Rückbauarbeiten im Paderborner Zukunftsquartier

Entkernung und Schadstoffsanierung der Gebäude laufen auf Hochtouren

© Stadt PaderbornAuch wenn die Rückbauarbeiten im Zukunftsquartier zunächst noch im Inneren der Gebäude stattfinden, so steht der Bagger für den Abriss schon bereit: Vom Fortschritt der Entkernungsarbeiten und der Schadstoffsanierung überzeugte sich Bürgermeister Stefan-Oliver Strate (2.v.r) jetzt vor Ort zusammen mit Hermann Weitekamp, Gebäudemanagement Stadt Paderborn, Lars-Christian Lange, Geschäftsführer der Zukunfstquartier Entwicklungsgesellschaft mbH und Konversionsbeauftragter der Stadt Paderborn (v.l.n.r) sowie Ralf Voßhenrich, Geschäftsführer der Hagedorn Gütersloh GmbH (1.v.r).

Freitag, 17. April 2026 | Stadt Paderborn - Die Entwicklung der ehemaligen Kasernenfläche an der Driburger Straße erreicht einen entscheidenden Meilenstein: die Planungs- und Vorbereitungsphase dieses größten Paderborner Stadtentwicklungsprojektes geht in die Umsetzung über. Bereits im Februar hat der Rückbau offiziell begonnen, wenn auch eher im Verborgenen, denn bevor die Gebäude abgerissen werden können, muss zunächst die Entkernung und Schadstoffsanierung im Inneren der Gebäude, teilweise per Handarbeit erfolgen. Vom Fortschritt der Arbeiten überzeugte sich Bürgermeister Stefan Strate jetzt persönlich vor Ort.

„Das Zukunftsquartier hat die Ambition eines der innovativsten Stadtentwicklungsprojekte Europas zu werden, daher freue ich mich umso mehr, dass der Rückbau so gut läuft“, sagte Bürgermeister Stefan-Oliver Strate und dankte auch der mit dem Abriss beauftragten Hagedorn Gütersloh GmbH für die gute Zusammenarbeit seit Anfang des Jahres. „Wir haben hier ein rund 54 Hektar großes, stadtintegriertes Areal, das uns die einmalige Chance bietet, ein zukunftsweisendes und resilientes Quartier mit Modellcharakter neu zu denken und zu realisieren. Eine Situation um die uns viele Städte beneiden“, erklärt Strate weiter. Im Zukunftsquartier soll ein lebendiger Stadtteil entstehen, der innovative Impulse setzt und maßgeblich dazu beiträgt, Paderborn langfristig als attraktiven und leistungsfähigen Standort für Menschen, Wissenschaft und Wirtschaft weiterzuentwickeln.

Der Rückbau der Gebäude und der versiegelten Flächen erfolgt in zwei Bauabschnitten, für die jeweils ein Zeitraum von mehreren Jahren vorgesehen ist. Der erste Bauabschnitt des Zukunftsquartiers umfasst den südwestlichen Teil des Areals mit dem künftigen Berliner Quartier, der Urbanen Meile und dem Driburger Quartier. In diesem Abschnitt werden derzeit die Flächen entsiegelt, erste Gebäude entkernt und anschließend zurückgebaut. Ziel ist es, die Grundlage für die zukünftige Entwicklung zu schaffen und die Baufelder für die weitere Erschließung vorzubereiten.

„Nachhaltigkeit hat bei der Entwicklung des Zukunftsquartiers und damit auch in der Rückbauphase eine hohe Priorität“, erläutert Lars-Christian Lange, Geschäftsführer der Zukunftsquartier Entwicklungsgesellschaft mbH (ZQE) und Konversionsbeauftragter der Stadt Paderborn.
So werden etwa 13 erhaltenswerte Gebäude und fünf Hallen nicht abgebrochen, sondern nur Schadstoffsaniert und dann umgenutzt. Auch werden im Sinne des „Urban Mining“ Materialien gezielt separiert und zwischengelagert, um sie später an anderer Stelle wiederverwenden zu können.

Seit Anfang 2026 führt die Hagedorn Gütersloh GmbH, ein Unternehmen der Hagedorn Gruppe, im Auftrag der Stadt Paderborn den fachgerechten Rückbau durch. „Der erste Bauabschnitt der ehemaligen Barker-Kaserne mit rund 40 Gebäuden sowie Straßen und Infrastruktur zählt zu den komplexeren Rückbauvorhaben, insbesondere aufgrund vielfältiger Schadstoffbelastungen in den Bestandsgebäuden. Umso wichtiger ist eine sorgfältige Planung und fachgerechte Umsetzung“, hebt Hagedorn-Projektleiter Andreas Westhues die Bedeutung des Projektes hervor. Als Beispiel für die nachhaltige Kreislaufwirtschaft benennt er unter anderem die rund 60.000 Tonnen mineralischen Bauschutts, die zu Recycling-Baustoffen aufbereitet und wiederverwertet werden.
Die Rückbauarbeiten zur Entwicklung des Zukunftsquartiers werden als Maßnahme aus dem Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) „Paderborner Zukunftsquartier, Erster Teilbereich“ durch die Städtebauförderung von Bund und Land NRW gefördert. Der Rückbau und die Freimachung der öffentlichen Flächen (zukünftige Freiräume, öffentliche Plätze u.Ä.) wird dabei mit bis zu 60% der Kosten bezuschusst.

Öffentliche Führungen

Im Rahmen des „Tags der Städtebauförderung“, an dem jährlich im Mai bundesweit geförderte Projekte vorgestellt werden, gibt es daher nun die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und zu sehen, wie Schritt für Schritt das Zukunftsquartier entsteht. Am 13.05.2026 und am 27.05.2026 (mittwochs, jeweils um 18.00 Uhr) laden die ZQE mbH und die Stadt Paderborn zu öffentlichen Führungen ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürger können dabei aus erster Hand erfahren, was aktuell auf dem Gelände passiert und wie es mit dem Zukunftsquartier weitergeht.
Die Führungen dauern jeweils ca. 1,5 Stunden, festes Schuhwerk ist Voraussetzung für die Teilnahme. Treffpunkt für die Führungen ist das Eingangstor / Wachgebäude (Driburger Straße 73, 33100 Paderborn).
Da die Teilnahmezahl jeweils begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung per E-Mail an konversionpaderbornde erforderlich.

Die Anreise mit dem Fahrrad oder öffentlichen Verkehrsmitteln (PaderSprinter Haltestellen Ludwigsfelder Ring und Schulze-Delitzsch-Straße) wird empfohlen. Vor Ort stehen begrenzte Parkmöglichkeiten zur Verfügung. Die Teilnahme an den Führungen erfolgt auf eigene Gefahr, eine Haftung durch die Stadt Paderborn oder die ZQE mbH ist ausgeschlossen.

Informationen zu den Konversionsflächen im Paderborner Stadtgebiet (aktuelle Entwicklungen, weitere Veranstaltungen etc.) finden sich unter www.paderborner-konversion.de.

Stadt Paderborn

Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing