Aufführung am Mittwoch, 17. April, 19.30 Uhr, PaderHalle
Lache, Bajazzo
Eine der berühmtesten Szenen der Opernliteratur der Welt wird auf der Bühne der Paderhalle zum Leben erweckt: „Lache, Bajazzo“. Der Schauspieler Canio für die Zuschauer den Komödianten mimen und sich schminken und kostümieren, doch er ist verzweifelt, denn gerade hat er die Untreue seiner Frau Nedda entdeckt. Schmerz, Tränen und eifersüchtiger Zorn liegen in der berühmten Arie. Das Eifersuchtsdrama endet mit dem Tod Neddas und ihres Geliebten und schließt mit dem lapidaren Satz: „Geht nach Hause, die Komödie ist beendet - La comedia e finita.“ Am Mittwoch, 17. April, um 19.30 Uhr erlebt „Der Bajazzo“ von Ruggero Leoncavallo in Paderborn seine Aufführung durch das Landestheater Detmold, zusammen mit der ebenso bekannten Oper „Cavalleria rusticana“ von Pietro Mascagni - ebenfalls ein Eifersuchtsdrama mit tödlichem Ausgang. Dieses Stück endet mit dem berühmten Schrei der Mamma Lucia: „Sie haben Turiddu erschlagen“. Beide Stücke werden in deutscher Sprache aufgeführt, dauern jeweils nur etwas mehr als eine Stunde, sind aber in ihrer Kürze ungeheuer leidenschaftlich, dicht und packend. Sie werden üblicherweise an einem Abend gespielt. Um 18.30 Uhr gibt die Dramaturgin Elisabeth Wirtz, die auch eine der beiden Opern inszeniert hat, eine Einführung. Der „Bajazzo“ und „Cavalleria rusticana“ sind die großartigsten Werke des sogenannten „Verismo“. In dieser Stilrichtung hielt die Tragik des Alltags Einzug auf die Opernbühne. Daher bedienten sich beide Komponisten auch naturalistischer, geradezu wirklichkeitsgetreuer Vorlagen. Leoncavallo hat den Vorfall, der dem „Bajazzo“ zugrundeliegt, sogar selbst erlebt. „Der Bajazzo“ spielt vor dem Hintergrund des Gastspiels einer Komödiantentruppe in einem italienischen Dorf, „Cavalleria rusticana“ vor dem Hintergrund der Osterfeiern in einem sizilianischen Dorf. In großartigen Chorszenen wird der Hintergrund dargestellt. Die Wege der beiden Opern kreuzen sich früh: der Einakter von Pietro Mascagni erhielt den ersten Preis bei einem Wettbewerb, den der Mailänder Verleger Sonzogno 1888 ausschrieb. Seine umjubelte Uraufführung im Mai 1890 in Rom verhalf dem 27-jährigen Komponisten aus der Provinz über Nacht zu Weltruhm. Dieses denkwürdige Ereignis veranlasste den unzufriedenen Ruggero Leoncavallo, ein größeres Opernprojekt abzubrechen, sich von seinem Verleger Ricordi zu trennen und ebenfalls für Sonzogno eine schlagkräftige Kurzoper zu schreiben. Der Bajazzo wurde 1892 in Mailand uraufgeführt, unter der Leitung des jungen Arturo Toscanini. Zusammen traten beiden Opern sehr schnell einen Siegeszug rund um die Welt an. Karten gibt es an der Abendkasse und im Vorverkauf im TicketCenter am Marienplatz, Telefon 2 99 75-0.