Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Geschichte in Erinnerung bleibt
Eine Tafel in Gedenken an die Familie Rosenthal in Schloß Neuhaus enthüllt
Montag, 20. April 2026 | Stadt Paderborn - Am Freitagvormittag wurde an der Bushaltestelle „Emilie-Rosenthal-Weg“ in Schloß Neuhaus eine Erinnerungstafel für Familie Rosenthal eingeweiht – an dem Ort, wo das Wohnhaus der Familie einst stand. „Familie Rosenthal hat sich in besonderer Weise in unserer Stadtgesellschaft engagiert, wurde danach aber auf unvorstellbare Weise ausgegrenzt“, erklärte die stellvertretende Bürgermeisterin Sabine Kramm während ihrer Ansprache zur Enthüllung der Tafel. „Wir müssen uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Geschichte in Erinnerung bleibt“, mahnte sie.
Die Tafel befindet sich gegenüber des durch die Pader-Aue verlaufenden „Emilie-Rosenthal-Wegs“, der an die jüdische Mitbürgerin Emilie Rosenthal aus dem damaligen Neuhaus erinnert. Nach dem Tod ihres Ehemannes Louis war sie Inhaberin der Neuhäuser Mühlenwerke. Sie war in der Gemeinde vielfach sozial engagiert, wurde von den Nazis zum Verkauf der Mühle und ihres Hauses gezwungen und kam 1943 im Ghetto Theresienstadt um. Am 17. April 1996 erfolgte die Benennung des Weges nach ihr.
Genau 30 Jahre nach der Benennung und Einweihung des Weges wurde am Freitag die Erinnerungstafel enthüllt. „Wir möchten mit dieser Tafel die Spuren, die die Familie hinterlassen hat, sichtbar machen“, betonte Monika Schrader-Bewermeier, katholische Vorsitzende der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit. „Unsere Aufgabe ist es, an die Menschen und ihre Leistungen für die Gesellschaft zu erinnern“, schloss sie ihre Rede ab.
Auch Xenia Nickel, Vorsitzende der Jüdischen Kultusgemeinde Paderborn, unterstrich die Bedeutung des Erinnerns: „Mit der Tafel können wir ein Zeichen gegen das Vergessen setzen. Sie dient uns als stiller Zeuge eines vergangenen Lebens. Hier ist ein Ort des Innenhaltens, des Lernens und des Dialogs entstanden“, untermauerte sie.
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