Mittendrin seit Generationen

Eine Pressemitteilung des Erzbistums Paderborn

© Erzbistum PaderbornZwischen den Fahrgeschäften und Attraktionen versteckt sich mitten auf dem Liboriberg die Liborikapelle und lädt unter anderem die Schaustellerinnen und Schausteller zu Momenten der Stille ein.

Montag, 03. August 2026 | Stadt Paderborn - Der Gottesdienst in der Liborikapelle am Freitag der Festwoche steht fest im Kalender vieler Schaustellerinnen und Schausteller. Die Kapelle, die nur zu besonderen Anlässen geöffnet ist, lädt seit Jahrzehnten zu Momenten der Stille und Besinnung im Liboritrubel ein. Hier, auf der Kirmesmeile, wo die Schausteller neun Tage lang arbeiten und Freude verbreiten, hier sei man „mittendrin“.

Das Libori-Leitwort „mittendrin“ lasse sich gut mit dem verbinden, was die Schausteller Jahr für Jahr leisteten, erklärte Generalvikar Thomas Dornseifer in seiner Predigt: „Mittendrin und nicht nur dabei – das illustrieren Sie als Schaustellerfamilien im wahrsten Sinne des Wortes.“ Libori, das sei ein Fest, das nicht irgendwo abgeschieden auf einer Wiese gefeiert werde. Libori feiere man „mittendrin“ im Kern der Stadt. „Da, wo sie arbeiten, da kommen Glaube und Leben zusammen“, bekräftigte der Generalvikar und ergänzte: „Libori hat einen kirchlichen Ursprung. Der Pfau auf dem Dach dieser Kapelle erinnert uns an die Überlieferung der Reliquien. Und doch ist es auch Ihrem Engagement zu verdanken, dass wir das Liborifest in dieser Form feiern, denn Sie sind ‚mittendrin‘“.

Während Libori könne man beobachten, wie Kirche wie zu kaum einem anderen Zeitpunkt im Paderborner Kirchenjahr zum Ort der Begegnung und der Einkehr werde. „Dieser Tage beobachtet man viele Menschen, die in den Paderborner Dom strömen. Nicht immer sind es Christen. Und doch merkt man, dass sie den Dom nicht nur als kürzesten Weg zwischen dem großen und dem kleinen Domplatz nutzen. Sie kommen in den Dom, halten inne, zünden vielleicht eine Kerze an und äußern Wünsche und Hoffnungen“, schilderte Generalvikar Dornseifer die Beobachtungen der vergangenen Tage. Auch unmittelbar auf der Kirmesmeile kämen Glauben und Leben in diesem Jahr auf besondere Weise zusammen: „In der Segensgondel, einem neuen Projekt der Paderborner Ordenskonferenz, erhalten Besucherinnen und Besucher der Liborikirmes, die einen Segen wünschen, die Möglichkeit, diesen kostenlos im Riesenrad über den Dächern der Stadt von einem Ordensmann oder einer Ordensfrau zu erhalten“, berichtete der Generalvikar und ergänzte: „Menschen, die sich zu diesen Fahrten anstellen, tun dies nicht, um eine kostenfreie Fahrt im Riesenrad zu ergattern. Es sind Menschen, die mitten im Trubel des Liborifestes ihr persönliches Anliegen vorbringen möchten“, würdigte der Generalvikar die neue Aktion.

Das Schaustellertum lebe von der generationsübergreifenden Leidenschaft, merkte Thomas Dornseifer an. Was frühere Generationen geschaffen hätten, führten nachfolgende Generationen bis heute weiter. Dieses Bild spiegelte sich mit Blick auf die Teilnehmenden des Schaustellergottesdienstes wider. Für Wilhelm Schemel ist der Besuch des Schaustellergottesdienstes seit Jahrzehnten ein selbstverständlicher Termin in der Liboriwoche. Vor seinem Ruhestand betrieb der 87-Jährige ein Kinderkarussell und die bekannte „rote Kutsche“ am Dom. Heute betreibe seine Tochter die „rote Kutsche“ auf der Kirmesmeile. „Die ‚rote Kutsche‘, die ich gemeinsam mit meiner Frau am Dom betrieben hatte, haben wir zu unserem 80. Geburtstag verkauft. Seither genießen wir den Ruhestand. Unsere Tochter führt das Schaustellerleben jedoch fort“, berichtete Wilhelm Schemel. Zum Liborigottesdienst komme er nach wie vor: „Es ist eine schöne Gelegenheit, dem Trubel für eine Stunde zu entfliehen. Gerade in der heutigen Zeit ist so ein Ruhepol etwas Besonderes.“

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