Manfred Westerwinter geht in den Ruhestand

Nicht der "Fall", sondern die Menschen wichtig

Zum Jahresende geht Manfred Westerwinter, langjähriger Leiter des Sozialamtes der Stadt Paderborn, nach 39 Dienstjahren in den Ruhestand. Gesundheitliche Gründe sind der Anlass für die vorzeitige Pensionierung des 55jährigen Verwaltungsdirektors. Bereits Anfang 1981 wurde der damals 34jährige städtische Beamte zu einem der seinerzeit jüngsten Amtsleiter in das neugegründete Kulturverwaltungsamt berufen. Seit 1985 war Manfred Westerwinter Sozialamtsleiter. Diese Aufgabe hat er bis zu seiner Pensionierung mit großem beruflichen und auch persönlichen Engagement ausgefüllt. Der Mitarbeiterstamm des Sozialamtes ist unter der Amtsführung von Manfred Westerwinter von 38 Beschäftigten 1985 auf heute 62 angewachsen. Die Zahl der vom Sozialamt unterstützten Sozialhilfeempfänger hat sich in diesem Zeitraum von 5.200 auf rund 9.000 Personen erhöht. Gleichzeitig stiegen zwar die Sozialhilfeaufwendungen in der Stadt Paderborn von 22,6 Millionen Mark auf 52,8 Millionen Mark. Doch auch die Einnahmen von Unterhaltspflichtigen und anderen konnten von 6,1 Millionen Mark auf über 12 Millionen Mark ebenfalls quasi verdoppelt werden konnten. “Mit dem Umfang der Arbeit haben auch die Anforderungen an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Sozialamtes stetig zugenommen”, weiß Westerwinter aus seiner langen Berufspraxis zu berichten. “Heutzutage wenden sich Menschen aller gesellschaftlichen Schichten mit den vielfältigen Fragen und Problemen an das Sozialamt und erwarten dort kompetente Beratung und Hilfe. Wer diesem Anspruch gerecht werden will, muss natürlich Recht und Gesetz anwenden, aber sich zugleich auch auf die individuellen Bedürfnisse des Einzelfalles einstellen”, so der Leiter des Sozialamtes weiter. In der Kommunalverwaltung habe es in den letzten Jahren einen deutlichen Trend zu mehr Bürgernähe und Bürgerfreundlichkeit gegeben. Das Sozialamt habe sich diesem Trend entsprechend längst zu einem modernen Dienstleister entwickelt. Vielfältige freiwillige Aufgaben seien aufgegriffen worden. Neben den gesetzlichen Anforderungen habe man beispielsweise für Ausländer, Behinderte und Senioren eine breite Palette an Serviceleistungen und Hilfsmöglichkeiten geschaffen. Westerwinter betont, dass diese sehr positive Entwicklung nicht zuletzt der hervorragenden Zusammenarbeit mit den Wohlfahrtsverbänden und den in der sozialen Arbeit aktiven Vereinen und Institutionen zu verdanken sei. Der langjährige Amtsleiter hat seine Aufgaben nicht nur als Dienstpflicht gesehen, sondern sie immer auch mit sozialem Gespür und hohem persönlichem Engagement erfüllt. Nicht der “Sozialhilfefall”, sondern die Menschen, um die es ging, standen für ihn stets im Vordergrund. Diese Einstellung hat ihn sowohl in seinem Beruf als auch in seinen sozialen und politischen Ehrenämtern geprägt.