„Ein Arbeitsplatz, der zu mir passt“

Zur Woche der Menschen mit Behinderungen: ASP und Agentur für Arbeit Paderborn sprechen sich für Inklusion aus

© Stadt PaderbornIn der Tiefgarage Königsplatz: (v. l.) Niklas Bublik (Garagenwärter ASP), Christoph Lüthen (stellvertr. kaufm. Betriebsleitung ASP), Patrick Beiersdorfer (Leiter Team für Rehabilitation und Teilhabe, Agentur für Arbeit Paderborn), Norbert Schäfers (Spezialist für Rehabilitation und Teilhabe, Agentur für Arbeit Paderborn) und Heinz Thiele (Leiter Agentur für Arbeit Paderborn).

Dienstag, 02. Dezember 2025 | Stadt Paderborn - Licht ist zum Leben von wesentlicher Bedeutung. Viele Menschen würden nicht auf die Idee kommen, dass es schädlich sein kann. Aber bei der Autoimmunerkrankung Lupus ist Licht schädlich, selbst wenn Betroffene diesem nur in geringem Maße ausgesetzt sind.

Niklas Bublik, ein junger Mann aus dem Kreis Paderborn, leidet an dieser Autoimmunerkrankung, die eine starke Lichtempfindlichkeit verursacht. Er hat die Schule beendet und absolviert gerade eine Ausbildung zum Metallbauer in einem Handwerksbetrieb, als ihn Schübe der Erkrankung erstmals schwächen.

Zahlreiche Arztbesuche sind die Folge. Auf der Arbeit fällt Bublik aus. Weil die Ärzt*innen, die er aufsucht, nichts finden können, muss er ins Krankenhaus. Dort erfährt er, dass er an der chronischen Krankheit Lupus leidet.

Bublik versucht, die Ausbildung fortzusetzen. Aber es zeigt sich, dass es ihm gesundheitlich nicht möglich ist, die körperlich belastenden Handwerksarbeiten im Metallbau dauerhaft auszuüben.
Deshalb kann er die Ausbildung nicht abschließen. „Das zu akzeptieren, war nicht leicht, weil auch nicht sicher war, welchen beruflichen Weg ich stattdessen gehen könnte“, sagt Bublik.

Wer das Licht meiden muss, ist bei der Berufswahl erheblich eingeschränkt. „Es sind in aller Regel Barrieren der Umwelt, die einer Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen entgegenstehen“, erklärt Norbert Schäfers, Spezialist für Rehabilitation und Teilhabe von der Agentur für Arbeit Paderborn. „Wenn Arbeitgebende und Betroffene gemeinsam vorgehen, ist ein Beschäftigungsverhältnis dennoch fast immer möglich.“

Beim Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb (ASP) hat Bublik mit Hilfe der Agentur für Arbeit Paderborn eine neue berufliche Perspektive gefunden. Dort arbeitet er seit Mai 2025 als Garagenwärter in den Tiefgaragen des städtischen Parkmanagements. Dieses Arbeitsumfeld ermöglicht es ihm, seine gesundheitlichen Einschränkungen optimal auszugleichen.

Der ASP betreibt insgesamt fünf Parkstätten in Paderborn, um ein gutes öffentliches Parkangebot zu ermöglichen. Garagenwärter*innen sorgen unter anderem für Betrieb, Instandhaltung und Sicherheit der Tiefgaragen. „Ich arbeite gerne handwerklich. Der gewerblich-technische Bereich interessiert mich. Hier sind Bedingungen so, dass ich meine beruflichen Interessen weiterverfolgen kann. Es ist ein Arbeitsplatz, der zu mir passt“, erklärt Bublik.

Die Agentur für Arbeit fördert den Berufseinstieg mit einem Eingliederungszuschuss. Dieser kann durch Arbeitgebende unkompliziert beantragt werden und entlastet die Unternehmen beim Einarbeiten förderungsbedürftiger Mitarbeitender durch einen mehrmonatigen Zuschuss zum Arbeitsentgelt.

