Naturkundemuseum im Marstall

Von Flughunden und wilden Bienen

Der Flughund am Blütenstand einer Banane, der Kolibri im Schwirrflug oder eine Wildbiene an einer Blüte - ein faszinierendes Miteinander von Pflanzen und Tieren. Eingefangen sind diese Naturschauspiele auf traumhaften Fotos, die vom 19. April bis 14. Juli in der Austellung "Blütenökologie" im Naturkundemuseum im Marstall in Paderborn-Schloß Neuhaus zu sehen sind. Die Exposition vom Forschungsinstitut und Naturmuseum Senckenberg, Frankfurt/Main, ist täglich, außer montags, von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Für 9,80 EUR ist ein kleines Begleitbuch zum Ausstellungthema erhältlich. Die Ausstellung zeigt unter dem Titel "Blütenökologie" auf Fotos und an Modellen die wichtigsten Bestäubungsgruppen mit ihren Pflanzen in ihrer Vielfalt. Sie gibt einen Eindruck von der Bedeutung der Blütenökologie für die Artenvielfalt bei Tieren und Pflanzen. Ausgesuchte "Paare" dokumentieren teilweise extreme gegenseitige Anpassungen. Biodiversität - Artenvielfalt - ist heute ein häufig gebrauchter Begriff, ihre Erforschung eine drängende aktuelle Aufgabe der biologischen Wissenschaft. Wie ist die heutige, millionenfache Vielfalt von Tieren und Pflanzen im Verlauf der Evolution entstanden? Ein wichtiger Faktor ist dabei die Anpassung von Tieren und Pflanzen aneinander gewesen. Die meisten Blütenpflanzen benötigen Tiere, um sich zu vermehren. Diese sorgen für den Transport des Pollens von einer Blüte zur anderen. Um diese Dienstleistungen zu erlangen, treiben die Pflanzen erheblichen Aufwand. Sie locken die Tiere auf vielfältige Weise. Manche verpflegen die Blütenbesucher, andere täuschen die Nahrung nur vor. Einige Arten fangen die Tiere sogar ein - bis hin zum einkalkulierten Tod nach erfolgter Bestäubung. Die Blumen sind nicht schön, um uns zu erfreuen, sondern um Bestäuber anzulocken. Ihr Nektar wird nicht nur von verschiedenen Bienen und anderen Insekten getrunken, sonder auch von vielen Vögeln, Fledermäusen, Beuteltieren und Affen. Das Wechselspiel von Blüten und Bestäubern schafft vielfältige Lebensnischen und ist deshalb eine wichtige Grundlage für die Artenvielfalt bei Pflanzen und blütenbesuchenden Tieren. In vielen Fällen geht die gegeseitige Abhängigkeit so weit, dass ein Verschwinden des Partners zwangsläufig das Aussterben des anderen zur Folge hat. Zu den Wundern der Evolution gehören auch die gegenseitigen Anpassungen von Blüten und Bestäubern: Blütenform, -farbe und -geruch sind häufig genau auf Körpermaß und Sinne "ihrer" Tiere ausgerichtet. Das Naturkundemuseum bietet für Kinder und Jugendliche einen kostenlosen Rallyebogen an, mit dem die Aussstellung erkundet werden kann. Außerdem werden im Rahmenprogramm Geschichten für Kinder mit der "Biene Sumse" (am 9. Juni und 7. Juli jeweils um 11 Uhr) sowie sechs Filmfortsetzungen über "Das geheime Leben der Pflanzen" (Ende Mai bis Mitte Juli jeweils sonntags 11 Uhr) präsentiert.