Demokratie-Influencer Ruprecht Polenz ruft zu politischem Engagement auf
Volles Rathaus beim Jahresauftakt der Volkshochschule Paderborn
Donnerstag, 05. Februar 2026 | Stadt Paderborn - Mehr als 200 Personen nahmen am Sonntag, 1. Februar, am traditionellen Jahresauftakt der Volkshochschule Paderborn (vhs) im Rathaus teil und ließen sich von dem parteiübergreifend anerkannten Demokratie-Influencer Ruprecht Polenz zum politischen Engagement inspirieren.
Zunächst machte Bürgermeister Stefan-Oliver Strate in seinem Grußwort deutlich, welche besondere Bedeutung die Volkshochschule im Bildungskanon der Stadt Paderborn einnehme. Sie sei nicht nur ein Lernort, an dem Wissen erworben werden könne, sondern auch ein Ort der Begegnung und des Austausches. Ein besonderes Lob sprach er der Leiterin der vhs, Petra Hensel-Stolz, und ihrem Team aus. Es sei gelungen, mit einem überzeugenden Programmangebot wieder hohe Anmeldezahlen zu generieren. Das zeige eindrucksvoll, welches Ansehen die Volkshochschule in Paderborn und in den Zweigstellen genieße und wie sehr sie von den Teilnehmenden geschätzt würde. Nicht umsonst bestehe die vhs schon 80 Jahre und begehe in diesem Jahr das entsprechende Jubiläum.
Im aktuellen vhs-Frühjahrsprogramm haben Interessierte eine Auswahl an knapp unter 1000 Bildungsveranstaltungen. Derzeit liegen rund 5.000 Kursbuchungen vor. 177 Kurse sind bereits ausgebucht.
Die Leiterin der vhs, Petra Hensel-Stolz, führte anschließend in das Schwerpunktthema des Studienjahres 2026, die Politische Bildung, ein. Die vhs Paderborn sei als Volksbildungswerk 1945 gleich nach Kriegsende gegründet worden. Ziel der Alliierten sei es damals gewesen, mit der Revitalisierung von Bildungseinrichtungen zur Aufklärung und Demokratisierung der Bevölkerung beizutragen. Und hier schließe sich heute der Kreis. Die Jahresauftaktveranstaltungen der vhs finde seit mehr als 20 Jahren an einem Ort statt, der wie kaum ein anderer für die Geschichte, aber auch für die lebendige Gegenwart der Demokratie stehe, nämlich das Historische Paderborner Rathaus.
„Tu was!“ – so lautet der plakative Titel des Impuls-Vortags des Gastredners Ruprecht Polenz mit anschließender Diskussion bei der Jahresauftaktveranstaltung.
Zwei kurze Worte, die auf den ersten Blick einfach wirken, aber eine große Dringlichkeit in sich tragen. Denn Demokratie sei längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Sie wird infrage gestellt, angegriffen, ausgehöhlt – durch Desinformation, Polarisierung, Gleichgültigkeit und nicht zuletzt durch das bewusste Infragestellen demokratischer Institutionen und Verfahren.
Gerade deshalb sei es wichtig, nicht nur über Demokratie zu sprechen, sondern sie als etwas zu begreifen, das von Beteiligung lebt. Demokratie ist kein Zustand, sondern ein Prozess. Sie braucht informierte Bürger*innen, kritisches Denken, Dialogbereitschaft und manchmal auch den Mut, klar Position zu beziehen.
Dies korrespondiert auch mit dem Bildungsauftrag der Volkshochschule: Volkshochschulen sind seit jeher Orte der politischen Bildung, der Aufklärung, des Diskurses und der Debatte.
Ihr Auftrag ist es nicht, Meinungen vorzugeben, sondern Menschen zu befähigen sich zu informieren, eine eigene Haltung zu erarbeiten, andere Perspektiven auszuhalten und miteinander ins Gespräch zu kommen. In diesem Sinne sei Thema des Jahresauftakts kein Randthema, sondern berühre den Kern dessen, wofür Volkshochschulen stehen.
Für die Auftaktveranstaltung konnte die vhs mit Ruprecht Polenz einen Redner gewinnen, der sich seit vielen Jahren mit großem Engagement für Demokratie, Dialog und internationale Verständigung einsetzt.
Ruprecht Polenz war über viele Jahre Mitglied des Deutschen Bundestages und Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses. Heute ist er vielen vor allem als engagierter „Demokratie-Influencer“ bekannt – jemand, der sich bewusst dorthin begibt, wo demokratische Werte herausgefordert werden: in soziale Netzwerke, in kontroverse Debatten, in den direkten Austausch. Mit klarer Haltung, aber immer dialogbereit.
Sein Bestseller-Buch „Tu was! – Eine kurze Anleitung zur Verteidigung der Demokratie“, erschienen im Beck-Verlag, hat bereits viele Menschen erreicht, weil es Mut macht und zeigt: Alle können etwas zur Stärkung der Demokratie beitragen.
Demokratie beginne nicht erst in Parlamenten, sondern ganz profan im Alltag, im Gespräch mit Familienmitgliedern, Freunden, Nachbar*innen, im Widerspruch, im Engagement vor Ort, egal, wie intensiv dieses sein mag.
Insofern sei das Jahresthema Politische Bildung als Einladung zu verstehen, Bildung nicht nur als Wissensvermittlung zu sehen, sondern als Voraussetzung für eine offene, solidarische und demokratische Gesellschaft. Die vhs habe zahlreiche Veranstaltungen in ihrem Frühjahrsprogramm, die mit Sachinformation und der Möglichkeit des Austausches mit anderen hierzu beitragen können.
Um die Vielfalt und Diversität der Volkshochschule noch deutlicher zu machen, waren im Anschluss an die Veranstaltung alle Gäste zu internationalen kulinarischen Kostproben der Kochdozent*innen sowie guten Gesprächen miteinander eingeladen.
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