Auftakt zum Internationalen Frauentag im Historischen Rathaus

Feministische Perspektiven auf Stadtplanung

© Stadt PaderbornZur Auftaktveranstaltung und anschließenden Podiumsdiskussion zum Internationalen Frauentag 2026 trafen sich (v. l.) die Moderatorin Julia Ures, die Leiterin der Stadtbibliothek Katrin Stroth, die Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn Claudia Warnecke, der Bürgermeister Stefan-Oliver Strate, die Citymanagerin Lena Schräder, die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke und die Architektin Karin Hartmann.

Donnerstag, 12. März 2026 | Stadt Paderborn - Mit der Veranstaltung Frauen – Stadtplanung – Dritte Orte ist am Samstag, dem 7. März, im Historischen Rathaus der Stadt Paderborn der Auftakt zum Internationalen Frauentag 2026 erfolgt. Zu der Veranstaltung hatten die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn und das Citymanagement Paderborn eingeladen. Im Mittelpunkt standen Fragen dazu, wie Städte und öffentliche Räume so gestaltet werden können, dass sie unterschiedliche Lebensrealitäten stärker berücksichtigen.
Bürgermeister Stefan-Oliver Strate eröffnete die Veranstaltung gemeinsam mit Dagmar Drüke, der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Paderborn.

„Stadtplanung beeinflusst den Alltag der Menschen unmittelbar – etwa bei Fragen der Wege, der Erreichbarkeit oder der Sicherheit im öffentlichen Raum“, sagte Bürgermeister Strate. „Um unsere Stadt zukunftsfähig weiterzuentwickeln, ist es wichtig, unterschiedliche Perspektiven und Erfahrungen in Planungsprozesse einzubeziehen.“

Im Zentrum der Veranstaltung stand der Impulsvortrag der Architektin und Autorin Karin Hartmann mit dem Titel „Eine Stadt für alle? Feministische Perspektiven in Architektur und Stadtplanung“. Hartmann ging der Frage nach, für wen Städte geplant werden und welche Bedürfnisse dabei bislang häufig zu wenig berücksichtigt wurden. Dabei spielte insbesondere die sogenannte Care-Arbeit eine Rolle, die sich auch auf Wege, Mobilität und die Nutzung des öffentlichen Raums auswirkt.
Als positives Beispiel stellte Hartmann das Projekt „Make Space for Girls“ aus Wien vor. Dort wurden öffentliche Plätze so umgestaltet, dass sie stärker von Mädchen und jungen Frauen genutzt werden können, beispielsweise durch neue Aufenthaltsbereiche, Sitzmöglichkeiten oder eine andere Aufteilung der Flächen. Die Erfahrungen zeigen, dass solche Perspektiven neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen und die Aufenthaltsqualität öffentlicher Räume insgesamt erhöhen können.

„Wer Sorgearbeit übernimmt, bewegt sich häufig anders durch die Stadt“, erläuterte die Gleichstellungsbeauftragte Dagmar Drüke. „Aspekte wie Barrierefreiheit, sichere Wege, erreichbare Angebote oder Aufenthaltsorte für Familien gewinnen dadurch zusätzlich an Bedeutung.“ Drüke wies zudem darauf hin, dass die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn in diesem Jahr ihr 40-jähriges Bestehen feiert und sich seit vier Jahrzehnten für Chancengleichheit und gesellschaftliche Teilhabe einsetzt.

Im Anschluss an den Vortrag fand eine Podiumsdiskussion statt. Unter der Moderation von Julia Ures diskutierten Karin Hartmann, Claudia Warnecke, Technische Beigeordnete der Stadt Paderborn, Katrin Stroth, Leiterin der Stadtbibliothek, Dagmar Drüke sowie Lena Schräder, Citymanagerin der Stadt Paderborn, über Perspektiven für eine inklusive Stadtentwicklung.

Ein besonderer Fokus lag dabei auf sogenannten „Dritten Orten“ – Treffpunkten jenseits von Zuhause und Arbeitsplatz, die Begegnung, Austausch und Aufenthalt ermöglichen. Dazu zählen beispielsweise Bibliotheken, Plätze oder andere öffentliche Räume, die unabhängig von Konsum genutzt werden können.

Die Leiterin der Stadtbibliothek, Katrin Stroth, stellte in diesem Zusammenhang die Open Library im Adam-und-Eva-Haus vor, die bereits heute als solcher „Dritter Ort“ funktioniert. Dort stehen den Besucherinnen und Besuchern unter anderem Aufenthaltsmöglichkeiten, Toiletten, ein Wasserspender sowie Stillmöglichkeiten zur Verfügung. Das Angebot lädt dazu ein, den Ort unabhängig von einem konkreten Bibliotheksbesuch zu nutzen und Zeit im öffentlichen Raum zu verbringen.

„Eine attraktive Innenstadt lebt von Orten, an denen Menschen sich begegnen und aufhalten können”, sagte Lena Schräder vom Citymanagement Paderborn. „Solche Orte leisten einen wichtigen Beitrag zur Aufenthaltsqualität und zur sozialen Teilhabe.“

Die anschließende Diskussion stieß auf große Resonanz im Publikum. Zahlreiche Wortmeldungen und Fragen führten zu einem intensiven Austausch zwischen Podium und Teilnehmenden, sodass die Veranstaltung etwas länger als geplant dauerte. Bürgermeister Stefan-Oliver Strate musste die Veranstaltung aufgrund eines Folgetermins bereits etwas früher verlassen, da im Anschluss vor dem Spiel des SC Paderborn die Übergabe eines besonders beflockten Trikots des SCP anlässlich der Verleihung des Europäischen Kulturerbesiegels an die Stadt Paderborn stattfand.

Die Veranstaltung wurde von Gebärdensprachdolmetscherinnen begleitet. Im Anschluss nutzten zahlreiche Teilnehmende die Gelegenheit zum weiteren Austausch. Parallel dazu fand vor dem Rathaus ein „Markt der Möglichkeiten” statt. Dort informierten Initiativen, Vereine und Institutionen über ihre Arbeit rund um die Themen Gleichstellung, Engagement und Stadtgesellschaft.

Stadt Paderborn

Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing