Wiederherstellung des Gartendenkmals offiziell gestartet
Bis zum Frühsommer 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein
Freitag, 06. Februar 2026 | Stadt Paderborn - Nachdem im letzten Jahr die vorbereitenden Arbeiten zur Wiederherstellung des Gartendenkmals in Paderborn angelaufen sind, haben jetzt auch die eigentlichen Arbeiten in diesem Bereich begonnen. Zusammen mit dem stellvertretendem Bürgermeister Robert Siemensmeyer, der Amtsleitung des Amtes für Umweltschutz und Grünflächen Jessica Schütte sowie Dietrich Honervogt, Vorsitzender der Freunde der Pader e.V., erfolgte nun der erste Spatenstich.
Für Bürger*innen bedeutet das, dass der innenliegende Bereich des westlichen Paderquellgebietes zwischen Mühlenstraße, Am Damm, Bachstraße, Am Abdinghof und an der Wasserkunst zunächst gesperrt ist. Allerdings wird versucht, das Gebiet Stück für Stück, sofern der Baufortschritt es zulässt, beginnend von der Bachstraße in Richtung Mühlenstraße, wieder freizugeben, so dass die an der Bachstraße ansässige Gastronomie ihre Außenflächen schnell wieder nutzen kann.
Die Planung sieht eine Wiederbepflanzung mit Bäumen, wie Eiche, Ahorn, Weide und Magnolie sowie weiteren Gehölzen und Stauden vor. Die Bäume werden sorgfältig ausgewählt, so dass sie dem historischen Vorbild entsprechen und eine stattliche Größe haben. Manche Bäume haben bereits ein Alter von 25 Jahren erreicht, wenn sie jetzt im Gartendenkmal eingepflanzt werden. Außerdem sollen die Treppen zum Abdinghof erneuert werden sowie drei abgängige Brücken, die Wegebeläge inklusive der Beleuchtung und die Veranstaltungsinfrastruktur. Der Bereich der Außengastronomie wird ebenfalls neugestaltet. Der in den 1990er-Jahren errichtete, stark versiegelte Spielplatz im Gartendenkmal wird zurückgebaut. Statt Spielplatz wird es zukünftig hintereinander gestaffelte, über das Gebiet verteilte, hochwertige Spielinseln geben.
Die Arbeiten im Gartendenkmal erfolgen in enger Zusammenarbeit mit der Paderborner Stadtarchäologie und der Unteren Denkmalbehörde der Stadt Paderborn sowie dem Landschaftsverband Westfalen Lippe mit Sitz in Münster. Insgesamt entstehen inklusive der Planung Kosten von rund 3,3 Millionen Euro, die allerdings abzüglich der 100.000 Euro, die von den Freunden der Pader als Spendengelder aus der Bevölkerung gesammelt wurden, zu bis zu 90 Prozent vom Ministerium für Heimat, Kommunales, Bauen und Digitalisierung des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert werden.
Das Gartendenkmal entstand in den 1950er-Jahren nach Durchführung eines Wettbewerbs auf der Grundlage des Beitrages des Gütersloher Landschaftsarchitekten Rudolf Reuter. Nach den erheblichen Zerstörungen des 2. Weltkrieges, die den hier zuvor befindlichen Bestand an Wohngebäuden nahezu komplett betrafen, entschied sich die Stadtspitze nahezu visionär, anstelle einer Wiederbebauung den ersten Paderborner Bürgerpark zu realisieren. Bis heute ist das Gartendenkmal eines der letzten Zeugnisse öffentlicher Wiederaufbau-Landschaftsarchitektur in Deutschland und seit 2008 eingetragenes Gartendenkmal.
Reuters Entwurf zeichnet sich durch freie und geschwungene Formen aus. Die Grünanlage sollte einen dynamischen, leichten und transparenten Eindruck vermitteln.
Das Element Wasser wurde mit natursteingefassten Quellbereichen und Bachläufen, zahlreichen Brücken und parallellaufenden Wegen erlebbar inszeniert. Der räumliche Zusammenhalt wurde durch großformatige Rasenflächen mit markanten Solitärgehölzen erzeugt. Die vorhandene topographische Situation wurde aufgenommen und betont, dies geschieht vor allem unterhalb des zeitgleich errichteten Verwaltungsgebäudes am Abdinghof.
Ein Tornado zerstörte 2022 große Teile des Baumbestandes, der das Gartendenkmal prägte. Dabei wurden circa 110 Bäume entwurzelt oder stark geschädigt sowie die Paderufer mit ihrer Ufervegetation und Stadtmobiliar beschädigt. Diese Schäden sollen mit den jetzt laufenden Arbeiten zur Wiederherstellung behoben werden. Über die Förderrichtlinie besteht zudem die einmalige Chance, das Gartendenkmal in seiner Gesamtheit zu überarbeiten. So werden nicht nur Bäume und Sträucher nachgepflanzt, sondern bereits verloren geglaubte Strukturen der Planung des Gütersloher Landschaftsarchitekten Rudolf Reuter revitalisiert und das Gartenkunstwerk darüber hinaus für die Herausforderungen des Klimawandels gestärkt. Dazu gehören die Rekonstruktion der Wege, Beleuchtung und Treppen sowie der Ersatzneubau abgängiger Brücken.
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