Bienenfutter aus dem Automaten

Jetzt im Frühling an Bienen denken und Hausgärten und Balkone aufblühen lassen

© Naturkundemuseum PaderbornDie Schüler*innen eines gemeinsamen Bienenprojekts der Realschule Schloß Neuhaus und des Naturkundemuseums Paderborn freuen sich über den prall gefüllten Automaten.

Dienstag, 25. März 2025 | Stadt Paderborn - Der Frühling ist da! Es zieht die Menschen in dieser Zeit wieder nach draußen, um Sonne und gute Laune zu tanken. Auch Bienen und andere Bestäuber zieht es jetzt wieder in die Lüfte: Nach der langen, kühlen Zeit sind die Pollen- und Nektarvorräte leer und Honigbienen müssen diese wieder auffüllen. Viele Wildbienenarten schlüpfen im Frühjahr und machen sich auf die Nahrungssuche. Vielerorts fehlt es jedoch an ausreichend Futter. Zwar sind Bienen und Bestäuber nicht nur im Frühjahr auf ein vielfältiges Angebot an pollen- und nektarreichen Pflanzen angewiesen, um ihren Nachwuchs aufzubauen, dennoch ist jetzt die beste Zeit zum Aussäen.

Mit dem Bienenfutterautomaten neben dem Naturkundemuseum in Schloß Neuhaus macht das Bienenretten besonders viel Spaß: Für 50 Cent können Passanten aus dem ehemaligen, originalen Kaugummiautomaten eine Kapsel mit regional und saisonal angepasstem Saatgut ziehen und bei sich zuhause einpflanzen. Damit soll die Nahrungsvielfalt für Insekten erhöht werden. „Seit dem vergangenen Jahr hängt der Automat bei uns neben dem Naturkundemuseum und lockt regelmäßig Bienenfreunde an“, so Dr. Felicitas Demann, Leiterin des Naturkundemuseums Paderborn.

Die Schüler*innen eines gemeinsamen Bienenprojekts der Realschule Schloß Neuhaus und des Naturkundemuseums Paderborn freuen sich über den prall gefüllten Automaten. Für die Schüler*innen geht jetzt die warme Saison wieder los, in der sie sich zusammen mit einer Imkerin um die Bienen des Projekts kümmern können. Auch haben sie die Gelegenheit der ersten Sonnentage genutzt, um an einer Blühfläche neben dem Automaten und rund um einen Bauwagen der den Bienen als Behausung dient, Müll zu sammeln. „Man wundert sich, was da teilweise zum Vorschein kommt“, so Dr. Felicitas Demann.

Pünktlich zum Frühlingsbeginn wartet der gesäuberte und frisch befüllte Automat neben dem Naturkundemuseum jetzt auf Passanten, die sich im bienenfreundlichen Gärtnern versuchen wollen. In den letzten Saatkugeln im Herbst waren Frühlingskrokusse enthalten. „Diese Frühblüher, die jetzt ihre Köpfchen aus der Erde strecken, sind oft die erste Nahrungsquelle für die ausgehungerten Bestäuber”, erzählt Christian Bourgeois, Projektleiter der Bienenretter. Die aktuellen Saatgutkapseln mit bunten Blühmischungen können jetzt ab dem Frühling im Hausgarten oder Balkonkasten ausgesät werden. „Nur mit einem ganzjährigen Angebot an pollen- und nektarreichen Pflanzen können wir Bienen und Co langfristig unterstützen”, so Bourgeois.

Der gelbe Automat ist Teil eines bundesweiten Bienenfutterautomaten-Netzwerks aus über 200 Standorten, die von Vereinen, Schulen, Kommunen, Unternehmen oder Privatpersonen mit viel Engagement betrieben werden. Der erste Automat hängt seit 2019 in Dortmund: gebaut und betrieben vom Dortmunder Erfinder Sebastian Everding. Was zunächst als Einzelstück erdacht war, entwickelte sich seit 2020 in fachlicher Kooperation mit dem Bienenretter Ökologie- und Bildungsprojekt von FINE e.V. zu einem bundesweiten Netzwerk mit hunderten Standorten.

Das Sozialunternehmen „Bienenretter Manufaktur“ stellt das Füllmaterial mit heimischen Pflanzen zum Selbstkostenpreis zur Verfügung. Vom Verkauf jeder Kapsel geht ein Förderbeitrag an die Bienenretter Bildungsarbeit. Weitere Informationen zum Bienenfutterautomaten gibt es unter bienenautomat.de oder unter bienenretter.com/bienenautomat/.

Stadt Paderborn

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