Stadtbibliothek Paderborn passt ihr Angebot an

Zugleich richtet sie den Blick auf die Zukunft

© Stadt PaderbornDie Stadtbibliothek Paderborn befindet sich in einer Phase des Wandels.

Mittwoch, 17. Juni 2026 | Stadt Paderborn - Die Stadtbibliothek Paderborn befindet sich in einer Phase des Wandels. Die Haushaltskonsolidierung der Stadt macht auch vor der Bibliothek nicht Halt. Als freiwillige kommunale Leistung ist sie von den finanziellen Rahmenbedingungen ebenso betroffen wie von personellen Einschränkungen durch die politische beschlossene Einsparquote.

Doch während an einigen Stellen Leistungen stark reduziert werden müssen, entsteht gleichzeitig eine klare Zukunftsstrategie. Die Bibliothek spricht deshalb bewusst von einem „Aufstieg und Abstieg“: Einige Angebote werden angepasst oder eingeschränkt, während gleichzeitig die Weichen für eine moderne, inklusive und zukunftsfähige Bibliothek gestellt werden.

„Wir stehen vor der Herausforderung, mit sehr viel weniger Personal weiterhin ein attraktives und leistungsfähiges Angebot für die Menschen in Paderborn bereitzuhalten. Deshalb analysieren wir unsere Aufgaben, Prozesse und Standorte sehr genau und konzentrieren unsere Ressourcen dort, wo sie den größten Nutzen entfalten“, erklärt die Bibliotheksleitung.

Anpassungen in den Stadtteilbibliotheken

Grundlage der Entscheidungen sind umfangreiche Nutzungsanalysen der Stadtteilbibliotheken.
In der Stadtteilbibliothek Elsen hat sich der Freitag als der mit Abstand schwächste Öffnungstag erwiesen. Ab Beginn der Sommerferien wird zunächst dieser Ausleihtag entfallen.

Auch für die Stadtteilbibliothek Schloß Neuhaus ergeben sich starke Veränderungen. Zwar weist der Vormittag hohe Besucherzahlen auf, diese entstehen jedoch überwiegend durch die Nutzung während der Pausenzeiten des Gymnasiums Schloß Neuhaus. Die regulären Öffnungszeiten werden deshalb ab den Sommerferien zunächst auf 13 bis 17 Uhr (donnerstags bis 18 Uhr) reduziert.

Für die Schülerinnen und Schüler wird die Bibliothek weiterhin während der zweiten großen Pause geöffnet sein. Anschließend schließt die Einrichtung bis zum regulären Nachmittagsbetrieb wieder. Kindergärten und Schulen können die Bibliothek darüber hinaus weiterhin flexibel über das städtische Raumnutzungsportal für Besuche und Bildungsangebote buchen.

Veränderungen in der Zentralbibliothek

Auch in der Zentralbibliothek werden die personellen Herausforderungen spürbar.
Künftig wird es punktuelle Einschränkungen bei Serviceleistungen geben. Geplant sind sogenannte servicefreie Zeiten, in denen die Bibliothek weiterhin zugänglich bleibt, jedoch nicht alle Dienstleistungen durch Personal begleitet werden können.

Zukunft trotz knapper Ressourcen

Trotz notwendiger Einschnitte blickt die Stadtbibliothek etwas optimistisch nach vorne.

Mit den vorhandenen Ressourcen soll der Fokus künftig noch stärker auf den zentralen gesellschaftlichen Aufgaben der Bibliothek liegen: Leseförderung, Medienkompetenzvermittlung und die Förderung gesellschaftlicher Teilhabe.

Eine wichtige Rolle spielt dabei die Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Die Bibliothek wird ihre Angebote künftig noch stärker an den Zielen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Gesellschaft ausrichten. Dabei geht es nicht nur um Umweltfragen, sondern auch um Bildungsgerechtigkeit, demokratische Teilhabe, Informationskompetenz und lebenslanges Lernen.

„Gerade in Zeiten großer gesellschaftlicher Veränderungen brauchen Menschen Orte, an denen sie Wissen erwerben, Orientierung finden und miteinander ins Gespräch kommen können. Diese Rolle wollen wir auch künftig aktiv gestalten.“

Neue Chancen im Stadthaus

Besonders deutlich zeigt sich die Zukunftsperspektive im geplanten neuen Stadthaus.
Durch den Einsatz moderner Open-Library-Technologie werden die Öffnungszeiten der Bibliothek dort deutlich erweitert. Geplant ist eine Nutzung von 7 bis 22 Uhr – und damit weit über die heutigen Möglichkeiten hinaus.

Gleichzeitig setzt die Bibliothek auf eine intensive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger. Im laufenden Beteiligungsprozess können Menschen aus Paderborn ihre Ideen, Wünsche und Erwartungen einbringen und so aktiv an der Entwicklung ihrer zukünftigen Bibliothek mitwirken.

Von der Ausstattung aus der derzeitigen Kinderbibliothek und dem Bereich Sport und Gesundheit muss sich die Bibliothek für das neue Stadthaus größtenteils trennen. Bis zum Einzug ins Stadthaus sind die Möbel bis zu 40 Jahre alt und haben schon 2 Wasserschäden hinter sich. Die neue Ausstattung bietet die Chance sich optimal an die Wünsche und Bedarfe der Menschen aus der Stadt anzupassen. Die Bibliothek hofft, dies auch in Zeiten knapper Kassen mit einer einmaligen Investition optimal umsetzen zu können.

Eine Bibliothek für alle

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Entwicklung einer möglichst barrierearmen Bibliothek.
Dabei geht es nicht nur um die klassische Barrierefreiheit für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen. Berücksichtigt werden ebenso die Bedürfnisse von Menschen mit Seh- oder Hörbeeinträchtigungen sowie von neurodivergenten Besucherinnen und Besuchern.

Ziel ist eine Bibliothek, die für möglichst viele Menschen zugänglich, verständlich und nutzbar ist.

Die Stadtbibliothek bleibt damit das, was sie immer war: ein Ort des Wissens, der Begegnung und der Bildung – und zugleich ein Ort, der sich gemeinsam mit seiner Stadt weiterentwickelt.

Stadt Paderborn

Amt für Öffentlichkeitsarbeit und Stadtmarketing