Erinnerung braucht Orte. Und Erinnerung braucht Namen.
Offizielle Einweihung des Alexandra-Rousi-Weges
Donnerstag, 16. Juli 2026 | Stadt Paderborn - „Wir sind heute hier zusammengekommen, um einen Ort sichtbar zu machen, der lange Zeit ohne öffentliches Zeichen geblieben ist. Und wir sind vor allem hier, um an einen einmaligen Menschen zu erinnern: an Alexandra Rousi“, begrüßte Bürgermeister Stefan-Oliver Strate am Dienstagmittag Hinterbliebene von Alexandra Rousi und zahlreich erschienene Interessierte zur offiziellen Einweihung des „Alexandra-Rousi-Weges“. Der Weg liegt an der Kreuzung Detmolder Straße/Herbert-Schwiete-Ring und führt zu dem Haus hin, in dem die damals 62-Jährige ums Leben kam. „Ihr gewaltsamer Tod hat unermessliches Leid verursacht, das bis heute nachwirkt. Für ihre Familie, für ihre Angehörigen, für alle, die sie kannten und liebten“, betonte der Bürgermeister in seiner Ansprache.
Ein Blick zurück: Vor über 30 Jahren, am 14. Oktober 1994, wird die Griechin Alexandra Rousi von ihrem Nachbarn Hermann J., der im Haus unter ihr wohnte, durch einen Brandanschlag ermordet. Ihr Sohn Nikolaos und ihre Schwiegertochter Chariklia werden verletzt. Der Täter hatte zuvor im Haus Benzin angezündet, auch er stirbt noch am Tattag.
Um das Andenken der Verstorbenen zu bewahren, hatte der Rat der Stadt Paderborn in Abstimmung mit dem Heimatverein Paderborn in seiner Sitzung am 30. Oktober 2025 beschlossen, eine Wegeverbindung in unmittelbarer Nähe des Tatortes in den „Alexandra-Rousi-Weg“ zu benennen. „Es ist keine leichte Aufgabe, eine solche Erinnerung in den öffentlichen Raum zu tragen. Denn dieser Ort steht nicht nur für ein individuelles Schicksal, sondern auch für Fragen, die uns als Stadtgesellschaft betreffen: Fragen nach Verantwortung, Fragen nach Wahrnehmung und nach dem Umgang mit Konflikten, Ausgrenzung und Gewalt“, mahnte Stefan-Oliver Strate.
Neben dem Bürgermeister richtete auch Konstantinos Curis, der Sohn der Schwester von der Schwiegertochter Chariklia, an die Anwesenden und bedankte sich bei der Stadt Paderborn für die Benennung des Weges und das damit einhergehende Bewahren des Andenkens an Alexandra Rousi. Gemeinsam enthüllten er, seine Mutter Tina Curis und Bürgermeister Strate das neue Straßenschild, das nun an Alexandra Rousi erinnert. „Erinnerung braucht Orte. Und Erinnerung braucht Namen. Dieser Ort soll künftig dazu beitragen, dass die Geschichte von Alexandra Rousi nicht in Vergessenheit gerät“, mahnte der Bürgermeister.
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