Christoph Lüthen, stellvertretender Betriebsleiter des ASP, beschreibt die Entwicklung von Niklas Bublik positiv. Er betont, dass er wie alle anderen Kolleg*innen arbeitet. „Wir haben einen motivierten Mitarbeiter gewonnen, der seine Aufgaben zuverlässig und mit großem Engagement erfüllt“, so Lüthen. Ihm zufolge erleichtern Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit es den Arbeitgebenden, Menschen mit Behinderungen eine Chance zu geben. „Wir haben einen sympathischen Kollegen gewonnen, der zuverlässig und produktiv ist und im Team geschätzt wird“, sagt Lüthen.

Neben dem Eingliederungszuschuss kann die Agentur für Arbeit unter bestimmten Voraussetzungen auch die technische Ausstattung von Arbeitsplätzen fördern, um individuelle Einschränkungen auszugleichen.

In den Tiefgaragen vom ASP finden sich viele komplexe technische Herausforderungen, die Besucher*innen beim Ein- und Ausfahren mit ihren Fahrzeugen oft nicht wahrnehmen. Steuerungs- und Parkleitsysteme gehören zum Parkmanagement. Photovoltaikanlagen tragen zur Energieversorgung bei. Auch für die Lüftung muss gesorgt sein. Weil die Tiefgarage am Königsplatz im Paderquellgebiet liegt, muss kontinuierlich viel Wasser abgepumpt werden. „Für mich gibt es hier immer etwas zu tun“, sagt Bublik, während er vor Monitoren in der Schaltzentrale der Tiefgarage am Königsplatz sitzt.

Auch wenn es eine zunehmende Bereitschaft unter Arbeitgebenden gibt, Menschen mit Behinderungen zu beschäftigen, bestehen weiterhin Vorbehalte. Trotz bestehender Förderangebote sind Menschen mit Behinderungen am Arbeitsmarkt mit größeren Herausforderungen konfrontiert. Patrick Beiersdorfer, Leiter des Teams für Rehabilitation und Teilhabe der Agentur für Arbeit Paderborn, betont: „Menschen mit Behinderungen verfügen in aller Regel über gute Qualifikationen und hohe Motivation. Arbeitgebende, die Offenheit zeigen und Förderangebote nutzen, profitieren mehrfach – sie gewinnen qualifizierte Mitarbeitende und stärken zugleich ihre Unternehmenskultur.“
Beiersdorfer führt weiter aus: „Keine Frage. Arbeitgebende müssen dazu bereit sein, die Arbeitsumgebung für Menschen mit Behinderungen individuell anzupassen. Ein bewusster Abbau von Barrieren ist ebenso erforderlich wie die aktive Gestaltung einer inklusiven Unternehmenskultur. Sind diese Bedingungen aber erfüllt, können sich Menschen mit Behinderungen beruflich ebenso zuverlässig, kompetent und produktiv wie andere Beschäftigte entwickeln und wertvolle Impulse einbringen. Gibt es einen pragmatischen Umgang und Offenheit, erwächst aus der Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen großes Potential.“

Die Agentur für Arbeit Paderborn unterstützt Menschen mit Behinderungen unter Tel. (0800) 4 5555 00 auf dem Weg in eine Beschäftigung. Arbeitgebende können sich bei Fragen zur Beschäftigung von Menschen mit Behinderungen sowie zum Förderangebot an den Spezialisten für Rehabilitation und Teilhabe von der Agentur für Arbeit Paderborn, Norbert Schäfers, unter Tel. (05251) 120 261 wenden oder Informationen unter www.arbeitsagentur.de abrufen.

Die Agentur für Arbeit unterstützt mit dem vorhandenen Förderangebot dabei, Menschen mit Einschränkungen zu beschäftigen. Zudem besteht die Möglichkeit, den Arbeitplatz unter bestimmten Voraussetzungen professionell auszustatten.

Stadt Paderborn

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