Vielschichtigkeit und Facettenreichtum regen zum Nachdenken an

Zwei neue Kunstausstellungen starten am Freitag in Schloß Neuhaus

© Stadt PaderbornKünstlerin Tanya Poole, Claudia Rinke (Kuratorin und Leiterin der Städtischen Museen und Galerien), Künstlerin Joséphine Sagna sowie Eleonore Seiferth (Volontärin im Kulturamt; v. l.) sitzen vor einem Werk der Ausstellung von Tanya Poole (Tanya Poole, Moon, 2023, Tusche und gemahlenes Pigment auf Papier, Courtesy: Galerie m, Duisburg © Tanya Poole).

Freitag, 17. April 2026 | Stadt Paderborn - Am Freitag, 17. April, starten zwei neue Kunstausstellungen in den Städtischen Museen und Galerien Paderborn. Beide Ausstellungen werden um 19 Uhr im Audienzsaal von Schloß Neuhaus eröffnet und laufen bis zum 30. August 2026.

In der Städtischen Galerie in der Reithalle zeigt die Künstlerin Joséphine Sagna (* 1989) ihre Einzelausstellung „I came to slay“ – „Ich kam, um zu beeindrucken“. „Mit meiner Ausstellung und meinen Werken möchte ich einen Raum für Schwarze Frauen schaffen und ihre Vielschichtigkeit und ihren Facettenreichtum hervorheben“, erklärt Sagna. Ihr sei es ein grundlegendes Anliegen Aufklärungsarbeit zu leisten und Denkanstöße zu setzen. In ihren ausdrucksstarken und farbgewaltigen Gemälden setzt sich die Künstlerin mit der Sichtbarkeit und den Erfahrungen von Schwarzen Frauen in einer weißen Mehrheitsgesellschaft auseinander. Sie bewegt sich in ihrer Malerei zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Intuition und Aussage.

Ihre Arbeiten sind Empowerment, politisches Statement und eine Auseinandersetzung mit der eigenen Identität. Der Schaffensprozess von Joséphine Sagna ist hoch emotional, intuitiv, frech, spontan und gekennzeichnet von einer freien expressiven Geste. Dabei arbeitet sie mit Acryl-, Öl- und Sprühfarbe, mit Tusche, Aquarellstiften und Markern auf Leinwand. „Oft werden Stereotype übertragen, die eine Schere im Kopf zwischen Schwarz und Weiß entstehen lassen“, so Kuratorin und Leiterin der Städtischen Museen und Galerien, Claudia Rinke. „Mit dieser Ausstellung eröffnen wir allen Besuchenden einen Zugang zu einer gesellschaftlich und künstlerisch wertvollen Arbeit“, betont Rinke.

Im Kunstmuseum im Marstall stellt die Künstlerin Tanya Poole (* 1971) in ihrer Einzelausstellung „The Eyes and the Guide“ Fragen nach der Verbindung von Mensch und Natur. Ihre großformatigen Tusche- und Aquarellmalereien auf Papier sind poetische Ergebnisse einer intensiven Auseinandersetzung mit den Einflüssen der Menschen auf Pflanzen, Tiere und Landschaften. „Ich habe meine Werke sehr organisch und fließend angelegt“, offenbart die kanadische Künstlerin. „Sie stellen eine Hommage an die Stärke der Natur da, die sich in vielschichtiger Weise zeigt – zum Beispiel durch ihre Dekonstruktion, die wiederum neue Kreationen erzeugen“, sagt Tanya Poole.

In Zusammenarbeit mit Biolog*innen und Forscher*innen entstehen ihre Werke als poetische Erkundungen der menschlichen Beziehungen zur Natur. Tanya Poole interessiert sich für die Zwischenräume, in denen Wissenschaft und Intuition aufeinandertreffen. Ihre Kunst zeigt die Faszination für die Vielfalt des Lebens auf kleinstem Raum, unsere kulturellen Beziehungen zu Bäumen und den ewigen Kreislauf von Tod und Leben in der Natur. „Ihre Werke sind sehr ruhige, gesetzte und wohl geplante Arbeiten, die die Verbindung von Mensch und Natur auf eindrucksvolle Weise offenbaren“, legt Claudia Rinke dar.

Zu beiden Ausstellungen gibt es ein spannendes Begleitprogramm für Jung und Alt. Dieses ist auf den Webseiten der Museen unter paderborn.de zu finden. Beide Museen sind von dienstags bis sonntags zwischen 10 und 18 Uhr geöffnet.

Stadt Paderborn

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