Heinz Nixdorf und Paderborn

Neuer Bildband der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“ erschienen

© Stadt PaderbornGemeinschaftsproduktion: Für den neuen Bildband haben (v. l.) Dr. Anikó Szabó vom Universitätsarchiv Paderborn, Alfred Wegener und Evelin Thomik von Heinz Nixdorf MuseumsForum sowie Dr. Michael Hallerberg und Wilhelm Grabe vom Stadt- und Kreisarchiv Paderborn eng zusammengearbeitet. Gestaltet wurde der Band von Dirk Rellecke (2. v. r.). Die Kulisse ist tatsächlich historisch: Das sogenannte Technische Rathaus der Stadt Paderborn war in den 1960er-Jahren Firmensitz der Nixdorf Computer AG.

Mittwoch, 21. Januar 2026 | Stadt Paderborn - „Heinz Nixdorf und Paderborn“ lautet der Titel des neuen Bildbandes „Paderborn in historischen Fotografien“, der jetzt vom Stadt- und Kreisarchiv Paderborn gemeinsam mit dem Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing, dem Heinz Nixdorf MuseumsForum und dem Universitätsarchiv Paderborn vorgestellt worden ist – pünktlich zum Abschluss des Jubiläumsjahres „Nixdorf 100“.

Als Heinz Nixdorf am 9. April 1926 in der Paderborner Südstadt das Licht der Welt erblickte, konnte niemand ahnen, welche Bedeutung er einmal bekommen sollte. 1952 gründete Nixdorf in Essen sein Labor für Impulstechnik, aus dem die Nixdorf Computer AG hervorgehen sollte. 1957 eröffnete er in Paderborn eine zweite Produktionsstätte. Damit begann sukzessive die Verlegung des Labors für Impulstechnik aus dem Ruhrgebiet nach Ostwestfalen. Das Wachstum des Unternehmens setzte sich in Paderborn mit atemberaubender Geschwindigkeit fort. Schon 1968 überschritt die Nixdorf Computer AG – bei knapp 2.000 Mitarbeitenden – erstmals die Marke von 100 Mio. DM Umsatz. 1985 standen beinahe 4 Mrd. DM Umsatz und weltweit 23.290 Mitarbeiter zu Buche. Dann der Schock: Am 17. März 1986 starb Heinz Nixdorf völlig überraschend auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Sein Unternehmen sollte den Gründer lediglich um vier Jahre überleben.

Ganz ohne Zweifel hat sich Paderborn durch Nixdorf nachhaltig verändert. In den 1950er-Jahren galt das Paderborner Land als wirtschaftliches Entwicklungsgebiet mit hoher Arbeitslosigkeit. Die konservativ-katholische Bischofsstadt war kleingewerblich und agrarisch geprägt. Es gab kaum Industrie. Bier und Brot waren die traditionellen Exportschlager. Nixdorf entwickelte sich innerhalb weniger Jahre zur zentralen Figur der Paderborner Wirtschaft.

Heinz Nixdorf hat maßgeblich dazu beigetragen, die Stadt zu modernisieren und von ihrem verstaubten Image zu befreien. Er forderte und förderte den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur, etwa im Hinblick auf den Flughafen Paderborn-Lippstadt, der heute seinen Namen trägt. Er unterstützte auf vielen Ebenen den Ausbau von Bildungs- und Weiterbildungseinrichtungen, nicht zuletzt durch Kooperationen mit der Universität Paderborn. Er engagierte sich massiv im Bereich Sportförderung, beispielsweise durch die Errichtung des Ahorn-Sportparks. Und er unterstützte kulturelle Projekte, wie etwa die Wiederherstellung des im Zweiten Weltkrieg zerstörten Barockaltars in der Marktkirche. Aus seiner privaten Sammlung historischer Büromaschinen entwickelte sich schließlich das Heinz Nixdorf MuseumsForum, das weltgrößte Computermuseum. Auf Nixdorf zurückzuführen ist auch die bis heute hohe Standortkonzentration von IT-Unternehmen in Paderborn. Kurz und gut: Das deutsche Computerwunder Heinz Nixdorf machte aus einem peripheren Mittelzentrum einen international bekannten Standort für Innovation und Technologie.

Diese Entwicklung haben das Stadt- und Kreisarchiv Paderborn, das Heinz Nixdorf MuseumsForum und das Universitätsarchiv Paderborn mit zahlreichen Fotos aus ihren Sammlungen nachgezeichnet. Der inzwischen 17. Band der Reihe „Paderborn in historischen Fotografien“ kostet 6,95 Euro und kann in der Tourist Information Paderborn, im Heinz Nixdorf MuseumsForum und dessen Online-Shop sowie im örtlichen Buchhandel bezogen werden.

Stadt Paderborn

Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing