Gemeinsam gegen K.O.-Tropfen: Gleichstellungsstelle informiert auf dem Liborifest

Am Dienstag, 28. Juli, ab 17 Uhr

© Stadt PaderbornDas Team der städtischen Gleichstellungsstelle (Foto) wird am Dienstag gemeinsam mit dem Team der Gleichstellungsstelle der Universität Paderborn und den Expertinnen aus dem Arbeitskreis Gewalt gegen Frauen auf dem Liborifest über K.O.-Tropfen informieren.

Montag, 27. Juli 2026 | Stadt Paderborn - Die Teams der Gleichstellungsstellen der Stadt Paderborn, der Universität Paderborn und die Expertinnen aus dem Arbeitskreis Gewalt gegen Frauen werden am Dienstag, 28. Juli 2026 ab 17 Uhr wieder auf dem Liborifest überall dort unterwegs sein, wo gefeiert wird, und über die Gefahren durch K.O.-Tropfen aufklären. „Wir werden gemeinsam Info-Flyer samt Getränkeabdeckung an Feiernde ausgegeben und mit den Menschen ins Gespräch kommen“, so Dagmar Drüke, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn. „Selbstverständlich sind die Flyer auch jederzeit in unserem Büro am Königsplatz 12 erhältlich". Weitere Informationen gibt es unter paderborn.de/gleichstellungsstelle.

Die Gleichstellungsstelle der Stadt Paderborn hat eine Kampagne zur Aufklärung zum Thema K.O.-Tropfen initiiert und macht seit Jahren immer wieder auf dieses wichtige Thema aufmerksam. Herzstück der Kampagne ist ein Informationsflyer, der gemeinsam mit dem Gleichstellungsbüro der Universität Paderborn und dem Expertinnen aus dem Arbeitskreis Gewalt gegen Frauen verbreitet wird, um für das Thema K.O.-Tropfen zu sensibilisieren und Tipps für den Schutz gegen K.O.-Tropfen zu geben. Im Flyer enthalten sind Getränkeabdeckungen, die einen gewissen Schutz gegen die gefährlichen Substanzen bieten, die vor allem – aber nicht nur – Mädchen und jungen Frauen heimlich ins Getränk geträufelt werden.

„Immer wieder wird uns berichtet, dass insbesondere junge Frauen – aber auch junge Männer – Opfer von K.O.-Tropfen werden. Die Betroffenen werden durch die Verabreichung von K.O-Tropfen in eine wehrlose Lage gebracht und in manchen Fällen von den Tätern missbraucht oder beraubt“, berichtet die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Paderborn Dagmar Drüke. „Erschreckend ist, dass fast alle, mit denen wir sprechen, Betroffene im persönlichen Umfeld kennen.“ Das Fazit der Gleichstellungsbeauftragten: „Es ist wichtig, immer wieder auf die Gefahren, die durch K.O.-Tropfen drohen, aufmerksam zu machen und zur Vorsicht aufzurufen.“

Mit Hilfe von Plakaten, Cityscreens, der Homepage der städtischen Gleichstellungsstelle und den sozialen Medien wird die Botschaft verbreitet: „Schütz dich vor K.O.-Tropfen“. Die Kampagne wird auch zu Libori fortgesetzt, zum richtigen Zeitpunkt, so Drüke: „Libori ist eine gute Gelegenheit, auf die Problematik aufmerksam zu machen und gerade jungen Menschen in Erinnerung zu rufen, dass sie auf sich und ihre Freund*innen Acht geben sollten.“

„Wir haben“, so Drüke, "mit dem Team des Gleichstellungsbüros der Universität Paderborn und den Expert*innen vom Arbeitskreis „Gewalt gegen Frauen“ wichtige Kooperationspartner*innen an unserer Seite, die mit uns gemeinsam die dringend notwendige Aufklärungsarbeit im Kampf gegen K.O.-Tropfen leisten.“

„Den Start in die vorlesungsfreie Zeit feiern unsere Studierenden auf Libori. Mit Respekt und einem wachsamen Auge füreinander. Achtet auf euer Getränk und auf eure Leute - für ein sicheres Fest ohne KO Tropfen!“, so Dr. Annika Hegemann, Gleichstellungsbeauftragte der Universität Paderborn.

