Von der Ohnmacht zur Handlungskompetenz

Die Begleitung von Kindern mit herausforderndem Verhalten im Übergang von der Kita in die Grundschule

© Stadt PaderbornDie Mitglieder der Steuergruppe „Zusammenarbeit Kita – Grundschule“ in Stadt & Kreis Paderborn haben die Fachveranstaltung organisiert: (v. l.) Reinhild Harst (Kath. Grundschule Haaren-Helmern, Vertretung Schulamt für Kreis Paderborn), Britta Vollmann (Bildungsbüro Kind & Ko, Stadt Paderborn), Manuela Bünz (Paritätischer Wohlfahrtsverband), Klaus Kokemoor (Referent), Vera Kruse (Bildungs- und Integrationszentrum, Kreis Paderborn), Theresa Trieu (Bildungs- und Integrationszentrum, Kreis Paderborn), Anna Stork (Jugendamt, Kreis Paderborn), Maxi Brautmeier-Ulrich (Grundschule Sande, Vertretung Schulamt für Stadt Paderborn) und Kerstin Liggesmeier (Bildungsbüro Kind & Ko, Stadt Paderborn).

Donnerstag, 16. April 2026 | Stadt Paderborn - Rund 250 pädagogische Fachkräfte aus Kindertageseinrichtungen, Lehrkräfte und weitere am Übergang Interessierte folgten der Einladung der Steuergruppe „Zusammenarbeit Kita – Grundschule in Stadt & Kreis Paderborn“ zu einer gemeinsamen Fachveranstaltung und wurden mit einem ebenso eindrucksvollen wie praxisnahen Vortrag belohnt. Im Mittelpunkt stand das Thema „Von der Ohnmacht zur Handlungskompetenz – die Begleitung von Kindern mit herausforderndem Verhalten im Übergang Kita – Grundschule“, präsentiert von Referent Klaus Kokemoor aus Hannover.

Schon zu Beginn wurde deutlich: Die Herausforderungen im pädagogischen Alltag sind groß. Kinder mit auffälligem Verhalten bringen Fachkräfte nicht selten an ihre Grenzen. Aggressionen, Rückzug oder extreme Bedürftigkeit stellen Teams vor komplexe Fragen. Kokemoor gelang es, diese Situationen nicht nur fachlich einzuordnen, sondern auch emotional greifbar zu machen. Seine zentrale Botschaft: „Hinter jedem Verhalten steckt ein Grund“ – und es sei Aufgabe der Erwachsenen, diesen zu verstehen.

Ein besonderer Blick galt dabei auch den unterschiedlichen Systemlogiken von Kita und Schule. Während in der Kita häufig handlungsorientiert gearbeitet wird, steht in der Schule stärker die Ergebnisorientierung im Fokus. Gerade im Übergang ist es daher entscheidend, diese Perspektiven miteinander zu verbinden und Kindern weiterhin Zugänge über ihr eigenes Handeln zu ermöglichen.

Besonders eindrücklich waren die geschilderten Fallbeispiele aus der Praxis. Sie zeigten, wie belastend Situationen für Fachkräfte sein können, wenn sie scheinbar keinen Zugang mehr zu einem Kind finden. Gleichzeitig wurde deutlich, welches Potenzial in einer veränderten Haltung liegt. Ein Schlüssel liege laut Kokemoor in der gezielten Beobachtung und Reflexion im Team. Durch bewusste Aufmerksamkeit, Entlastung und gemeinsames Nachdenken könnten neue Handlungsmöglichkeiten entstehen.

Gerade Kinder mit herausforderndem Verhalten profitieren davon, in konkrete Handlungen begleitet zu werden. Oft finden sie erst über das eigene Tun einen Zugang zu sich selbst und zu ihrer Umwelt. Dabei spielt die handlungsbegleitende Sprache eine zentrale Rolle: Indem Fachkräfte das Tun der Kinder sprachlich begleiten und auf Augenhöhe mit ihnen in Beziehung treten, unterstützen sie deren Selbstwahrnehmung und Selbstwirksamkeit.

Die Teilnehmenden verfolgten den Vortrag mit großer Aufmerksamkeit. Immer wieder wurde zustimmend genickt, mitgeschrieben und sichtbar mitgedacht. Die hohe Praxisnähe der Inhalte sorgte dafür, dass sich viele Fachkräfte in den Beispielen wiederfanden. Auch in der Pause wurde das Thema lebhaft weitergeführt. In angeregten Gesprächen tauschten sich die Teilnehmenden über ihre Erfahrungen aus und diskutierten eigene Lösungsansätze.

Die Veranstaltung machte deutlich, wie wichtig der gemeinsame Austausch zwischen Kita und Grundschule beim Übergang der Kinder ist. Sie bot nicht nur neue fachliche Impulse, sondern stärkte auch das Gefühl, mit den täglichen Herausforderungen nicht allein zu sein. Am Ende blieb bei vielen Teilnehmenden der Eindruck, dass es oft kleine Veränderungen in Haltung und Aufmerksamkeit sind, die große Wirkung entfalten können.

Bei Fragen zur Gestaltung des Übergangs stehen Eltern jederzeit die jeweilige Kindertageseinrichtung oder die nächstgelegene Grundschule als erste Ansprechpartner zur Verfügung. Darüber hinaus unterstützt für die Stadt Paderborn Britta Vollmann aus dem Bildungsbüro Kind & Ko (Tel. 05251/88-11183, E-Mail: b.vollmannpaderbornde) und für den Kreis Paderborn Andrea Sonnenberg (Tel. 05251/308-5127, E-Mail: sonnenbergakreis-paderbornde).

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