Bereich, der von Radfahrenden überfahren wird, montiert wurden. Damit liegen sie außerhalb der Fußgängerfurten und stellen keine Stolpergefahr für eben diese Verkehrsteilnehmenden dar. Zusätzlich befinden sie sich innerhalb der weißen, reflektierenden als Insel gestalteten Fahrbahnrandmarkierung, zwischen der Spur für geradeaus fahrende und rechtsabbiegende Radler. Damit liegen sie in einer Fläche, die von Radfahrenden nicht befahren wird. Für den Fall, dass ein rechtsabbiegender Radfahrer zu weit außen fährt, sind die ORCAs zur Rechtsabbiegespur hin flach, wie eine Art Rampe ausgebildet, so dass sie mit dem Rad problemlos überfahren werden können. Dies sollte allerdings kaum der Fall sein, da die ORCAs gut sichtbar für den aufmerksamen Verkehrsteilnehmer sind.

ORCAs werden bereits in vielen anderen Ländern wie Dänemark und Großbritannien eingesetzt und sind auch in Deutschland aktuell sehr gefragt.
Bewähren sich die ORCAs an der Kreuzung Neuhäuser Straße/Fürstenweg, wird die Stadt Paderborn prüfen, an welchen Stellen im Stadtgebiet diese Lösung ebenfalls umgesetzt werden kann.

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