Verantwortung für eine Tat tragen natürlich niemals die Betroffenen, sondern immer die Täter, betont das Team der Gleichstellungsstellen. „Mit der Präventionsarbeit wollen wir auch darauf aufmerksam machen, dass die Verabreichung von K.O.-Tropfen eine Straftat ist und Betroffene ermutigen, für sich einzustehen und Anzeige zu erstatten – denn nur so kann kriminelles Handeln gestoppt werden.“

„Die mit den Flyern verteilten Getränkeschutzdeckel können einen zusätzlichen Schutz bieten, sind aber kein Garant für absolute Sicherheit,“ so Drüke. "K.O.-Tropfen können auch durch sogenanntes „Needle Spiking“ über Spritzen, in Speisen oder als scheinbar harmloses Medikament verabreicht werden. Der beste Schutz ist Vorsicht!"

Einige wichtige Antworten auf die Fragen: Was sind eigentlich K.O.-Tropfen? Wie wirken sie? Und: Wie kann ich mich gegen sie schützen?

Was sind K.-O.-Tropfen?
Bei K.O.-Tropfen handelt es sich um Stoffe, die missbraucht werden, um andere handlungsunfähig, hilflos oder willenlos zu machen. Dies wird oft ausgenutzt, um die betroffene Person sexuell zu missbrauchen, sie auszurauben oder Ähnliches.
In der Regel werden zu diesem Zweck Drogen oder Medikamente missbraucht und unbemerkt in Getränke oder Speisen gemischt. Die Tropfen sind farb-, geruch- und geschmacklos, sodass sie in einem Getränk oder einer Speise nicht zu erkennen sind. Schon wenige Tropfen genügen, um eine Wirkung hervorzurufen.

Wie erkenne ich, dass mir K.O.-Tropfen verabreicht wurden?
Symptome wie Schwindel, Übelkeit, Wahrnehmungsschwierigkeiten, Willenlosigkeit, (sexuelle) Enthemmung oder extreme Euphorie, Verhaltensänderungen, Erinnerungslücken und eingeschränkte Beweglichkeit können Anzeichen einer Verabreichung von K.O.-Tropfen sein. Auch Alkohol kann wie ein K.O.-Mittel wirken.

Was kann ich tun, wenn ich den Verdacht habe, dass mir selbst oder einer anderen Person K.O.-Tropfen verabreicht wurden?
Betroffene, die den Verdacht haben, dass ihnen K.O.-Tropfen verabreicht wurden, sollten sofort Personen ihres Vertrauens um Hilfe bitten (z. B. Freund*innen, Sicherheitspersonal).
In einem akuten Verdachtsfall sollte sofort der Rettungsdienst (Tel. 112) verständigt werden. Die Rettungskräfte sollten auf diesen Verdacht hingewiesen werden. Es ist wichtig, dass die betroffene Person in ein Krankenhaus gebracht wird, um sie ärztlich untersuchen zu lassen.
Vor allem sollte die betroffene Person nicht allein gelassen werden, so dass Fremde nicht die Möglichkeit haben, sie wegzuführen.

Wie kann ich mich und andere schützen?
Der beste Schutz ist Vorsicht. Getränke sollten selbst bestellt und von der Bedienung persönlich entgegengenommen werden. Getränke sollten nie unbeaufsichtigt sein. Nicht nur Fremde, sondern auch Bekannte können K.O.-Tropfen verabreichen. Es ist wichtig, besonders im Freund*innenkreis, gut aufeinander zu achten und in Erinnerung zu behalten, dass nicht nur Frauen, sondern auch Männer betroffen sein können.

Damit die Polizei die Täter ermitteln und weitere Taten verhindern kann, ist es wichtig, möglichst schnell eine Anzeige bei der Polizei zu erstatten. Die Nachweisbarkeit von K.O.-Tropfen ist zeitlich begrenzt und hängt z.B. auch von der Art der verabreichten Substanz ab. Deshalb sollten Blut-, Urin- oder Haarproben im Krankenhaus zeitnah entnommen werden.

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